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Vergabe des E-Netz Rosenheim endgültig abgeschlossen

25.12.10 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat am 20. Dezember 2010 die Vergabe des „E-Netz Rosenheim“ offiziell abgeschlossen. Nachdem innerhalb der Einspruchsfrist kein Nachprüfungsverfahren von einem unterlegenden Bieter eingeleitet wurde, wird die Veolia Verkehr ab Dezember 2013 die Nahverkehrsleistungen zwischen München, Salzburg und Kufstein sowie im Mangfalltal mit modernen Triebzügen vom Typ FLIRT bedienen.

Bis 2025 konnte sich Deutschlands größtes private Bus- und Bahnunternehmen die Leistungen in einem europaweiten Ausschreibungsverfahren sichern. Schon seit über zwölf Jahren tritt der französische Verkehrsdienstleiter in Bayerns Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in Erscheinung. Die Bayerische Oberlandbahn (BOB) und die Bayerische Regiobahn (BRB) bedienen bereits sehr erfolgreich Nahverkehrsleistungen auf dieselbetriebenen Nebenstrecken im Freistaat.

Mit ihrem innovativen Flügelzugkonzept, das mindestens stündliche Direktverbindungen nach München bietet, konnte die BOB das Oberland aus seinem bahntechnischen Schattendasein führen. Die Fahrgastzahlen haben sich inzwischen verdreifacht. Mit dem E-Netz Rosenheim bedient Veolia erstmals zwei grenzüberschreitende Linie zwischen Deutschland und Österreich.

Die neuen Triebzüge vom Typ FLIRT werden mindestens stündlich von Kufstein und Salzburg nach München verkehren. Die Fahrzeit werden die 160 Km/h schnellen und spurstarken Triebzüge teilweise um zehn Minuten reduziert. Auch in diesem Netz hofft Heino Seeger, Regionalleiter Süd von Veolia Verkehr, mit einer deutlichen Steigerung der Fahrgastzahlen.

Das E-Netz Rosenheim umfasst folgende Linien:

  • München – Rosenheim – Traunstein – Salzburg
  • München – Rosenheim – Kufstein
  • Rosenheim – Holzkirchen – München (Mangfalltalbahn)

9 Responses

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  2. Es wird mal Zeit dass wir in Österreich endlich auch eine Bahnreform und eine Regionalisierung in die Wege leiten. Unser Personenverkehr ist sowas von herunter gekommen und unzuverlässig. Kein Wunder dass keiner mitfährt.

    Genau wie die stillegungswütige Deutsche Bundesbahn vor zwanzig Jahren legt die ÖBB heute noch Nebenstrecken still und nimmt so ganzen Regionen ihre Anbindung an den Schienenverkehr. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen sich ein Auto zulegen und den ÖPNV meiden.

    Die Bundesländer müssen endlich, wie in Deutschland, die Verantwortung für den Nahverkehr übernehmen und die Leistungen im Wettbewerb vergeben. Nur so kann man den Rückzug der Bahn aus der Fläche verhindern und wieder mehr Menschen auf die Schiene bringen.

    Außerdem gehören die Transporttätigkeiten der ÖBB privatisiert, da die Bahn für den Bund zur Zeit ein unkontrolierbares Haushaltsrisiko darstellt. Anders als bei den Deutschen sollte der Staat über eine eigenständige Gesellschaft die Kontrolle über das Netz behalten und aktiv in der Gestaltung des Fernverkehrs eingreifen.

    Ich freue mich schon, wenn Veolia mit mordenen FLIRTs ab 2013 nach Salzburg fährt.

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  5. Bei aller Liebe lieber Nachbar. Aber haben sie auch mal darüber nachgedacht wieviele Jobs bei der ÖBB dann verloren gehen würden?
    Das ist bei der DB auch passiert.

  6. na und? Soll sich der Modal Split immer weiter in Richtung motorisierter Individualverkehr verschieben nur damit ein paar Arbeitnehmer paradisische Zustände erleben wollen.

    Wenn das Bahnsystem aufgrund seiner geringen Attraktivität immer weiter zusammen gestampft wird, haben die Arbeitnehmer auf lange Sicht auch keinen Nutzen davon.


  7. Jürgen E.
    26.12.10 um 20:34

    Bei aller Liebe lieber Nachbar. Aber haben sie auch mal darüber nachgedacht wieviele Jobs bei der ÖBB dann verloren gehen würden?

    Es werden neue Jobs geschaffen. Noch kann kein EVU einen vollautomatischen Betrieb realisieren. Aber in nicht allzu ferner Zukunft werden Triebfahrzeugführer nur noch Aufsichtsfunktionen haben. Viel mehr bleibt ihnen auch heute schon nicht.

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  9. Diese Diskussion erinnert mich doch stark an das England der 60er (oder 70er?), als die Gewerkschaft doch tatsächlich mit der Staatsbahn vereinbart hatte, dass die durch E- und Dieselloks aufgabenlos gewordenen Heizer weiterhin ihren Lohn bekommen, dafür aber nichtstuend neben dem Lokführer sitzend mitfahren mussten.

    Jammert heute noch jemand über die Arbeitslosigkeit der Heizer? Wenn heute keine Lokführer mehr gebraucht werden würden, gäbe es eben kurzzeitig mehr Fahrkartenkontrolleure und Eisverkäufer, langfristig würde das aber wie bei den Heizern als Resultat des technischen Fortschritts akzeptiert werden.

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