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Bleibt das Kölner Dieselnetz bei der DB?

11.02.11 (Allgemein) Autor:admin

Wie die Tageszeitung „Die Welt“ berichtet, hat der Vergabeausschuss des SPNV-Zweckverbandes Nahverkehr Rheinland (NVR) am vergangenen Freitag (4. Februar) den Zuschlag für das Kölner Dieselnetz an die DB Regio Rheinland GmbH beschlossen. Allerdings stehe dabei noch die Zustimmung des rheinland-pfälzischen Aufgabenträgers SPNV Nord aus.

Bei der Ausschreibung des Netzes Ende 2009 hatte es außer einem Angebot der Bahn nur ein Angebot ohne Preisnennung seitens der Trans Regio gegeben. Hierauf bot die DB Regio Rheinland GmbH im Sommer 2010 an, das Netz auch weiterhin zu betreiben – für 125 Millionen Euro, was 67 Prozent mehr als bisher gewesen wären.

Im Oktober 2010 schrieb der NVR daraufhin das Netz erneut aus, worauf Trans Regio ein Angebot über 88 Millionen Euro einreichte. Doch DB Regio Rheinland unterbot mit 80 Millionen Euro dieses Angebot, woraufhin der NVR den Zuschlag erteilte.

Laut Bericht der Welt passierte dies mit „Zähneknirschen“, da man dort verwundert über die Unterschiede in den Angebotshöhe zu sein scheint. Nach Aussage der Bahn sei diese Differenz ausschließlich durch die geänderten Rahmenbedingungen der Ausschreibung zu erklären.

17 Responses


  1. Steuerzahler
    11.02.11 um 15:42

    Nach Aussage der Bahn sei diese Differenz ausschließlich durch die geänderten Rahmenbedingungen der Ausschreibung zu erklären.

    Wer das glaubt, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.

    Die jetzt geforderten 80 Millionen entsprechen einer Preissenkung von rund 5% gegenüber dem alten Vertrag und betragen nur 64% der ursprünglichen Forderung.

    Aber der VDV verlangt ja (das Recht zu) Direktvergaben.

  2. Quelle (Welt-Artikel): http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article12485730/Gerichtshof-bremst-die-Bahn.html

    zu gut Deutsch: „Wenn wir ein Monopol haben, werden wir es auch ausnutzen.“

    ”In der Verbandsversammlung des NVR räumt man ein, dass man bei der zweiten Ausschreibung die Bedingungen geändert habe, damit andere Anbieter bessere Chancen hätten. “Darauf haben wir reagiert”, sagt ein Bahnmanager. Man kenne die Regeln von Nachfrage und Angebot: “Und in der Wüste ist das Wasser eben teurer.””


  3. trainguide
    12.02.11 um 10:28

    Das „Süditalien“ Deutschlands liegt im Rheinland. Und dass der neue Hauptgeschäftsführer des VDV, Wolff, seine Lehrmeister südlich der Alpen zu haben scheint, ist nicht verwunderlich, sondern steht in guter Tradition des rheinischen Filzes. Man biegt die geplante AEG-Änderung zur Direktvergabe so lange hin, dass es den Filz begünstigt. Im Rheinland übt man das schon lange.

  4. Ich finde das ist eine gute Nachricht für alle Mitarbeiter der DB Regio NRW GmbH. Die fürchteten bestimmt schon um ihre Arbeitsplätze. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass auch nur einer von denen zu den schlechten Arbeitsbedingungen bei den Privateneisenbahnen arbeiten möchte. Mal abgesehen von dem Lohndumping bei diesen Firmen. Hauptsache billig oder ? Im Lebensmittelbereich sehen wir ja wo das hinführt.


  5. Niklas Luerßen
    12.02.11 um 16:38

    Dank des zu erwartenden BuRa-LfTV der GDL wäre es egal gewesen, ob man bei Firma DB Regio oder Firma X arbeitet.


