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Winternotfahrplan der S-Bahn Berlin: Senat erwartet Problemlösung

27.01.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Die S-Bahn Berlin ist und bleibt ein SorgenkindDer neue Winternotfahrplan der S-Bahn Berlin sieht keinen Wochenend-Nachtverkehr im gewohnten Halbstundentakt vor. Statt dessen wird der Tagesverkehr auf einen 40-Minutentakt ausgedünnt, was zahlreiche Anschlüsse zu den übrigen Verkehrsmitteln erschwert. Die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung fordert die S-Bahn zu kurzfristigen Lösungen auf.

Die auf Betreiben der Berliner Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) eingerichtete Qualitätsrunde wurde zwar über den Winternotfahrplan informiert, jedoch wurde das Problem des Wochenend-Nachtverkehrs dabei nicht angesprochen. Die Senatorin zeigte sich sehr verärgert, dass die S-Bahn Berlin GmbH eine solch relevante Information nicht frühzeitig und von sich aus anspricht und es den Ländern und dem VBB überlässt, dies kurzfristig aus dutzenden Fahrplantabellen selbst heraus zu lesen.

Senatorin Ingeborg Junge-Reyer: „Ich erwarte, dass die Anschlusslücken von und zur S-Bahn bereits am kommenden Wochenende geschlossen werden. Das kann sowohl durch eine noch frühere Taktverdichtung des Angebots auf zwanzig Minuten geschehen oder aber durch bestellte Zusatzfahrten für die gestörten Bus- und Straßenbahnanschlüsse. Wo dies kurzfristig nicht möglich oder sinnvoll ist, erwarte ich von der S-Bahn eine unkomplizierte Regelung zur alternativen Nutzung von Taxen.“

Auch der Brandeburgische Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) ist enttäuscht: „„Das Ausdünnen des Taktes im Nacht- und Wochenendfahrplan war nicht Gegenstand unserer Zustimmung. Auch ich erwarte, dass die S-Bahn hier schnell reagiert und nachbessert. Besonders die Anschlüsse müssen besser funktionieren. Wenn es nicht anders geht, muss die S-Bahn zusätzliche Angebote über den straßengebundenen Nahverkehr machen.“

Senatorin Junge-Reyer verwies in diesem Zusammenhang ausdrücklich auf die Zusagen von Bahnchef Grube im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses, dass es weder an Geld noch an Personal mangeln werde, die S-Bahn-Krise zu bewältigen. „Mangelnde Planungskapazität bei der S-Bahn darf kein Grund sein, den Fahrgästen einen katastrophalen Wochenendverkehr zuzumuten,“ so die Senatorin.

Bei der S-Bahn weist man diese Kritik unterdessen zurück. Dem VBB, so heißt es, seien die Fahrplandaten bereits am 4. Januar vorgelegt worden. Dessen Aufgabe sei es, die Schnittstelle mit anderen Verkehrsunternehmen zu koordinieren. Unter Berufung auch auf die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) kommt man zu dem Schluss, dass keine gravierenden Anschlussprobleme existieren.

Den Vorwurf, dass der Wochenend-Nachtverkehr schlecht geplant sei, kann man bei der Bahn ebenfalls nicht nachvollziehen. Zwar wurde der Takt auf Außenstrecken von dreißig auf vierzig Minuten ausgedünnt, jedoch entstünden durch Überlagerung vielerorts Zwanzig-Minuten-Takte. Verzerrte Anschlüsse mit längeren Wartezeiten seien dennoch nicht zu vermeiden.

Bild: Andreas Steinhoff

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