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Attraktive Reiseplanung mit Google Transit – Warum nicht auch in Deutschland?

17.02.11 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

In einigen Ländern ist es möglich seine Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln über Google Maps zu planen. So kann man ähnlich wie bei dem flächendeckend verfügbaren Routenplaner zwei Punkte in den Karten festlegen zwischen denen die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln berechnet wird. In der Schweiz ist dieses System für alle öffentlichen Verkehrsmittel verfügbar.

Die Funktion Google Transit erleichtert dem Nutzer die Reiseplannung erheblich. Ist nur die Adresse des Zielortes bekannt, muss nicht mehr mühevoll der Name der Zielhaltestelle herrausgesucht werden. Der Nutzer muss nur die Zieladresse angeben und schon zeigt das Programm die nächste Haltestelle an, mit dem Fußweg zum Zielort. Zug, Bus und Stadtbahnfahrpläne werden bei der Reiseplannung kombiniert und alle nötigen Umstiege angezeigt. Wenn sich alle Verkehrsunternehmen an dem System beteiligen steht dem Nutzer eine attraktive Reiseplanung aus einer Hand zur Verfügung, alle Verkehrsmittel werden kombiniert, um den Kunden die schnellste und bequemste Verbindung bereitzustellen.

Der Betrieb dieses wertvollen Planungstools ist sowohl für die Nutzer als für die Verkehrsunternehmen kostenfrei. Die Verkehrsunternehmen müssen nur ihre Fahrplandaten in einem bestimmten Datenformat bereitstellen. Trotzdem sieht die Verbreitung dieses Systems für Deutschland sehr mager aus. In einigen Großstädten werden nur Linienläufe angezeigt, eine Routenplanung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist nicht möglich.

Die meisten Autofahrer besitzen heute ein Navigationssystem, in dem sie einfach den Zielort eingeben und schon wird eine Route angezeigt. Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln könnten es ähnlich einfach haben. Doch sie müssen sich genau informieren wie die Start- und Zielhaltestellen heißen. Programme können zwar heute schon die Routen mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln berechnen. Aber Alternativen mit anderen Haltestellen die wohlmöglich besser frequentiert sind werden nicht angezeigt. Auch ein genauer Lageplan der Haltestellen und der Fußweg zum Zielort werden häufig nicht angezeigt.

Dabei könnte eine einfache Reiseplanung die Akzeptanz und Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel erhöhen und somit die Einnahmen und den Kostendeckungsgrad steigern. Die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln muss möglichst einfach gestaltet und Zugangshemmnisse abgebaut werden. Weitere Informationen über die Funktion Google Transit gibt es auf Englisch unter folgendem Link: Google Transit

Ein Beispiel aus der Schweiz, über Google Maps wird eine Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen zwei beliebig gesetzten Punkten angezeigt. Wenn man die Karte in Google Maps aufruft, wird der genaue Reiseplan im Routenplaner angezeigt. Reiseplan zur Verbindung in Google Maps: Google Maps


Größere Kartenansicht

6 Responses


  1. dbfan_2011
    17.02.11 um 14:31

    Das ist doch eigentlich total unnötig! Auf bahn.de kann man auch jede beliebige Adresse deutschlandweit eingeben und es wird einem das selbe angezeigt. Natürlich mit Fußwegbeschreibung und Übersichtskarte. Ist also genauso gut.


  2. Anti DB AG
    17.02.11 um 15:09

    Die Karten auf der DB Seite sind überhaupt nicht genauso gut, die Darstellung hat eine zu grobe Auflösung. Wenn man den Fußweg an Start oder Ziel anschauen möchte muss man schon sehr nah heranzoomen. Die Bedienung ist sehr umständlich. Außerdem ist kein Ansichtenumschaltung möglich. Bei Google kann man auf den Satellitenbildern beispielsweise Gebäudeumrisse erkennen und bekommt per Mausklick den direkten Vergleich zwischen Auto und ÖPNV.

    In der Bahnreiseauskunft habe ich immer das Gefühl, dass die Bahn möglichst bevorzugt wird. Teilweise wird eine sehr lange und umständliche Route mit der Bahn angezeigt, obwohl eine Verbindung ohne Bahn sondern nur mit Busnutzung besser ist. Google ist außerdem eine sehr einfach gestrickte und verständliche Seite. Bis man auf der Bahnseite was gefunden hat, zwischen der ganzen Werbung bin ich mit dem PKW schon am Ziel.

  3. Google transit arbeitet mit einem oeffentlich zugaenglichen Datenformat, gtfs. Das bedeutet, dass sobald die Verkehrsunternehmen ihre daten in diesem Format veroeffentlichen, alle Zugang zu den Daten haben. Damit koennen auch andere Programme auf diese Daten zugreifen und sorgen im Endeffekt fuer ein besseres Angebot.


  4. Jürgen E.
    17.02.11 um 21:44

    Warum es nicht geht? Jedes EVU, jeder Verkehrsverbund und jedes kommunale Verkehrsunternehmen hat seine eigene Auskunftsplattform. Dort wird natürlich viel Eigenwerbung platziert. Vor allem der Erwerb von Fahrkarten soll dort gefördert werden.

    Der Witz an der ganzen Geschichte ist aber, dass ich zum Beispiel in der Fahrplanauskunft des VRR eine Fahrt von München (beliebige Straße, Hausnummer) nach Düsseldorf (beliebige Straße, Hausnummer) angezeigt bekomme. Allerdings verweigert der VRR Fahrtziele, wo nicht mindestens eine Adresse im Verbundgebiet liegt.

    Auch die Komfortauskunft der DB kann das. Und dort ist es egal, in welchem Verbundgebiet die Ziele liegen. Bei den Parametern für das Suchergebnis werden natürlich die eigenen Linien bevorzugt.

    Auch bieten viele Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünde ihre eigene App für Smartphones (iPhone, Android – sogar Symbian) an. Die sinnvollste dabei ist der „DB Navigator“.

    Google Maps ist auch auf Android-Smartphones standardmäßig installiert. Ich kann mir von meinem Standort auch bequem die Route zu einem beliebigen Ziel berechnen lassen. Dabei kann ich wählen, ob es zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto sein soll. Das Routing mit öffentlichen Verkehrsmitteln funktioniert natürlich nur dort, wo die Daten auch verfügbar sind. Sonst kommt die Meldung: „Nicht verfügbar!“ Also nicht in Deutschland.

    Die Fahrplandaten liegen also bundesweit vor und jeder Anbieter von Fahrplanauskünften greift zentral darauf zu. Es wäre also ein Leichtes, diese Daten Google in dem entsprechenden Format zur Verfügung zu stellen, aber man will wohl (aus den oben genannten Gründen) nicht.

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