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GDL hüllt sich noch immer in Schweigen

20.02.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, die Warnstreiks ab morgen angekündigt hat, lässt die Öffentlichkeit noch immer im Dunkeln tappen. Niemand weiß konkretes über Zeit und Schwerpunkt der angekündigten Ausstände, es kann bestenfalls sogar sein, dass morgen noch gar keine Maßnahmen stattfinden. Informationen am Abend zuvor: Fehlanzeige!

Gerüchten zufolge sollte Nordrhein-Westfalen ein möglicher Streikort werden, das wurde zuletzt jedoch von Claus Weselsky persönlich dementiert. Andere Informationen gehen davon aus, dass man zunächst nur drei Stunden während des morgendlichen Berufsverkehrs die Arbeit niederlegen wird. Wo und zu welcher Zeit genau, darüber kann man nur spekulieren.

Um böse Überraschungen morgen früh zu verhindern, wären die Bildung von Fahrgemeinschaften, Umsteigen auf andere öffentliche Verkehrsmittel (z.B. Bus oder U-Bahn) oder auch individuelle Fahrten mit dem Auto empfehlenswert. Auch für die kommenden Wochen und Monate ist immer wieder mit ähnlichen Situationen zu rechnen.

16 Responses


  1. Andreas Müller
    20.02.11 um 19:29

    So richtet man Schaden an, ohne zu streiken. Viele werden morgen früh Fahrgemeinschaften bilden, im Fernverkehr auf das Auto oder Flugzeug umsteigen und im Güterverkehr werden Unternehmen schon mal vorsorgehalber auf den LKW umsteigen. Minimaler Aufwand maximale Präsenz in der Öffentlichkeit. Morgen kurze Aktion und dann die Öffentlichkeit wieder auf die nächste Aktion warten lassen. Habe gelesen, dass die GDL 2007/2008 insgesamt 355 Tage gestreikt hätte. Ist mir irgendwie gar nicht aufgefallen, dass fast ein Jahr die Bahn still stand. So werden wenige Stunden an 5 Tagen wahrgenommen.


  2. Beobachter
    20.02.11 um 20:01

    Irgendwie gewinne ich den Eindruck, dass der GDL mit ihrem Streik nicht so ganz wohl ist. Bei den G6 ist der Organisationsgrad wohl nicht so ermutigend, so dass man vorsichtshalber schon Blockaden von wichtigen Knotenpunkten einplant, um „Streikbrecher“ zu blockieren. Einige „Hardliner“ erwarten – wie 2010 – eine Unterstützung durch die Fahrdienstleiter (die zentral Signale und Weichen stellen und damit die Fahrbefehle ausgeben)

    Der „was wäre wenn Fall“. Wie lang kann die Chaostruppe von Claus aushalten, wenn die Arbeitgeber geschlossen aussperren? Ein im Tarifrecht durchaus anwendbares Mittel.


  3. Thomas Siebert
    20.02.11 um 20:29

    Was versteht eigentlich die GDL darunter, das sie die Fahrgäste rechtzeitig informiert? Es ist nun knapp 20:30 Uhr und es ist nichts zu lesen, hören etc. Ich bin auf die S-Bahn in München angewiesen und will nun eigentlich mal wissen, fährt mein Zug morgen früh oder nicht?
    Was die GDL hier betreibt ist (SORRY für das nun folgende Wort) eine VERARSCHUNG der Fahrgäste. Nichts anderes.
    Die GDL sollte sich an den Abschluss, den die DB mit der EVG gemacht hat, anschliessen. Aber nein, sie müssen was besseres sein.
    Ich kenne viele, die 2007/2008 noch Verständnis hatten für den Arbeitskampf der GDL. Für diesen jetzigen haben sie kein Verständnis mehr. Ich auch nicht mehr.


  4. Andreas Müller
    20.02.11 um 20:46

    Am Freitag hieß es im Betreff einer Presseversendung aus der GDL-Zentrale:
    „Kein Streik ab dem 21. Februar.“

    Die PM wurde später zurückgezogen. Vielleicht doch kein Versehen. Vielleicht beginnen die Streiks erst Dienstag……oder Mittwoch. Würde ins Bild passen. Minimaler Aufwand – Maximale Presse!

    2007/2008 haben die Streiks ja auch 355 Tage gedauert, habe ich Letztens gelesen. Hatte ich gar nicht so in Erinnerung, dass fast ein Jahr die Bahn nicht fuhr, dachte bis dahin an 5 Tagen und wenigen Stunden bis Tiefensee sein Kalender zückte und ein Ergebnis aufmalte.


  5. Stefan Hennigfeld
    20.02.11 um 21:19

    Da steht nur, daß die GDL noch nichts angekündigt hat. Es wird in der Tat immer unwahrscheinlicher aber naja … „leere Drohungen“ gab es ja auch 2007/2008 zur Genüge.

