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VCD lehnt niedersächsische Autobahnpläne ab

14.01.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) forderte auf dem Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer Hannover einen achtspurigen Ausbau der Autobahn A 2 zwischen Braunschweig und Hannover. Diese Pläne lehnt der Landesverband Niedersachsen des Verkehrsclub Deutschland e.V. ab. Dort fordert man statt dessen eine höhere LKW-Maut und mehr Investitionen in die Schiene.

Michael Frömming, Landesvorsitzender in Niedersachsen: „Für eine zukunftsfähige Verkehrspolitik benötigen wir keine zusätzlichen Kapazitäten auf den Straßen, sondern eine angemessen hohe Lkw-Maut, deren Einnahmen überwiegend für den Ausbau des umweltfreundlichen Verkehrsträgers Schiene genutzt werden sollten. Das von Ministerpräsident McAllister favorisierte ‚Weiter So’ mit immer mehr Schwertransporten auf den Straßen können sich weder Bund noch Land finanziell, klimapolitisch und aus Gründen der Verkehrssicherheit leisten.“

Deshalb müsse das auf der Straße erwirtschaftete Geld ebenso wie die Verkehrsbausubventionen in die Schiene fließen. Frömming: „Es kann nicht sein, dass wir aktuell an mehreren Brennpunkten in Niedersachsen um jeden zum Abriss vorgesehenen Bahnkilometer kämpfen müssen, während für neue Straßenprojekte das Füllhorn an Subventionen ausgeschüttet werden soll.“

5 Responses


  1. Steuerzahler
    14.01.11 um 16:31

    Herr Frömming wird sicher wissen, dass die Eisenbahninfrastruktur auf dem letzten Loch pfeift. Und daher ist es richtig, für den Erhalt und den Ausbau des Schienennetzes zu kämpfen. Aber hier hat nicht ein Ministerpräsident das Sagen, sondern der DB Konzern. Dort sitzt der Feind.

    Aber Herr Frömming wird auch wissen, dass die Eisenbahn gar nicht in der Lage ist, ein mehr an Güterverkehr aufzunehmen, es sei denn, man verringert den Schienenpersonenverkehr. Und damit ist es nur Folgerichtig, bestehende Straßen auszubauen, um dem völligen Kollaps zu entgehen.

    Gleichzeitig muss man aber der DB AG die Kontrolle über das Netz entziehen, eine staatlich kontrollierte Netzplanung schaffen und die zügige Umsetzung des Streckenbaus auf den Weg bringen.

    Ich bin mal gespannt, wie die GRÜNEN reagieren, wenn eine Bahnlinie eine seltene Kaulquappenart bedroht und ob sich dann nicht Bürgerinitiativen nach dem Muster von Stuttgart 21 bilden, weil die Bahnlinie ihnen die Ruhe nimmt.

  2. Mich stört, dass sich Zughalt.de häufig liest wie die Internetseite mit den Pressemeldungen vom VCD. Was hat der geforderte Autobahn-Ausbau unmittelbar mit dem Verkehrsträger Schiene zu tun? Bis darauf, dass Geld nur einmal ausgegeben werden kann, nichts. Dieser Meldung fehlt noch der Hinweis, dass S21 am schlechten SPNV in Niedersachsen (wirklich?) schuld ist.

  3. Man könnte aber auch bestehende Strecken ausbauen und dann versuchen den Güterverkehr auf die Schiene zu verlegen, dass würde umweltlich gesehen mehr bringen und das Motto vieler (den Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern) unterstützen. Für die Kosten könnte man dann die LKW-Maut erhöhen und damit solche Schienenprojekte finanzieren.


  4. Jürgen E.
    14.01.11 um 20:22

    @ Max

    Es ist eine falsche Wahrnehmung, dass zughalt.de irgendetwas mit dem VCD zu tun hätte. Sie sind auch kein Sprachrohr von Mofair, falls das als nächster Kritikpunkt kommt. Aber vor allem ist zughalt.de keine der DB AG ergebene Seite. Diesen Platz überlässt zughalt.de anderen „Eisenbahnfreunden“.

    zughalt.de setzt sich kritisch mit der Situation des Eisenbahnverkehrs in Deutschland auseinander. Und dafür danke ich dem Team von zughalt.de

    Der vom niedersächischen Ministerpräsidenten McAllister geforderte Ausbau der Warschauer Allee (A2) auf vier Fahrspuren hat in so fern etwas mit dem Verkehrsträger Schiene zu tun, als das er schneller durchzuführen ist, als ein Neubau von Schienentrassen (Planfeststellungs-/Genehmigungsverfahren)und bringt daher eine in kürzerer Zeit wirksame Entlastung. Das schließt einen späteren Ausbau der Schieneninfrastruktur ja nicht aus.

    @ NK

    Der Ausbau von bestehenden Eisenbahnstrecken ist sicher wünschenswert, doch allein es fehlt der Platz. Während an den Autobahnen meist noch genügend Raum für weitere Fahrspuren ist (die wenig oder gar keine Planfeststellungsverfahren durchlaufen müssen und wo die Grundstücke oftmals schon dem Bund gehören), fehlt dieser sehr oft bei Bahnstrecken – vor allem in dicht besiedeltem Raum. Hinzu kommen Proteste der Anwohner, die eine höhere Lärmbelästigung befürchten.

    Ich erinnere an die geplante Reaktivierung des Eisernen Rheins, des dritten Gleises zwischen Emmerich und Oberhausen (als Verlängerung der Betuwe-Linie) und des Baus des dritten und vierten Gleises zwischen Karlsruhe und Basel als Zubringer zur schweizerischen NEAT.

  5. Die Bahn dürfte Viele Strecken haben, die diese leicht ausbauen kann, etwa Herford- Hameln- Branschweig. Oder falls noch durchgehend als Trasse erhalten (Hagen-) Scherfede- Holzminden (Braunschweig/ Hannover).

    Eine moderne Containerbahn könnte durchaus Lininezüge aus leichteren und schwereren Containern bilden und die leichteren Züge über Strecken mit mehr Steigung führen.

    Über die Politiker, die ständig Neubau fordern, kann ich nur staunen! Müssen nicht zunächst mal die bestehenden Verkehrswege erhalten werden? Allenfalls Engpassbeseitigungen und preiswerte Reaktivierung ungenutzter oder in den letzten Jahrzehnten zurückgebauter Infrastruktur sind unter den heutigen Haushaltsbedingungen sinnvoll.

    Angesichts der zu erwartenden Ölpreisentwicklung ist es zusätzlich fraglich, ob Straßenbau noch eine sinnvolle Wirtschaftsförderung ist. Verkehrsvermeidung und Verlagerung auf die Schiene sollte auch die IHK anstreben.

    Gerade im Ost- Westverkehr gibt es viele Strecken, über die man alle Güterzüge um Hannover herum führen könnte, die Hannover nicht zum Ziel haben

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