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Bochum: Fünf Jahre schienenfreie Innenstadt

06.02.11 (VRR) Autor:Stefan Hennigfeld

Zwei NF6D der Linie 302 in der Station Bochum Rathaus (Süd)In diesen Tagen feierte der Innenstadttunnel der Linien 302 und 310 in Bochum sein fünfjähriges Bestehen. Am 29. Januar 2006 wurde die Innenstadt schienenfrei. Seitdem fahren auch die Linien 302, 306 und 310 unter der Erde. Dabei haben die Stationen nicht den Fliesen-Charme der 70er und 80er Jahre, sondern sind modern und ansprechend.

In Südost-Nordwest-Richtung verlaufen die Linien 302 und 310 unter der Innenstadt. Während die 302 erst in Laer Mitte beginnt, kommt die 310 aus Witten. Gemeinsam fahren sie vom Opelwerk 1 bis nach Bochum-Stahlhausen, bevor die 310 weiter Richtung Wattenscheid-Hoentrop und die 302 Richtung Gelsenkirchen fährt.

Die 306 sollte lange Zeit auf Busbetrieb umgestellt werden. Zuletzt entschied man sich jedoch, die Tram nach Wanne-Eickel über eine kurze Stichstrecke, die eigentlich als Betriebsstrecke geplant war, in die Trasse der Linien 308 und 318 einzuschleifen. Die Tunnelstrecke wurde zwischen 1990 und 2006 gebaut. Insgesamt wurden rund 206 Millionen Euro investiert.

Bild: Bogestra

3 Responses


  1. Christian
    06.02.11 um 11:13

    Das ist zwar ein Jubiläum, aber kein gutes.
    Tunnelwände anzuschauen ist nicht sehr erbaulich. Mir als Fahrgast wärs lieb, die Umgebung wahrnehmen zu können, das Tageslicht zu spüren.

  2. Ich finde es verständlich, daß man den kommunalen Schienenverkehr bei der Bogestra läßt. Eine Wettbewerbsvergabe ist hier kompliziert.

    Der muß aber komplett vom Busverkehr getrennt werden. Der Bogestra muß so schnell es geht der gesamte Busverkehr entzogen werden und in den Wettbewerb übergeben werden. Das würde für den Steuerzahler sowohl verläßlicher als auch billiger werden – das Beispiel Frankfurt zeigt es. Die hatten den Mut, sich von ihrer Busbehörde zu trennen. Die Bogestra ist nichts anderes.

    Vor allem aber der Ennepe-Ruhr Kreis, der mit der Bogestra gar nichts weiter zu tun hat, sollte sich besser gestern als heute von denen trennen. Kein privater Busbetreiber könnte es sich leisten, Vorstellungen zu bieten, wie die Subunternehmer der Bogestra auf der Linie 375. Der EN-Kreis sollte die Linien alle ausschreiben und verbindliche Standards festlegen, z.B. verlangen, daß alle Busfahrer der deutsche Sprache mächtig sind.


  3. Beamtenhasser
    06.02.11 um 13:28

    206 Millionen Euro

    Dafür hätte man auch dieses gerippeförmige Reststraßenbahnnetz erweitern können. Hauptsache für möglichst viel Geld unter die Erde mit dem Nahverkehr, damit ihn auch bloß keiner sieht. Das ist Verkehrspolitik im 21. Jahrhundert. Wenn man in Bochum eine Taktdichte wie am Marktplatz in Karlsruhe hätte könnte man das vielleicht noch verstehen. Aber davon ist man in Bochum mit den Linien 302, 310 meilenweit entfernt.

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