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Braunschweig – Streit um Prioritäten im Nahverkehr

28.01.11 (Allgemein) Autor:Max Yang

Nach einer Erklärung vom Braunschweiger Regionalpolitiker Reinhard Manlik (CDU) werde man erstmal weiterhin in Braunschweig umsteigen müssen, um in die Innenstadt zu kommen, da die Regiostadtbahn nicht kommt. Dies soll dadurch kompensiert werden, indem man schneller nach Braunschweig kommt.

Damit wird dem Verbandsdirektor Hennig Brandes (CDU) der Rücken gestärkt, der erklärt hatte, dass in der ersten Ausbaustufe der Regiobahn ab Dezember 2014 keine Zugangsstellen oder Strecken wieder in Betrieb genommen würden, sehr zur Enttäuschung von Wendeburg und Schöningen.

Damit rückt der ZGB vom Ziel ab, mit einem möglichst engmaschigen Haltestellennetz viele Orte und Ortsteile an die Schiene anzubinden, im Gegenteil sollen laut Brandes und Manlik sogar wenig genutzte Haltepunkte geschlossen werden.

Der System- und Zielwechsel wird von den Grünen stark kritisiert. Als inakzeptabel werden der Nichtausbau des Haltestellennetzes sowie Haltstreichungen von der Landtagsabgeordnete Gabriele Heinen-Kljajic bezeichnet. Mit dem Grad der Erreichbarkeit wüchse die Attraktivität des ÖPNV. Momentan sehe es danach aus, dass lediglich neue Züge eingesetzt und sonst nichts verbessert werden würde.

Der Nahverkehrsexperte des BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz), Robert Slawski, hatte die Forderung nach mehr Haltestellen und besser beschleunigenden Zügen aufgestellt und damit die Diskussion ins Rollen gebracht. Ohne ambitioniertes Konzept des ZGB drohe ein weiteres Abhängen vom Standard anderer Räume, laut Heinen-Kljajic.

Manlik sei grundsätzlich für Gleisnetzinvestitionen und mehr Umsteigeterminals, jedoch nicht bis 2014 zu realisieren. Verbandsabgeordnete Susanne Schütz (FDP) ist der Ansicht, dass der Charme bei der Regiobahn ist, dass sie schnell sei. Mit ständigen Halten könne man auch gleich Bus fahren.

Der SPD-Fraktionschef Wolfgang Schneider ist uneins über das bevorzugte Modell. Es gäbe Argumente für Schnelligkeit, aber auch dafür, möglichst viele Fahrgäste an vielen Halten aufzunehmen.

2 Responses


  1. Bodo M. Menschenfreund
    28.01.11 um 14:40

    Mal wieder wird hinlänglich klar, daß CDU-Politiker/innen grundsätzlich für den Öffentlichen Verkehr nur Lippenbekenntnisse übrig haben, vermutlich weil der ihnen grundsätzlich verdächtig ist („Kollektivverkehr!“). Interesse zeigen sie nur an dem Nutzen und Wesen des Öffentlichen Verkehrs eher abträglichen Prestigeprojekten. Neufahrzeuge? Kann man kommentarlos wieder abziehen und verkaufen, wenn sich das Medieninteresse gelegt hat …


  2. Andy Stein
    22.02.11 um 10:44

    Das kommt dabei heraus, wenn sich Autolobbyisten – Manlik ist bekanntermaßen der Vorsitzende des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt und in der Region Braunschweig hinreichend als ÖPNV-Verhinderer bekannt – um Belange des Öffentlichen Personennahverkehrs kümmern. Er ist der berüchtigte „Pickel am Hintern des ÖPNV“ der Region Braunschweig. Und dass der Braunschweiger CDU-Klüngel lieber dem bekannten Autokonzern aus der nordöstlichen Nachbarstadt an bestimmten, hinteren Stellen rein kriecht, als sich um Verbesserungen bei Bussen und Bahnen zu kümmern, kann auch niemand bestreiten. Da sind sie alle gleich: Die Manliks, Brandes, Sehrts, Müllers oder Hoffmanns dieser kleinen (Braunschweiger CDU-) Welt…

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