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EVG kritisiert europäische Eisenbahnpolitik

28.01.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kritisiert die Eisenbahnpolitik der Europäischen Kommission. Die Freiheiten des Marktes dürften nicht über die Interessen der Arbeitnehmer gestellt werden. Dies gelte insbesondere für verbindliche Mindestdienstleistungen im Streikfall und weitere Marktöffnungen, solange sie nicht mit weitreichenden Lohn- und Sozialstandards verbunden sind.

„Was jetzt auf dem Tisch liegt, untermauert die marktradikale Grundhaltung der EU-Kommission“, monierte der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner. Erneut sollten die Freiheiten des Marktes über die Rechte der Beschäftigten gestellt werden. So solle die Zulassung von Bahnunternehmen nicht mehr an die Einhaltung nationaler Vorschriften etwa zur Sicherheit, zu Sozialbedingungen oder zu Rechten der Arbeitnehmer geknüpft werden. „Sicherheit und anständige Bezahlung der Beschäftigten sind aber keine Spielmasse für den Wettbewerb“, kritisierte Kirchner.

Auch Mindestdienstleistungen bei Streiks hält man bei der EVG für absolut inakzeptabel. Auch die noch weiterreichenden Bedingungen, die der Bahn-Arbeitgeberverband CER in dieser Frage fordert. „Das ist ein Eingriff in das Streikrecht und damit in eines der elementaren Rechte der Beschäftigten“, sagte der Vorsitzende der EVG. Er kündigte „massiven Widerstand“ an, sollte es zur Umsetzung dieser Pläne kommen. Auch weitere Marktöffnungen im Schienenverkehr werden abgelehnt, „solange es keinen effektiven Schutz gegen Lohn- und Sozialdumping gibt.“

9 Responses

  1. Verbindliche Mindestdienstleistungen im Streikfall sind das Gegenteil von freier Marktwirtschaft. Das ist ein weiterer Schritt hin zur Sklaverei.


  2. Steuerzahler
    28.01.11 um 16:41

    Bei dem Wort Eisenbahnerstreik geht mir die Hutschnur hoch! Die Damen und Herren wissen um ihr Erpressungspotential


  3. Geplagter Fahrgast
    28.01.11 um 23:19

    Deshalb muss sich die Politik dagegen wehren! Sie muss die Bevölkerung gegen Krawallorganisationen überbezahlter Hilfsarbeiter schützen.

    Deswegen muss die Automatisierung jetzt vorangetrieben werden. Ziel muss sein, bis 2020 keinen einzigen Fahrer mehr zu brauchen.

    Fahrkartenabreißer, Toilettenputzer, Bahnsteigschrubber und andere Anlerntätigkeiten müssen vollständig auf 1€-Jobs umgestellt werden. Dann kann man die Leute entlassen und nach nur einem Jahr zwangsweise zurückverpflichten. Und zwar ganz ohne Streikgewerkschaften.

  4. @ Steuerzahler, aus was besteht dann das Druckmittel? Eine Tätigkeit zu können die nur wenige können und die nicht so schnell durch andere Arbeitnehmer übernommen werden kann, die zu dem überaus wichtig ist.

    Laut marktwirschaftlichen Gesetz muss das zu guten Löhnen und anständigen Arbeitsbedienungen führen. Wen EVU Manager glauben sie bräuchten keine Lokführer, dann müssen sie mit den Lokführern keine Verträge abschliessen. Dann muss aber niemand jammern wenn die Bahn nicht fährt.

    Wen Sie zum Autohändler gehen und mit im nicht einig werden, können sie nachhinein nicht jaulen wenn sie kein Auto haben.

    Es ist ja nicht so das Lokführer nicht arbeiten wollen und die Bahn zerstören wollen. Das haben andere schon gemacht. Man muss sich nur Handelseinig werden. Das ist Teil der viel geprisenen Marktwirtschaft.


  5. Steuerzahler
    29.01.11 um 17:49

    Eine Tätigkeit zu können die nur wenige können und die nicht so schnell durch andere Arbeitnehmer übernommen werden kann, die zu dem überaus wichtig ist.

    Ich lese aus diesem Kommentar, das Lokführer Wunderknaben sein müssen. Dabei kann es jeder gesunde Mensch in einer relativ kurzen Zeit lernen, ein Eisenbahnfahrzug zu führen. Und das sogar ohne Sicherheitsdefizite, wie es interessierte Kreise gerne glauben machen wollen. Schon heute wäre es technisch möglich, den kompletten Eisenbahnverkehr zu automatisieren und auf Lokführer komplett zu verzichten.

    Ich will kein Prophet sein und den Zeitraum offen lassen, aber in nicht allzu ferner Zukunft wird es weder Lokführer, noch eine GDL geben.

  6. Ich lese aus diesem Kommentar, das Lokführer Wunderknaben sein müssen. Dabei kann es jeder gesunde Mensch in einer relativ kurzen Zeit lernen, ein Eisenbahnfahrzug zu führen. Und das sogar ohne Sicherheitsdefizite, wie es interessierte Kreise gerne glauben machen wollen. Schon heute wäre es technisch möglich, den kompletten Eisenbahnverkehr zu automatisieren und auf Lokführer komplett zu verzichten.

    Brühl, hat wohl nicht gereicht?
    Vielleicht in Zukunft mal bei Themen den Komentar abgeben, bei denen man sich auskennt.

  7. Nein, hat wohl nicht gereicht. Vielleicht sollte man ihn einfach trollen lassen.

  8. Wir sollten der täglichen Arbeit der Eisenbahner unsere Hochachtung zeigen. Nicht nur die Fahrer machen zu jeder Tages- und Nachtzeit ihre Arbeit, sondern auch viele andere Berufsgruppen. Und Tätigkeiten wie Bahnsteigfeger, Toilettenputzer, Aschentonnenleermacher, Sitzpolsterreiniger, Glühbirnenauswechsler, Zugansager und andere sind nunmal hochqualifizierte Facharbeiter, die auch anständig bezahlt werden müssen.

  9. Die Eisenbahn hat keine Fahrer sondern Lokführer. Und die können wegen eines kleinen Fehlers oder eines kleinen Konzentrationmangels die Ursache von schweren Unfällen sein. Was beim Sitzpolsterreiniger nicht möglich ist. Die Eisenbahn ist für Aussenstehende nicht verständlich, also bitte Mal eingestehen dass man keine Ahnung hat wie die Bahn funktioniert, alles andere ist überheblich.

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