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VBB verlässt den VDV

30.12.10 (Berlin, Brandenburg, Verkehrspolitik) Autor:Stefan Hennigfeld

Nachdem mit Abellio in der jüngsten Vergangenheit bereits ein „dicker Fisch“ seinen Austritt aus dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) angekündigt hat, wird es nun auch der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg tun. Das bestätigte der größte Aufgabenträger Ostdeutschlands der Zeitschrift Rail Business. VBB-Chef Franz kritisierte die sehr schlechte Zusammenarbeit zwischen Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen.

Zwar seien eine „vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit“ zwischen den Marktspielern eine wichtige Voraussetzung für guten ÖPNV, jedoch sorge der VDV gerade nicht für eine Gesprächsatmosphäre auf Augenhöhe. Statt dessen seien es die Verkehrsunternehmen, auf deren Interessen sich der Lobbyverband konzentriere – und auf deren Seite er sich bei Konflikten stelle.

Der größte Beitragszahler im VDV ist die Deutsche Bahn. Das Sagen haben allerdings die großen kommunalen Verkehrsunternehmen. Aus diesem Grund hat auch Abellio angekündigt, den VDV zu verlassen und die Unternehmensinteressen ausschließlich von Mofair vertreten zu lassen. Die Tochtergesellschaft der niederländischen Staatseisenbahn kritisierte den Verband dafür, dass er für Marktabschottung zugunsten eingesessener Marktspieler stehe und nicht für fairen Chancen für alle.

Hinweis der Redaktion: Nachdem wir ursprünglich berichteten, Abellio sei aus dem VDV ausgetreten, erreichte uns der Hinweis des VDV-Pressechefs Lars Wagner, dass Abellio nach wie vor Mitglied des Verbandes ist. Der Austritt wurde daher offensichtlich lediglich angekündigt. Mittlerweile bestätigte das Essener Unternehmen, dass es VDV-Mitglied ist und auch bleiben wird.

Ein Kommentar

  1. Die Aufgabenträgersparte im VDV ist doch nichts als ein Feigenblatt, mit dem die kommunalen Verkehrsunternehmen die Durchsetzung ihre Interessen zu verschleieren versuchen. Endlich hat es mal einer der Aufgabenträger auf den Punkt gebracht. Andere werden sicher folgen. Nicht zuletzt wegen unüberbrückbarer Meinungsverschiedenheiten hat die Aufgabenträgersparte zur Novelle des Personenbeförderungsgesetzes eine eigene Position veröffentlicht, die der Beschlussfassung der höchsten Verbandgremien widerspricht. Wenn sich Mitglieder gegen die Verbandsinteressen handeln, müssten sie ausgeschlossen werden. Aber dazu reicht die Kraft nicht.

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