  6. Was mir bei GdL auf den Zünder geht, daß die ständig eine Extrawurst verlangen. Und dafür habe ich absolut kein Verständnis…

    Candaloh, Gewerkschaftsmitglied

  7. Spätestens jetzt (21:35) könnte man die Fahrgäste(als Gast fühlt man sich da eigentlich nicht mehr) ja doch informieren. Die Verantwortlichen der Bahn haben jetz kaum noch eine Reaktionszeit, die Kunden aber die Möglichkeit, anderweitig zu planen. Na dann!!! Und tschüss Sympathie, wenn ich mir morgen (mal wieder) die Füsse platt stehe!!!!!!


  8. H. Mueller
    20.02.11 um 21:54

    Es ist eine Unverschämtheit der GDL allen Berufspendlern gegenüber, sie bis einschließlich Sonntag Abend im Ungewissen zu lassen, ob sie am Montag mit dem Zug zur Arbeit kommen oder nicht. Man schadet hier nicht nur dem Verhandlungspartner, sondern allen Bahnkunden, die mit der Sache nichts zu tun haben und auf die Bahn angewiesen sind.
    Hier muss das Streikrecht geändert werden. Wenn die Allgemeinheit betroffen ist präzise Ankündigung wann und wo gestreikt wird mindesten 48 Stunden vorher. Sonst: Zahlung von Schadenersatz.

  9. Als betroffener Lokführer muß ich sagen ich verstehe die GDL auch nicht.Nach jahrelangem Stillstand alles auf einmal wollen.Die EVG hat zwar nicht für ganz Deutschland abgeschlossen aber in mehreren kleinen Schritten erreicht man mehr als in einem großen.Und die Fahrgäste hätten dafür glaube ich auch mehr Verständnis!


  10. Günter Schmidt
    20.02.11 um 22:39

    Wir werden die Anschaffung unserer neuen Jahreskarte, Wert 2000,- Euro, erstmal überdenken. Ich hoffe, dass eine Vielzahl
    von Bahnkunden genauso denkt, dann kann die GDL für die
    (nichtbeamteten) Lokführer schon mal Harz IV beantragen.


  11. Andreas Müller
    20.02.11 um 22:44

    @Günter Schmidt
    Fänd ich nicht so toll. Bei rund 165.000 Mitarbeitern, stellen die LF gerade mal 20.000 bei der Bahn. Bei den Privaten wird das Verhältnis nicht anders sein. Von denen ist die Mehrheit zwar in der GDL, aber längst nicht alle und längst nicht so viele, wie die GDL behauptet. Wegen 10% der Beschäftigten, gleich alle zu bestrafen, wäre falsch. 90% sind ja vernünftig und die sollten nicht zum Amt. Eine solche Entscheidung würde nur 10% die Richtigen treffen, aber zu 90% die Falschen!


  12. Armin Gärtner
    20.02.11 um 23:54

    Bei allem Verständnis für gewerkschaftliche Vertretung habe ich für dieses Verhalten der GDL als Bahnkunde nun kein Verständnis mehr. Was will man damit erreichen, wenn man Streiks ankündigt, die Fahrgäste verunsichert, aber dann selber dementiert?
    Mit einer solchen Taktik ist weder den Mitgliedern geholfen noch erreicht man damit zumindest einen Teil der Ziele.
    Auf jeden Fall verärgert man massiv die Fahrgäste, die sich fragen, warum das Theater.

  13. Ich denke nicht, dass die Gewerkschaft der Lokführer am Montag streikt. Da nehme ich den Herrn Weselsky beim Wort. Er sagte, ein Warnstreik werde am Abend vor dem Tag des Warnstreiks bekannt gegeben. Daher sehe ich hier keine Verunsicherung durch die Gewerkschaft, sondern eher durch die Presse! Die Presse hat mit ihren mutmaßungen, wann und wo der Streik den stattfinden werde, die Bevölkerung verunsichert! Ich denke das Heute (am Montag) noch keine Fahrgemeinschaften gebildet werden müssen.


  14. Günter Schmidt
    21.02.11 um 20:50

    @Andreas Müller
    Nein , wir behalten die Karte natürlich. Der Beitrag war ein impulsiver Schnellschuss meinerseits. Die Eisenbahner machen
    einen guten Job, und ich möchte nicht mit den Lokführern und
    ihren „famosen“ Dienstzeiten tauschen. Keine Frage, dass der
    Lohn hier stimmen sollte.

    Dass Claus Weselsky sich aber bei den Pendlern über die Presse
    entschuldigt und dann den Warnstreik auf 6-8 Uhr ansetzt,
    macht seinen Heiligenschein auch nicht kleiner.

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