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VBB schreibt „Netz Nord-Süd“ aus

24.12.10 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat heute im europäischen Amtsblatt die Ausschreibung für das „Netz Nord-Süd“ veröffentlicht. In einem Verhandlungsverfahren werden die beiden durch Berlin in Nord-Süd Richtung verlaufenen Linien RE 3 und RE 5 getrennt in zwei verschiedenen Losen vergeben. Beide Lose haben zusammen mit allen möglichen Optionen ein Verkehrsvolumen von 10,5 Millionen Zugkilometern pro Jahr.

Die Linien RE 3 und RE 5 reichen von Stralsund, Rostock und Schwedt nach Elsterwerda, Falkenberg und Lutherstadt Wittenberg. Sie durchqueren dabei die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt.

Die beiden Lose enthalten zusätzlich verschiedene Optionen. Bei der Linie RE 3 sind optional zusätzliche Fahrten an Wochenenden und Feiertagen gefordert. Beide Lose enthalten Optionen für die Ausweitung der Kapazität in den eingesetzten Zügen. Außerdem wird in beiden Losen eine Option für die Verdichtung zum Stundentakt der heute nur im Zweistundentakt bedienten Abschnitte Stralsund – Angermund und Neustrelitz – Rostock gefordert.

Der Betrieb ist in zwei verschiedene Betriebsstufen unterteilt. Die erst Betriebsstufe sieht die heutige Linienführung vor. In einer zweiten Betriebsstufe sollen die Linienäste südlich von Berlin getauscht werden. Die Linien RE 5 verkehrt dann von Rostock bzw. Stralsund nach Elsterwerda. Die Linie RE 3 von Stralsund bzw. Schwedt nach Lutherstadt Wittenberg bzw. Falkenberg.

Die Ausschreibung umfasst folgende Linien:

Los 1, Ende 2014 – Ende 2026, 4,1 Mio. Zkm pro Jahr, Option 0,8 Mio. Zkm pro Jahr

  • RE 3 Stralsund – Berlin – Elsterwerda
  • RE 3 Schwedt (Oder) – Berlin – Elsterwerda

Los 2, Ende 2014 – Ende 2026, 5,2 Mio. Zkm pro Jahr, Option 0,4 Mio. Zkm pro Jahr

  • RE 5 Stralsund – Neustrelitz – Berlin – Jüterbog – Falkenberg (Elster);
  • RE 5 Rostock – Neustrelitz – Berlin – Jüterbog – Lutherstadt Wittenberg

18 Responses


  1. dbfan 2011
    24.12.10 um 14:48

    Zu `Geplagter Fahrgast´:
    Wer soll denn „gewinnen“?


  2. Geplagter Fahrgast
    24.12.10 um 14:59

    Ich hoffe die ODEG. Die schaffen es, sich die streikwütigen Gewerkschaften vom Hals zu halten. Außerdem zahlen die Löhne, die den Anlerntätigkeiten wie Fahrer, die nicht lenken müssen oder Fahrkartenabreißer angemessen sind. Die Allgemeinheit spart dann Geld. Das Personal bei der DB hat nur noch Streik, Betriebsrat und Gewerkschaft im Kopf. Die Privatbahnen bringen ihre Leute zu etwas, das DB’lern völlig fremd ist: Leistung.


  3. dbfan 2011
    24.12.10 um 15:06

    Bei der Deutschen Bahn gibt es angemessenere Löhne als bei vielen anderen Privatbahnen. Auch die Arbeitsbedingungen sind oft besser!


  4. Dipl.-Ing.
    24.12.10 um 15:10

    Ein Tochterunternehmen der Veolia Verkehr fände ich gut. Durch den InterConnex kennen die ja schon einen großen Teil des RE 5. Die Wagen die dort und bei der Nord-Ostseebahn zum Einsatz kommen sind so ziemlich das bequemste was derzeit im Personenverkehr auf der Schiene in Deutschland rollt. Die Veolia Tochterunternehmen habe ich bisher alle samt als sehr hochwertig empfunden. Die kümmern sich wirklich um ihre Fahrgäste und bieten einen sehr guten Service.

  5. @dbfan 2011
    Die Gewerkschaften jammern zwar immer über die bösen Privaten rum aber wenn man dann mal ne Anfrage stellt und genaue Zahlen haben möchte, mit Zulagen und allem was dazu gehört anfordert, kommt keine Antwort. Keine Antwort ist für mich auch eine Antwort.


  6. Beamtenhasser
    24.12.10 um 15:25

    Die Löhne im Einsenbahnwesen sind aus einer Monopolsituation heraus entstanden und müssen jetzt wieder aktiv gesenkt werden, um den Verkehrsträger Bahn wirtschaftlich und damit zukunftsfähig zu machen.


  7. Geplagter Fahrgast
    24.12.10 um 15:27

    Richtig! Und das notfalls auch per Gesetz. Gegen die Gewerkschaften muss man sich wehren! Auf der einen Seite muss die Automatisierung vorangetrieben werden und auf der anderen Seite müssen viele Eisenbahner durch 1€-Jobber ersetzt werden. Da man in der Regel keine Ausbildung oder ähnliches braucht, z.B. um Fahrscheine abzureißen oder Züge zu putzen, muß man die DB-Mitarbeiter entlassen. Nach nur einem Jahr kann man sie in der Regel wieder über die Arge zwangsverpflichten.


