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VBB-Chef sieht integrierten Bahnkonzern als Problem

20.12.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Die DB zeigt schlechte Leistungen in und um BerlinHans-Werner Franz, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg, sparte angesichts der aktuellen Krise im Berliner Nahverkehr nicht an Kritik. Er sieht den integrierten Bahnkonzern als eine der Hauptursachen für das neuerliche Winterchaos, das die Bundeshauptstadt seit einigen Wochen wieder im Griff hat. Die Bahn bedauert die Situation – und verspricht Besserung. Die Fahrgäste frieren und warten, wenn sie nicht mit dem Auto fahren.

Franz: „Der rigorose Sparkurs hat das Unternehmen in die Sackgasse fahren lassen. Einen Ausweg aus der hausgemachten Krise findet es seit fast zwei Jahren nicht. Der integrierte Bahnkonzern mit seinen Töchtern S-Bahn Berlin GmbH und DB Netz AG ist offenbar nicht mehr in der Lage, das S-Bahn-System in Berlin zufriedenstellend zu betreiben. Die immer noch wirkende Börsenstory der DB AG muss durch die Politik endgültig gestoppt werden. Klasse statt Kasse muss es wieder bei der S-Bahn heißen! “

Peter Buchner, Sprecher der Geschäftsführung bei der S-Bahn Berlin, versucht die Sache zu erklären: „Wir tun alles, um den Fahrplan wieder zu stabilisieren und zu verbessern. Leider müssen wir feststellen, dass uns die derzeitige Witterung immer wieder Antriebsstörungen beschert. So sind seit dem 1. Dezember bisher rund 440 Antriebsstörungen an Elektronik und Fahrmotoren aufgetreten, von denen wir bisher 353 abarbeiten konnten. Rund 100 Fahrmotoren wurden in diesem Zeitraum getauscht.“

Auch beim Regionalverkehr jenseits des S-Bahnsystems ist man beim VBB sehr unzufrieden. So lag die Pünktlichkeitsquote aller Eisenbahnverkehrsunternehmen im Verbundgebiet bei etwa neunzig Prozent, während die DB Regio auf nur 87% kommt – und da sind Winter- und Herbstprobleme noch gar nicht mit eingerechnet.

Bild: Deutsche Bahn AG

Ein Kommentar


  1. Hanko Schwabe
    30.12.10 um 21:15

    Seit auf der Strecke Königs Wusterhausen – Lübbenau (einjährige Streckensperrung wegen Bauarbeiten) keine Züge mehr fahren, sondern Ersatzverkehr mit Bussen stattfindet, gibt es seit langem endlich wieder einen pünktlichen Verkehr. Es kommt jetzt sogar vor, dass der Ersatzverkehr den Endhaltepunkt früher erreicht, als eingeplant.
    Wenn man den Fahrplan nicht mit der heissen Nadel strickt sondern auch etwas Luft lässt, dann kann man auch pünktlich fahren. Schade dass es auf der Schiene nicht zu funktionieren scheint…

    Ein Lob an die Kraftfahrer und Unternehmer des Ersatzverkehrs.

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