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Leiharbeit: MVG hält sich ans Gesetz

13.01.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Münchener Verkehrsgesellschaft weist die Vorwürfe der Gewerkschaft Verdi zurück. Bei allen im Unternehmen tätigen Leiharbeitern habe der Betriebsrat zugestimmt. Rund dreißig Busfahrer sind nicht erst seit Jahresbeginn, sondern bereits seit 2010 bei der MVG tätig. Damit, so die MVG, sei dem Mitbestimmungsrecht des Betriebsrates genüge getan.

Bei elf weiteren Fahrern hat der Betriebsrat es abgelehnt, dass sie im Unternehmen beschäftigt werden. Das geltende Gesetz sieht für solche Fälle vor, dass ein Gericht entscheidet und die betroffenen Leiharbeiter bis zur Entscheidung vorübergehend im Unternehmen tätig sind. Im Interesse der Fahrgäste hat die MVG das so geregelt und den Betriebsrat informiert.

Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung sucht das Unternehmen derzeit weitere Leiharbeiter für den Fahrdienst. In diesem Vergabeverfahren soll auch sichergestellt werden, dass die Leute zu sozialverträglichen Löhnen arbeiten werden. Dumpinglöhne sollen ausgeschlossen werden. Die derzeitigen Leiharbeiter werden nach einem Tarifvertrag bezahlt, den verschiedene DGB-Gewerkschaften, u.a. Verdi, unterschrieben haben.

Die Beschäftigung von Leiharbeitern im Fahrdienst der MVG ist allerdings nur vorübergehend. Allerdings sind Neueinstellungen zu den derzeit gültigen Tarifkonditionen wirtschaftlich nicht darstellbar. Die MVG will ihre Lohn- und Personalstruktur auf ein marktgerechtes Niveau absenken und neu eingestellte Leute in etwa auf dem Niveau bezahlen, das auch bei privaten Busunternehmen im kommunalen ÖPNV verdient wird.

Da eine Einigung mit Verdi in dieser Sache bislang nicht möglich war, werden die Stadtwerke München als Mutterkonzern der MVG nun eine Tochtergesellschaft gründen. Dies wird noch im Jahr 2011 abgeschlossen sein. Dort sollen alle zukünftig eingestellten Fahrer beschäftigt werden und dabei auf Basis von Tarifen bezahlt werden, denen Verdi bei privaten Busunternehmen bereits zugestimmt hat.

4 Responses


  1. di Gennaro
    29.01.11 um 16:38

    Bei der Leistung die Busfahrer erbringen,und der Verantwortung die sie auf sich nehmen müssen,sich Stundenlang am Stück zu konzentrieren,Pausenregelung im Minutentakt statt eine richtige am Stück,Dienstzeiten,die teilweise über 14Stunden gestreckt werden,Ruhezeiten zwischen den Diensten,die Gesetzlich auf 9 Stunden herabgesenkt werden könnenu und noch viele andere Dinge,dafür werden sie auch noch extrem unterbezahlt(vor allem seid dem Euro)In keinem anderen Beruf werden Berufstätige so mies von politik und Wirtschaft behandelt.Es wird Zeit,daß sich das ändert.

    Zur Leiharbeit:Noch weniger Geld,noch weniger Zeit!!!!!
    Leiharbeit ist Verleih von Menschen,die gegen Zahlung einer Summe X an die Leiharbeiter-Firma für die Vertragsfirma arbeiten(Tariflöhne in den einzelnen Sektoren werden nicht berücksichtigt).da es ein Geschäftsabschluss zwischen 2Firmen ist,ist es Menschenhandel(§232StGB?).Da es immer Menschen sind,die sich in einer Notlage befinden §138BGB.


  2. Steuerzahler
    29.01.11 um 18:12

    Bei der Leistung die Busfahrer erbringen,und der Verantwortung die sie auf sich nehmen müssen,sich Stundenlang am Stück zu konzentrieren,….

    Das Berufsleben ist kein Ponyhof :LOL: Und mir ist bisher kein Fall bekannt geworden, dass ein Busfahrer eines privaten Unternehmens verhungert ist.

    Da der öffentliche (Nah-)Verkehr von mir mitfinanziert wird, ohne dass ich davon einen Nutzen habe, lege ich sehr großen Wert auf ein Mindestmaß an Kosteneffizienz. Und da ist eine übermäßige Alimentierung der Beschäftigten nicht in meinem Sinne.

  3. Sagmal wovon lebst Du eigentlich? Anwalt, Wirtschaftspruefer oder sonst so ein Heissluftgeblaese liegt da nahe bei den Faekalabgaengen die Du ablaesst^^


  4. Stefan Hennigfeld
    29.01.11 um 20:12

    Wovon leben denn die Gewerkschaftsfunktionäre, die Tarifverträge abschließen, die zulassen, daß massive Einkommensunterschiede zwischen z.B. MVG-eigenen Fahrern und Fahrern von Subunternehmen bestehen, obwohl die Arbeit exakt dieselbe ist?

    Und welches Bild von Gerechtigkeit steht dahinter, so etwas gut zu heißen?

    Und ja: Ich persönlich finde den Frankfurter Weg mit einem kommunalen Aufgabenträger (TraffiQ) und privaten Busunternehmen besser und wirtschaftlicher als kommunale Halbbehörden. Was uns hier in Witten die Bogestra auf der Linie 375 seit anderthalb Jahren bietet, ist nichts anderes als eine riesengroße Unverschämtheit, die sich kein privates Unternehmen der Welt leisten könnte.

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