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EVG fordert ökologische Verkehrswende

21.01.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert anlässlich der politischen Nachwirkungen des Winterchaos bei der Bahn eine ökologische Verkehrswende. Gewerkschaftschef Alexander Kirchner hofft, dass es sich bei der aktuellen Debatte nicht um ein „nachwinterliches Strohfeuer“ handele, sondern dass sich an der bahnpolitischen Gegebenheiten auf Dauer etwas ändere.

Die EVG fordert, wie viele andere, mehr Finanzmittel für die Schiene. Alexander Kirchner: „Das ist kein herausgeworfenes Geld, sondern steigert ganz konkret die Lebensqualität in Deutschland und untermauert die Standortvorteile des wichtigsten europäischen Transitlandes.“ „Nach Jahren des Durchwurstelns müssen wir uns endlich darüber verständigen, welchen Schienenverkehr wir für welchen Preis wollen.“

Ramsauer müsse nun aber genau sagen, woher die von ihm schon einmal angekündigten knapp vier Milliarden Euro für die Schiene kommen sollen. „Wenn dieses Geld ohnehin im Haushalt steht, dann sieht das eher nach einem Taschenspielertrick aus.“ Aus Sicht der EVG sei eine Erhöhung der Schieneninvestitionen auf fünf Milliarden Euro pro Jahr notwendig. Auch müsse der Bund auf die geplante Bahn-Dividende von 500 Millionen Euro verzichten.

Darüber hinaus solle man auch die aktuelle Wettbewerbssituation, insbesondere im SPNV überdenken. Kirchner: „Wir brauchen einen Qualitätswettbewerb. Dieser würde die Schiene insgesamt stärken.“ Statt über eine Trennung von Netz und Betrieb zu debattieren, solle die Politik „glasklar sagen, was die Bahn tun soll und wie viel sie dafür gedenkt zu bezahlen.“ Die Infrastruktur vom DB-Konzern unabhängig zu machen würde keine Probleme lösen, sondern nur neue schaffen.

2 Responses


  1. Jürgen E.
    21.01.11 um 17:34

    Gewisse Eisenbahnerkreise werden es niemals begreifen, dass der integrierte Konzern gescheitert ist. Nur eine Abspaltung der Infrastruktur aus der DB Holding kann das Netz wieder auf Vordermann bringen.

    Es wäre wirklich mal interessant, was in Deutschland bei einer Volksabstimmung über die Bahn herauskommen würde.


  2. Manfred K.
    07.02.11 um 19:11

    Hallo Herr Jürgen E.

    da gebe ich ihnen Recht. Es sollte aber erst gar kein Börsengang statt finden. Die DB AG soll viel lieber umgewandelt werden, zu einen Unternehmen der öffentlichen Hand (Bund). Keine Behörde mehr. Somit sollte auch das Netz bei der DB verbleiben …

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