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Privatbahnen wollen Marktanteil bis Ende 2015 verdoppeln

03.01.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Der Vorsitzende des Privatbahnverbandes Mofair, Wolfgang Meyer, sagte in der Berliner Zeitung, dass man den Marktanteil im Regionalverkehr in den kommenden fünf Jahren verdoppeln will. Derzeit werden etwa zwanzig Prozent aller SPNV-Leistungen von Bahnkonkurrenten betrieben. Bis Ende 2015 stehen rund 110 Wettbewerbsvergaben auf der Agenda.

Wolfgang Meyer: „Wir sind preiswerter und bieten mehr Service. Wir haben sicher eine andere Mentalität, sind flexibler und kundenorientierter.“ Der frühere Abellio-Chef und EVAG-Manager sieht allerdings auch eine erhebliche Benachteiligung für die nichtbundeseigenen Eisenbahnverkehrsunternehmen, etwa beim Bahnstrom, für den die Verkehrssparte der Deutschen Bahn dicke Mengenrabatte von DB Energie bekommt, während die Privaten selbst dann keine Vergünstigungen erhalten würden, wenn sie alle zusammen als Einkaufsgenossenschaft auftreten würden.

Auch Direktvergaben, wie zuletzt im VRR, hält Meyer für inakzeptabel: „Statt alle Bahnstrecken auszuschreiben, handelten DB und Länder in Hinterzimmern exklusive Verkehrsverträge über große Teilnetze aus.“ Insgesamt habe die jetzige Situation „mit fairem Wettbewerb nichts zu tun.“

Das wohl wichtigste Gerichtsurteil seit der Bahnreform vor 17 Jahren wird am 8. Februar erwartet. Der Bundesgerichtshof wird darüber urteilen, ob die Direktvergabe des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr an die DB Regio NRW rechtens war oder ob sie ungültig ist. Hinter den Kulissen wird jedoch fieberhaft an einer außergerichtlichen Einigung und sogar an einer Gesetzesänderung gearbeitet. Das neue Jahr dürfte daher spannend beginnen.

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