  8. Stefan Hennigfeld
    24.12.10 um 15:32

    Vieles was hier steht ist wirklich … naja. Aber Sven, zu Dir

    Die Gewerkschaften jammern zwar immer über die bösen Privaten rum aber wenn man dann mal ne Anfrage stellt und genaue Zahlen haben möchte, mit Zulagen und allem was dazu gehört anfordert, kommt keine Antwort. Keine Antwort ist für mich auch eine Antwort.

    Laß mich das anhand eines Beispiels belegen: Es gab vor ein paar Jahren einen GDL-Aushang, der die Zahlung nach LfTV für Triebfahrzeugführer der Westfalenbahn forderte. Okay – so weit, so gut. Ich habe dann die GDL angemailt, was die WFB-Tf denn jetzt verdienen. Keine Antwort.

    Drei Wochen später war ich anläßlich einer Pressekonferenz bei der Westfalenbahn und ich habe das Thema da zur Sprache gebracht. Natürlich kannten die den GDL-Aushang und Geschäftsführer Rainer Blüm sagte mir, daß die WFB-Tf am oberen Ende der Skala verdienen und alles in allem, auch wenn es sich anders berechnen mag, nicht mit weniger Geld nach Hause gehen als ein DB-Tf.

    Das ließ die GDL dann eben auch unwidersprochen. Wie Du sagst: Keine Antwort ist auch ne Antwort.

  9. @ geplanter fahrgast
    ich weiß nicht was du führ ein wut auf die eisenbahnher hast, ist mir persönlich auch egal… weil, ich mir vorstellen kann, dass auch keiner mit dir was zu tun haben möchte.
    und des weiteren wenn wir die Gewerkschaften nicht hätten dann dürftest auch du arbeiten wie ein ochse…
    es mag zwar nicht schon sein wie malch ein eisenbahner mit den fahrgästen umgeht, aber eins kannst du glauben, Wie man in den Wald schreit, so schallt es wieder heraus. also wenn du schon mies drauf bist, denkst du die eisenbahnher werden versuchen mit dir auskommen wollen, nein. also seit nett zueinander.
    frohe weihnachten.


  10. Stefan Hennigfeld
    24.12.10 um 16:03

    @ Egal

    Vielleicht haben bestimmte Leute ihr Ziel schon erreicht, wenn Du dich ernsthaft ärgerst. Lassen wir das außen vor kommen wir zu dem Problem, das Sven und ich schon angesprochen haben: Immer, wenn man konkret nachfragt, was die Leute denn tatsächlich verdienen, gibt es keine oder ausweichende Antworten. Was wir wissen ist daß die Zugbegleiter bei der ODEG 7,44 Euro in der Stunde kriegen. Übrigens ist das auch ein Tariflohn, der von Gewerkschaften unterschrieben worden ist. Da stell ich mir zuerst mal die Frage, was das für Gewerkschaftsfunktionäre sind, die solche Tarifverträge unterschreiben.

    Aber, um beim Beispiel Westfalenbahn zu bleiben, wenn von den Gewerkschaften da außer plakativen Aushängen nichts kommt, dann hat man nur das, was die Arbeitgeberseite sagt. Aktuell ist die Nordwestbahn, Teil des großen Veolia-Konzerns, von Mobifair mit einem Sozialzertifikat ausgezeichnet worden. Mobifair ist eine der EVG nahestehende Organisation. Offensichtlich sind Behauptungen, bei den Privatbahnen würde per se schlecht gezahlt, eher ein Versuch, Stimmung gegen den Wettbewerb an sich zu machen. Wenn dann noch immer wieder suggeriert wird, der Wechsel von der DB zu einer Privatbahn käme einem sozialen Abstieg gleich, dann frage ich mich schon, worum es hier wirklich geht.

    Eins ist jedenfalls sicher: Die Abbestellungen, die auf die Direktvergaben im VRR folgen beweisen, daß „kein Wettbewerb“ die Arbeitsverhältnisse der Eisenbahner nicht sichert. Die Deutsche Bundesbahn hat mit ihrer Stillegungspolitik einen nachhaltigen Schaden angerichtet. Auf die Frage, was die Behördenbahn nach einer Stillegung mit den Leuten gemacht hat, hat mir leider auch noch nie jemand geantwortet.


  11. Sascha Jansen
    24.12.10 um 17:07

    Die „guten Gewerkschaften“… gut dass man sich die vom Hals halten kann. Ich war DB-Azubi und die GdL so arrogant wie die waren, von „wegen sei erstmal Lokführer, dann komm wieder“…. Oder was machen diese tollen Gewerkschaften für Leute die in Behindertenwerkstätten arbeiten, die weniger verdienen, als jemand im Knast…

    Wird Zeit dass der Monopolist zerschlagen wird.

