Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

Noch drei Tage bis zum Start des neuen Main-Sieg-Express

09.12.10 (Hessen, NWL) Autor:Jürgen Eikelberg

Noch drei Tage, dann ist es soweit: Die Hessische Landesbahn übernimmt den Betrieb auf dem Main-Sieg-Express zwischen Siegen und Frankfurt am Main. Moderne Triebzüge vom Typ Stadler FLIRT werden die Qualität stark verbessern. In Siegen bestehen Anschlüsse Richtung Ruhrgebiet sowie Richtung Köln und Aachen, von Gießen aus geht es problemlos nach Kassel weiter. In Friedberg (Hessen) kann man bequem in die S-Bahn Rhein-Main umsteigen. 

Die Linie wurde EU-weit durch den Rhein-Main Verkehrsverbund (RMV) als Aufgabenträger ausgeschrieben. Die HLB konnte sich mit dem wirtschaftlichsten Angebot durchsetzen. RMV-Geschäftsführer Knut Ringat: „Um für unsere Fahrgäste die Qualität zu erhöhen, nutzen wir im RMV die Ausschreibungen, um die Fahrpläne zu verbessern und den Fahrkomfort zu erhöhen.“

Zwischen Siegen und FFM wird die neue Linie im verlässlichen Zweistundentakt fahren. Von Siegen nach Gießen wird sie bis auf einige Lücken am Wochenende zum Stundentakt verdichtet. Das ist notwendig, weil dieser Abschnitt des Rhein-Sieg-Express künftig wegfallen wird. Und das ist auch der größte Nachteil: Die fehlende Durchbindung zwischen Gießen, Siegen, Köln und Aachen.

Eine Anpassung der Fahrzeiten im Minutenbereich sorgt dafür, dass die Züge zwischen Gießen und Frankfurt um eine Stunde versetzt in der Fahrplanlage des RegionalExpress Kassel – Frankfurt verkehren, so werden neue Anschlüsse im Knoten Friedberg erreicht. Der Zug nach Hanau wird am Wochenende in seiner Fahrplanlage so verlegt, dass kein Anschluss zwischen den beiden Linien besteht.

Der Übergang aus und in Richtung Köln wird am Siegener Hauptbahnhof zwar bahnsteiggleich erfolgen, jedoch nur vier Minuten betragen. Der Anschluss könnte daher im Störungsfall sehr wackelig werden. Damit will der Kölner Aufgabenträger NVR verhindern, dass sich Störungen aus Nordhessen und Rhein-Main bis in den Großraum Köln bemerkbar machen.

Die Stadler FLIRT verfügen über eine komfortable Innenausstattung mit Klimaanlage, Steckdosen und bequemen Sitzen verfügen. In den großzügigen Mehrzweckbereichen finden Rollstuhlfahrer, Fahrräder und Kinderwagen bequem Platz. Außerdem sind die Züge auch auf die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Fahrgäste ausgelegt.

10 Responses


  1. Robert Grimmell
    09.12.10 um 09:49

    Man beachte: der Übergang erfolgt „bahnsteiggleich“. Das heißt NICHT am Gleis gegenüber und man muss nur einmal quer über den Bahnsteig gehen, um den Anschlusszug zu erreichen.

    Die HLB fährt von Gleis 3, der RSX von Gleis 54. Da sind im ungünstigsten Fall schonmal 300 m Fussweg zurückzulegen. Und das u.U. mit Gepäck…

    Ich halte die vier Minuten Übergang für sehr ambitioniert.


  2. Clemens Kistinger
    10.12.10 um 14:06

    Bei mir wird er angezeigt. Bitte auch prüfen, ob nicht eine Firewall oder ähnliches Facebook-Seiten(Buttons) blockiert ;)

  3. Zitat: „Damit will der Kölner Aufgabenträger NVR verhindern, dass sich Störungen aus Nordhessen und Rhein-Main bis in den Großraum Köln bemerkbar machen“.

    Wer die Stecke mit der DB von Gießen über Siegen nach Köln schon öfters gefahren ist weiß, dass „Verspätungen im Betriebsablauf“ keine Seltenheit waren.
    Ich bin mal gespannt, wann es die ersten Beschwerden gibt, denn wenn man seinen Anschluß verpasst, kann man 1 Stunde warten !

    Wie schon war es, als es noch die dt. Bundesbahn gab. Was man heute macht, ist ein Rückfall in die (bahnstechnische) Kleinstaaterei.


