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Trenitalia übernimmt ARRIVA Deutschland

07.12.10 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung hat die Italienische Staatsbahn Trenitalia in einem Konsortium mit dem luxemburgischen Infrastruktur-fonds Cube das Rennen um die Deutschland-Aktivitäten des Transportdienstleisters Arriva erfolgreich bestritten. Trenitalia soll in der letzten Runde das höchste Gebot vorgelegt haben und so die Entscheidung um den Verkauf für sich entschieden haben.

Neben dem Konsortium aus Trenitalia und Cube war zuletzt nur noch ein weiteres Konsortium im Rennen. Darin boten der französische Verkehrsdienstleister Veolia und der Fonds Antin der BNP Paribas.

Ende August diesen Jahres hatte die Deutsche Bahn die Aktivitäten von Arriva übernommen, aus kartellrechtlichen Gründen muss die Deutsche Bahn bis Ende des Jahres die deutschen Arriva Aktivitäten veräußern. Neben dem Schienenpersonennahverkehr werden auch die Bereiche Bus- und Güterverkehr veräußert. Am Mittwoch soll der Verkauf durch den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn abgesegnet werden.

6 Responses

  1. Pingback: Italienische Staatsbahn kauft Bahn-Tochter Arriva – STERN.DE | Hasen Chat Wirtschaft

  2. Ich bin dieses Jahr im Rahmen meines Urlaubs auf fünf Fahrten in den „Genuss“ der italienischen Regionalverkehrs (~RE) der Trenitalia gekommen: Die Züge sind technisch total veraltet, die Toiletten eine Zumutung, die Sauberkeit okay (bei manchem 628er der DB fühle ich mich aber noch weniger wohl). Positiv überrascht haben mich die Bahnhöfe, die sich im Großen und Ganzen nicht hinter deutschen Bahnhöfen zu verstecken brauchen.

    Auf die Deutschland-Aktiväten wird das aber (zum Glück) keinen Einfluss haben.

  3. Ich finde das dass nicht stimmt was mann über der italienischen Staatsbahn/ Trenitalia sagt!

    Die Züge sind genau so gut wie die der Deutsche Bahn AG, wenn nicht besser, schaut mann sich an was die italiener in den letzten Jahren an Hochgeschwindigkeitstrecken gebaut haben,. mehr als 1000 Km, da können die deutschen nicht mithalten, zudem ist der verkauf von Arriva an die Trenitalia genau das richtige. Arriva kann nur profitieren mit Trenitalia.

  4. Man sollte den Fernverkehr nicht überbewehrten, weil in diesem Sektor nur ein sehr kleiner Marktanteil befördert wird. Er wird häufig als Prestigewert viel zu wichtig genommen, obwohl ein Großteil der Bevölkerung eher regelmäßig den Nahverkehr benutzt und der ist in Italien nicht gerade sehr hochwertig.

  5. Dass der Nahverkehr in Italien „nicht gerade sehr hochwertig“ ist: dem kann man wohl nicht widersprechen. Allerdings wo ist er es? ;-) Vielleicht in Luxembourg und in Teilen der Schweiz. Was DB Regio in der Regel anbietet, kann in den meisten Fällen wohl auch kaum als „sehr hochwertig“ bezeichnet werden ;-). Dafür ist aber das „Drumherum“ an italienischen Bahnhöfen meistens wirklich hochwertig und schön. Viele – auch kleinere Bahnhöfe – sind noch mit Personal besetzt, Toiletten sind geöffnet, kleine Gärten an den Bahnsteigen werden gepflegt, eine Bar mit Espresso und Brioche eigentlich immer nur wenige Schritte entfernt etc. und ein solider ALn 668 mit Fenstern, die sich öffnen lassen, ist mir immer noch lieber als ein 644er bei dem oftmals irgendwas ohnehin defekt ist. Sicherlich hat Service und Qualität bei den italienischen Bahnen in den letzten 30 Jahren auch abgenommen, die „Infrastruktur“ ist aber immer noch besser bzw. Fahrgast-orientierter als in deutschen Landen. Okay, wie auch immer: „Arriva“ wird unter Führung der FS natürlich keine „italienischen Verhältnisse“ in Deutschland schaffen – weder im negativen noch im positiven Sinne.

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