  6. Steuerzahler
    12.02.11 um 17:17

    @ Joschi2x

    Die Mitarbeiter der DB Regio interessieren mich nur am Rande. Ich lege vor allem Wert auf ein vernünftiges Preis-/Leistungsverhältnis. Und die DB Regio NRW ist bekannt dafür, bei Direktvergaben den Auftraggeber nach Strich und Faden auszunehmen.


  7. trainguide
    12.02.11 um 19:01

    Die Mitarbeiter der DB müssen schon aus strategischen Aspekten interessieren. Solange deren Wünsche unberücksichtigt bleiben, werden sie den politischen Druck erzeugen, alles so zu erhalten, wie es ist. Änderungen, aus denen ihnen Nachteile entstehen, werden sie nie zustimmen, sondern gemeinsam mit der DB-Konzernspitze bekämpfen.

    Mit dem Branchentarifvertrag und der verpflichtenden Übernahme der gewerblichen Mitarbeiter beim NV-Betreiberwechsel würden die Gewerkschaften dem Wettbewerb sicher aufgeschlossener gegenüberstehen.

    Damit würde die DB-Konzernspitze ihren wirksamsten Verbündeten verlieren. Das ist nun mal die EVG und ihr Anteil am Einfluss in die Politik.

  8. @Niklas L.

    Noch ist der BuRa-LfTV nicht da und ich denke das es noch ein harter Kampf für die GDL wird. Wahrscheinlich so hart wie der letzte, denn die Privateisenbahnen schalten ja schon jetzt auf stur. Ausserdem wird der BuRa-LfTV nicht alles regeln. Daher wird die DB Regio, für einen Eisenbahner, wahrscheinlich immer noch der bessere Arbeitgeber sein als irgendeine Privateisenbahn.

    @trainguide

    Nenn mir einen der seinen Arbeitgeber freiwillig wechselt, wenn er bei seinem alten 6,5% mehr verdient und die dortigen Arbeitsbedingungen um einiges besser sind ? Ausserdem für wenn gilt der BranchenTV der EVG ? Für Lokführer ja nicht.

    @Steuerzahler

    Ich denke du solltest mehr hinter die Kulissen schauen bevor du so urteilst. Wenn du einen Vertrag machen könntest, würdest du doch auch schauen das du so gut wie möglich weg kommst oder ? Keiner verkauft sich unter seinem Wert. Und da du gerade die DB Regio NRW ansprichst, solltest du dir auch mal anschauen was für einen Mist der VRR schon gebaut hat. Ausserdem war an der letzten Direktvergabe auch ein ehemaliger Verkehrsminister beteiligt.

  9. @ Joschi2x

    Der BranchenTV der EVG könnte auch für die Lokführer gelten, wenn nur die GDL nicht wieder ihr eigenes Süppchen auslöffeln müsste. Man könnte den TV einfach unterschreiben…

  10. @Roy Z.

    Erwartest du wirklich das die GDL und ihre Mitglieder auf Lohn verzichten ? Lass uns mal rechnen, die EVG (damals Transnet) hat es damals geschafft 4 oder 4.5% rauszuholen und dieses mal in zwei schritten ca. 4%, das macht also etwa 8%. Was hat die GDL damals geschafft? Sie hatte ca. 11% herraus geholt. Die Deutsche Bahn bietet ihr zur Zeit, laut Pressemitteilung, etwa 5% an, macht also 16% insgesmat. Du kannst nicht von der GDL und seinen Mitgliedern erwarten dass sie auf etwa 8% Lohn verzichten. Ausserdem Lohn haben sie ja noch für mehr gekämpft damals und das würden sie dann alles aufgeben. Das macht keine Gewerkschaft der Welt.


  11. Steuerzahler
    14.02.11 um 14:40

    @ Joschi2x

    Ich schaue schon hinter die Kulissen, so ist mir durchaus bekannt, das der VRR im Jahre 2004 eine überkompensierte Direktvergabe an die DB Regio Rhein-Ruhr vorgenommen hatte. Und mir sind auch die Umstände der neuen Direktvergabe, die nun vom BGH gekippt wurde, bestens bekannt. Mir ist auch bekannt, dass abgehalfterte Politiker bei der DB und/oder ihr nahe stehenden Verbänden ein sanftes Ruhekissen finden, wenn sie vorher auch schön lieb zur DB waren.