  4. Clemens Kistinger
    13.12.10 um 14:50

    Die Beschwerden scheint es schon jetzt zu geben und zurzeit ist unklar, wie genau die Absprache für Siegen aussieht. Laut diversen Informationen ist ein Abwarten von wenigen Minuten wohl beabsichtigt, aber scheint nicht zu funktionieren… Ich habe hierzu eine Anfrage gestellt und warte auf die Antwort…

  5. Zitat:
    Für Professor Knut Ringat (Vorstand Rhein-Main-Verkehrsverbund) sind die neuen Verbindungen ein großer Fortschritt für die Region.
    (http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten/9719496.htm)

    Das mag ja für die Relation Siegen-Wetzlar-Gießen-Ffm gelten, aber für Mittelhessen bedeutet der Umstieg in Siegen einen klaren Rückschritt.
    Der Wegfall der IR-Verbindung „Norderney“ im Jahr 2001 war schon ein harter Schnitt, aber wenn man heute nicht einmal mehr mit Nahverkehrszügen vernünftig in eine Metropole wie Köln reisen kann, bedeutet es (bahntechnisch) den Anfang vom Ende für Mittelhessen.


  6. Beamtenhasser
    13.12.10 um 22:37

    Bei der Bundesbahn hätte man ganz schnell einen ungefähren Vierstundentakt und in wenigen Jahren die Stillegung aller Strecken um Siegen. Ist die Bundesbahn nicht schön dann kann man gar keinen Anschluss in Siegen mehr verpassen.

  7. Es funktioniert nicht mit dem Umsteigen! Gestern sind wir um 07:09 Uhr, d.h. 4 Minuten zu spät aus Gießen in Siegen eingetroffen und der RE, der um 07:09 Uhr abfährt, hat nicht mal eine Minute auf die HLB gewartet! Wir, alles Berufstätige und Studenten, die nach Köln oder Aachen wollten, haben den Zug sogar noch abfahren gesehen!
    Als wir dann um 08:09 Uhr mit dem nächsten RE weitergefahren sind, hat der RE sogar 3 Minuten auf den Zug aus Bad Berleburg gewartet, aber nicht auf die HLB aus Gießen, die noch eine Minute später dran war. Auch hier haben wir noch die laufenden Gäste dem Zug hinterher rennen sehen. Es ist eine absolute Zumutung. Konnte man vorher um die frühe Zeit ein wenig schlafen, hat man jetzt mit Gepäck und umsteigen zu teueren Preisen nur Aufregung, vor allem, wenn es nicht funktioniert! Es ist ein Rückschritt, wenn die Bahnen, wie in unserem Fall gestern, nicht mehr miteinander kommunizieren und es ist ein Rückschritt, wenn man Städte nicht mehr direkt erreicht! Es fühlt sich auch keiner verantwortlich. Da ich erst um 10 Uhr statt um 09 Uhr völlig übermüdet an der Arbeit angekommen bin, ist diese Bahnstrecke keine Option mehr für mich, wenn der Fahrplan nicht geändert wird!


  8. Stefan Hennigfeld
    14.12.10 um 16:42

    Es ist wohl in der Tat davon auszugehen, daß die jetzige Situation, gerade der knappe Umstieg in Siegen, der ja allenfalls im weitesten Sinne bahnsteiggleich ist, tendentiell das Verkehrsaufkommen auf der A4 erhöhen wird.

  9. Zitat (Volker Hannig, Teilnetzmanager DB Regio Rheinland):

    Dann könnte man vielleicht sogar die Ankunfts- und Abfahrtszeiten in Siegen so ändern, dass mehr Luft zum Umsteigen bleibt. Das sei im Moment nicht ohne weiteres möglich, weil es einige eingleisige Abschnitte gibt, auf denen sich keine Züge begegnen müssen.

    (http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-In-Siegen-muessen-viele-Zugnutzer-lange-warten-_arid,227029_regid,1_puid,1_pageid,113.html)

    Warum es diese 2 und 3 km langen eingleisigen Abschnitte auch 65 J. nach Kriegsende immer noch gibt (wie übrigens auf der Lahntalbahn auch), kann wirklich kein Mensch verstehen.
    Statt 4-5 Milliarden in S21 zu stecken, wären einige 10 Mio. € in die Wiederherstellung der Zweigleisigkeit der o.g. Stecken eine wesentlich sinnvollere Investition.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.