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Morgen kommt der Eurobahn-Sprinter

11.12.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Weil der Fernverkehr auf der Mitte-Deutschland-Verbindung, insbesondere zwischen Kassel und dem Ruhrgebiet, in den letzten Jahren immer weniger geworden ist, haben die drei Besteller NVV, NWL und VRR reagiert: Zum morgigen Fahrplanwechsel wird der Eurobahn-Sprinter eingeführt, der Dortmund und Kassel zur Tagesrandlage in etwas mehr als zwei Stunden verbindet und damit wichtige Anschlüsse an Frühzüge des Fernverkehrs sichert.

Mit einer Fahrtzeit von nur zwei Stunden und fünf Minuten ist der neue Nahverkehrszug damit schneller, als der Fernverkehr es von Dortmund nach Kassel je gewesen ist. Der Frühzug verlässt Dortmund montags bis freitags um 4:50 und erreicht Kassel-Wilhelmshöhe um 6:55 – er ist damit noch vor sieben Uhr in der nordhessischen Großstadt und sichert viele Anschlüsse an den Fernverkehr, u.a. nach Frankfurt am Main und München.

Auch abends gibt es einen solchen Sprinter, allerdings in umgekehrter Richtung, der sogar am Wochenende verkehrt. Er verlässt Kassel-Wilhelmshöhe um 21:02, braucht aber aufgrund der zusätzlichen Halte in Salzkotten, Geseke, Bad Sassendorf und Welver etwas länger als der Frühzug. Der Spätzug erreicht Dortmund um 23:21. Der Zug bietet zudem einen gesicherten Anschluss, denn er wartet im Störungsfall auf verspätete Fernzüge.

Ziel dieses Zuges ist es, die Hellwegregion besser an den Fernverkehr anzuschließen. Er gewährleistet eine verlässliche Verbindung an den Eisenbahnknoten Kassel-Wilhelmshöhe. Von dort aus kann man z.B. vor neun Uhr in Frankfurt am Main und gegen 11 Uhr in München sein.

Burkhard Bastisch, Geschäftsführer beim Zweckverband SPNV Ruhr-Lippe (ZRL), erläutert den dahinter stehenden Gedanken: „Mit dem neuen RE-Konzept im Raum Paderborn – Lippstadt – Hamm – Dortmund und dem neuen Sprinterkonzept mit den Eurobahn-Zügen haben wir in unserem Raum ein sehr attraktives Fahrtenangebot, welches bessere Verbindungen in Richtung Westen, Osten und Süden bietet.“

6 Responses


  1. F.Bachmann
    11.12.10 um 11:25

    Immerin färht was auf dieser Achse, auch wenn ich mir ein täglichen zweistundentakt auf RE Basis zwischen Hamm und Kassel gewünscht hätte.

  2. Fährt man mit der Eurobahn von Dortmund nach Kassel-Wilhelmshöhe und von dort aus weiter nach Frankfurt, spart man im Vergleich zur reinen ICE-Alternative über Köln gerade mal zwei Euro. Und schneller ist es auch nicht:
    • Dortmund ab 5:02, Frankfurt an 7:41 (mit Umstieg in Montabaur), 85 EUR
    • Dortmund ab 05:24, Frankfurt an 07:48 (Direktverbindung), ebenfalls 85 EUR
    • Dortmund ab 4:50, Frankfurt an 8:44 (über Kassel), 83 EUR

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  4. @mathepauker: Und wenn man das ganze z.B. ab Paderborn betrachtet?

  5. @ bravoks: Dann stellt es sich mit ausgewählten Verbindungen so dar:
    • Paderborn ab 5:51, Frankfurt an 8:44 (mit Eurobahn über Kassel), 66 EUR
    • Paderborn ab 6:38, Frankfurt an 10:41 (RE bis Essen, dann ICE), 96 EUR
    • Paderborn ab 6:42, Frankfurt an 10:00 (mit Eurobahn nach Warburg, von dort mit RE nach Kassel und weiter im ICE), 66 EUR
    • Paderborn ab 7:49, Frankfurt an 10:44 (zweimal ICE über Kassel), 66 EUR (gleicher Preis bei IC-Nutzung ab Kassel)


  6. Stefan Hennigfeld
    14.12.10 um 01:38

    Und genau das ist der Sinn der Eurobahnsprinters: Es geht nicht so sehr um Dortmund, sondern um die Hellwegregion. Diese soll an den Fernverkehr angebunden werden, der Eurobahnsprinter soll die Leute zum Fernverkehr bringen, weil der nicht mehr zu den Leuten kommt.

    Und da ist eine morgendliche Fahrt, die vor sieben in Kassel ist, nunmal das einzige, was eine Ankunft vor neun in FFM und gegen elf in München gewährleisten kann.

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