    Mir sind auch die überzogenen Lohnforderungen der GDL bekannt. Und es sollte bekannt sein, dass die Löhne der Lokführer im Regionalverkehr indirekt aus den Regionalisierungsmitteln, also Steuergeldern, bezahlt werden.

  12. @Steuerzahler

    Dann weißt du sicher auch, dass das eine Mehdorn Taktik war mit den Ministern und dem Ruhekissen. Es bleibt abzuwarten ob das unter Herrn Grube so weiter geht.

    Und was die Regionalisierungsmittel angeht, werden natürlich die Nahverkehrslinien und damit indirekt die Eisenbahner damit bezahlt. Dafür ist das Geld da und gedacht. Ausserdem wird doch jetzt alles besser für uns Steuerzahler, die Nahverkehrslinien werden nun ausgeschrieben und für 10 bis 20 Jahre fest vergeben. Ich denke mal zum Festpreis. Da kann es demnächst dem Steuerzahler, also uns, egal sein, ob die GDL mehr fordert oder ? Die Steuerzahler zahlen nur noch den Festpreis im Schienennahverkehr über ihre Steuern.

  13. Die Frage ist dann immer nur, wie hoch der Festpreis ausfällt. Ich könnte mir bei der DB gut vorstellen, dass die für die GDL direkt mal 5-10 % Risikozuschlag drauflegen. Solange man keine ernsthafte Konkurrenz hat (wie offenbar beim Kölner Dieselnetz), kann das gut gehen.


  14. trainguide
    14.02.11 um 20:28

    Eine Gewerkschaft muss wissen, wie weit sie geht. Und auch die Spartengewerkschaften haben nur eine Chance, wenn sie nicht überziehen. Bedrohen sie das System, reagiert der Gesetzgeber und ihre Möglichkeiten werden durch neue Rechtsnormen beschnitten. So hat es „Maggi“ Thatcher in GB gemacht.


  15. Niklas Luerßen
    14.02.11 um 22:53

    Bisher sehe ich die GDL weit entfernt vom „zu weit gehen“. Und „Mutti“ höchstselbst hatte immer die „Tarifautonomie“ hochgehalten (so auch im Tarifstreit 2007/2008, als Mehdorn händeflehend die Politik gebeten hatte, gegen die „Spartenterroristen“ vorzugehen, als er die GDL nicht kleingekriegt hatte – und Grube hat heute weit weniger politischen Einfluß als der cholerische Napoleon) und damals geisterte in den Medien immer der Wert 31% rum, den die GDL angeblich fordern würde.

    Außerdem würden die Gewerkschaften (dies betrifft ja dann auch Cockpit, Flugsicherung und Marburger Bund) dann wohl sofort geschlossen vor das Bundesverfassungsgericht ziehen, wenn die Rechtsnormen wirklich so beschnitten würden, wie du prophezeihst. Und dies ist derzeit dafür bekannt, die Grundrechte – und dazu zählt das §9 GG Koalitionsfreiheit – sehr hoch zu halten.

  16. Wie ich gerade gelesen habe, werden aus dem bestehenden Rahmenvertrag der DB von Alstom 56 Triebzüge abgerufen.

  17. Ich habe nichts dagegen wenn die DB Regio NRW dort weiterhin fährt aber bitte nicht mit VT 644 die nur ein Update bekommen. Die Fahrt von Köln nach Trier dauert künftig ewig und die 2-3 geplanten Sprinter sollen ja ebenfalls mit dem selben Fahrzeugen fahren.

    Der LINT von Alstom ist in seiner jetzigen Variante viel zu schwach motorisiert und die Vmax. von 120 km/h ist zu gering.

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