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Berlin: IHK fordert Ausschreibung der S-Bahn

19.01.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Angesichts der anhaltenden Probleme bei der Berliner S-Bahn fordert die Industrie- und Handelskammer (IHK) der Bundeshauptstadt, ein erstes Teilnetz möglichst kurzfristig in den Wettbewerb zu überführen. Noch im ersten Halbjahr 2011 solle die erste Ausschreibung rausgegeben werden, weil man mit einem Vorlauf von fünf Jahren rechnen müsse, um die Züge zu beschaffen.

Die IHK fordert eine Abkehr vom Rekommunalisierungsgedanken und unter anderem mehr Wettbewerb für den gesamten öffentlichen Nahverkehr.„Der Senat muss endlich handeln und jetzt die Ausschreibung der S-Bahn auf den Weg bringen“, erklärte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin Christian Wiesenhütter. „Die Überlegungen des Berliner Senats, sich nun auch an der Berliner S-Bahn als Unternehmer zu beteiligen, sehen wir mit größter Sorge.“

Die IHK schlägt vor, das gesamte S-Bahnnetz in drei Streckenbündel aufzuteilen und diese dann zeitlich gestaffelt in den Wettbewerb zu überführen. Ein landeseigener Fahrzeugpool solle den Verkehrsunternehmen die benötigten Triebzüge zur Verfügung stellen. Das kleinste Teilnetz wären die Linien S 1, S 2 und S 25. Die IHK sieht in dieser Variante einen relativ günstigen Einstieg in den Wettbewerb. Aufgrund der anspruchsvollen technischen Erfordernisse würden die dort tauglichen Fahrzeuge im ganzen Netz einsetzbar sein.

Den vom Senat angestrebten Einstieg des Landes Berlin bei der S-Bahn Berlin GmbH hält man bei der IHK für einen falschen Weg. Wiesenhütter: „Wohin das führen wird, sieht man am Beispiel BVG, die bald mit einer Milliarde Euro verschuldet sein wird. Dabei liegt das beste Beispiel einer erfolgreichen Ausschreibung direkt vor unserer Haustür: Hier ist es dem VBB im Regionalverkehr nicht nur gelungen, Arbeitsplätze zu schaffen und Qualität zu bieten, sondern zusätzlich rund fünfzig Millionen Euro jährlich für die Landeskassen einzusparen.

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