    1985 kam in einem Werbefilm der damaligen Deutschen Bundesbahn eine Ansage, „ach wie schön wäre es, wenn Länder den Nahverkehr bedarfsgerecht bestellen könnten…“…

    Früher wollte die DB keine „heiße Luft“ transportieren, heute wo die Länder kräftig für den NV zahlen, heult die DB, wenn sie Ausschreibungen verliert….

    Verkehrte Welt….

  12. Ich hoffe nur, dass sich der VBB Gedanken über den zukünftigen Fahrzeugeinsatz dort gemacht hat und sich auf nichts anderes als Dostos einlässt. Nämlich wenn demnächst auf den beiden im Berufsverkehr nicht gerade gering ausgelasteten Nord-Süd-Verbindungen und vorallem Verbindungen zur Ostsee auch noch die E-Talente tummeln sollen, na dann Prost.


  13. Stefan Hennigfeld
    25.12.10 um 12:17

    @ Sascha

    Oder was machen diese tollen Gewerkschaften für Leute die in Behindertenwerkstätten arbeiten, die weniger verdienen, als jemand im Knast…

    Gewerkschaften haben auch deshalb kein Interesse daran, sich für die Belange von Menschen in Behindertenwerkstätten einzusetzen, weil die keine Beiträge zahlen. Wieso sollte sich ein Gewerkschaftsfunktionär um Leute kümmern, die kein Geld in die Kasse bringen? Letztlich sind Gewerkschaften Wirtschaftsunternehmen wie alle anderen auch und so handeln sie. Es gibt da positive Ausnahmen, aber das sind dann auch die Leute, die in den Gewerkschaften nicht weit kommen.


  14. Sascha Jansen
    25.12.10 um 14:11

    Das habe ich erlebt. Die Jugendauszubildendenvertreter haben ihre Übernahme nach der Ausbildung in der Tasche, weil sie in der Gewerkschaft sind. Ob mit 4 oder mit 1 bestanden. Das erzählen sie einem natürlich nicht…

    Ebenso die Spielchen im Personalrat, wenn es um Beförderungen geht….

    Na ja, mad world…

    Schöne Weihnachten.


  15. S-Bahn-Orakel
    25.12.10 um 14:31

    Sorry, dass ich die Beiträge nur quergelesen habe.

    Also zum Ersten: Ich möchte unter den derzeitigen Umständen NICHT bei der DB AG arbeiten. Weder für 10 noch für 20 € die Stunde.
    Zum Zweiten: Auch ich hoffe, dass die DB verliert. Nicht, weil das zu Lasten ihrer Beschäftigten ginge, sondern weil auch das Brandenburger DB-Netz auf dem „üblichen Wege“ vergeben wurde. Der Sachbearbeiter im Ministerium vergab ohne Ausschreibung an die DB, die ihn dafür (besser bezahlt) übernommen hat. Die Folgen baden seitdem die Fahrgäste täglich aus.
    Zum Dritten: Das hier ist ein Verkehrsforum. Wer noch Rechnungen mit den Gewerkschaften offen hat, soll die doch bitte in deren Foren ausmachen. Das gilt auch, wenn ich einige geäußerte Ansichten teile bzw. ihre Entstehung nachvollziehen kann.
    Und zuletzt: Wahrscheinlich hat sogar die Deutsche Bahn AG mittlerweile gemerkt, dass sie so wie bisher nicht mehr weiter machen kann. Da sollte man ihr keinesfalls einen neuen Feind präsentieren, gegen den sie schießen kann. Das vorhandene Elend ist von Aufsichtsrat und Geschäftsleitung angerichtet, nicht von den Gewerkschaften. Dann sollen auch diese mal den Hintern bewegen, um es zum besseren zu wenden.


  16. Jürgen E.
    25.12.10 um 14:53

    @ S-Bahn Orakel

    Das vorhandene Elend ist von Aufsichtsrat und Geschäftsleitung angerichtet, nicht von den Gewerkschaften.

    Die Gewerkschaften mischen im Aufsichtsrat kräftig mit. Im Konzernbetriebsrat sind dies:

    Alexander Kirchner*
    Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates
    Vorsitzender der TRANSNET Gewerkschaft

    Jörg Hensel*
    Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates
    DB Schenker Rail Deutschland AG
    Vorsitzender des Spartenbetriebsrats
    DB Mobility Logistics AG

    Klaus Dieter Hommel*
    Bundesvorsitzender der
    Verkehrsgewerkschaft GDBA

    Günter Kirchheim*
    Vorsitzender des Konzernbetriebsrates DB AG
    Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates DB Netz AG

    Helmut Kleindienst*
    Spartenbetriebsratsvorsitzender
    Geschäftsfeld Dienstleistungen
    Betriebsratsvorsitzender
    DB Dienstleistungen GmbH

    Vitus Miller*
    Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates
    Regio/Stadtverkehr

    Mario Reiß*
    Mitglied des Betriebsrates
    DB Schenker Rail Deutschland AG
    NL Süd-Ost

    Regina Rusch-Ziemba*
    Stv. Vorsitzende TRANSNET Gewerkschaft GdED

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