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Erster Erfahrungsbericht von der neuen Rheingau-Linie

19.12.10 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Seit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2010 betreibt die VIAS GmbH die Linie SE 10 zwischen Frankfurt und Neuwied über Wiesbaden, Rüdesheim und Koblenz. Die neue Linie ersetzte die früheren Linien RE 10 und RB 10 die von der DB Regio Hessen mit veralteten und lauten ehemaligen Silberlingen betrieben wurden. Zeit um eine Woche nach dem Betriebsstart das neue Angebot zu testen.

Ausgangspunkt der Testfahrt war Neuwied. Die Kreisstadt im Norden von Rheinland-Pfalz erhält durch die neue Rheingau-Linie erstmals drei Verbindungen pro Stunde nach Koblenz. Außerdem wird die Verbindung in das untere Rheintal wesentlich attraktiver, heute kann man zum Beispiel aus der 65.000 Einwohnerstadt ohne Umsteigen direkt nach Rüdesheim fahren. Früher musste in der Relation generell in Koblenz mit bis zu 30 Minuten Wartezeit umgestiegen werden.

In Neuwied mussten die Fahrgäste recht lange auf den neuen Zug warten, da bereits die Vorleistung sehr verspätet war. Kurz nach der Abfahrt entschuldigte sich das freundliche Personal für die Verspätung von 35 Minuten und verteilte Taschenfahrpläne der neuen Rheingau-Linie. Grund waren übrigens technische Störungen an dem neuen Fahrzeug.

Über die Rheinbrücke bei Urmitz ging es dann Richtung Koblenz, wo der vierteilige Triebzug vom Typ FLIRT auch an der gerade im Bau befindlichen Station Koblenz Stadtmitte vorbei fuhr, die er ab April auch bedienen soll. Erst am Koblenzer Hauptbahnhof stiegen viele Fahrgäste in den neuen Zug, jeder fand einen Sitzplatz, keiner musste stehen.

Über die Horchheimer Rheinbrücke wechselte der Zug dann wieder auf die rechte Rheinseite. Bis zum Wiesbadener Hauptbahnhof bedienen die neuen Triebzüge alle Zwischenhalte mindestens im Stundentakt. Die Fahrgäste waren von den modernen, leisen und niederflurigen FLIRTs begeistert. Der Einstieg erfolgt jetzt an vielen Stationen ebenerdig und die Wartenden auf den Bahnsteigen brauchen sich nicht mehr die Ohren wegen laut quietschender Klotzbremsen zu zuhalten.

Im weiteren Verlauf der Fahrt stiegen viele Fahrgäste in den neuen Zug ein, viele nutzten die komfortablen Triebzüge um die Weihnachtsmärkte in den größeren Städten entlang der Strecke zu besuchen. Im Zulauf auf die Städte Rüdesheim und Wiesbaden mussten dann doch einzelne Fahrgäste stehen, weil alle Sitzplätze belegt waren. Die Fahrgastinformation erfolgte leider nur visuell, eine akustische Ansage der Zwischenhalte blieb leider aus.

Platz nehmen die Fahrgäste jetzt nicht mehr auf durchgesessenen, siffigen und Matratzen ähnlichen Sitzbänken, sondern auf sauberen und bequemen Einzelsitzen. Diese stehen in Reihen- und Vis-à-vis Anordnung zur Verfügung. Die neuen Züge sind klimatisiert und bieten über den ganzen Zug verteilt an einigen Sitzplätzen Steckdosen, an denen beispielweise Laptops betrieben werden können. Nach Beendigung des Fahrgastwechsels schließen die Türen automatisch, womit es den Fahrgästen nicht mehr zieht während der Zug am Bahnsteig steht. Außerdem ist kein Kraftsport mehr erforderlich, um die Türen zu öffnen, jetzt reicht ein einziger Knopfdruck. An jeder Tür befindet sich ein Mehrzweckabteil mit Platz für Kinderwagen, Fahrräder, Rollstühle und schweres Gepäck.

Während der Fahrt sauste der neue FLIRT schwungvoll durch die vielen Kurven entlang des Rheintals. Nach St. Goarshausen fuhr er entlang der Loreleystatue und den weltbekannten Felsformationen für die das mittlere Rheintal so bekannt ist. Vorbei an Schlössern und Burgen geht es weiter über Kaub, Rüdesheim und dem Namensgeber der Linie, dem Rheingau, in den Kopfbahnhof der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. Hier erreichen die Fahrgäste den Knoten zur Minute 30 und damit viele Anschlüsse mit kurzer Umsteigezeit. Zum Beispiel die S-Bahn zum Flughafen oder die Regionalbahn nach Darmstadt und Aschaffenburg.

Nach dem Kopfmachen konnte der Triebfahrzeugführer eine Reduktion der Verspätung auf 30 vermelden. Nun wird die Rheingau-Linie zum Expresszug, da die Zwischenhalte von der S-Bahn bedient werden. Zwischen Wiesbaden und Frankfurt werden nur die Halte Mainz-Kastel und Frankfurt-Höchst bedient. Etwas mehr als 30 Minuten dauert die Fahrt von Wiesbaden in die Mainmetropole. Dort angekommen konnte die Verspätung auf 25 Minuten reduziert werden.

Fazit: Die VIAS bietet auf der rechten Rheinstrecke ein sehr attraktives Nahverkehrsangebot, das derzeit von einzelnen Fahrzeugstörungen getrübt wird. Diese sollen allerdings mit der recht späten Auslieferung durch den Hersteller der Fahrzeuge zusammenhängen.

21 Responses

  1. Danke für den ausführlichen Bericht. Persönlich werde ich allerdings die n-Wagen vermissen: im Sommer am offenen Fenster stehend, Sonne und Wind spürend…die Fahrgeräusche, die noch an „Eisenbahn“ erinnern. Auch empfand ich die Wagen auf der Strecke für ihr Alter durchaus noch gepflegt. Allerdings war ich in den letzten Jahren auf der Strecke nur noch „ausflugsbedingt“ unterwegs – als täglicher Pendler bzw. dort aktiver Eisenbahner sieht man die Situation vielleicht anders.

    Hier ein Abschiedsbild von mir:

    http://h-2.abload.de/img/p1010846l956.jpg

  2. Ich bin gestern ebenfalls mit den neuen Triebzügen die Strecke entlanggefahren. Erster Eindruck: spitze! Tolle Züge und freundliches Personal.

    Leider trüben einige Kleinigkeiten diesen positiven Gesamteindruck. Die leider unkalkulierbaren Verspätungen (über die man sich, da die Daten nicht in das DB-System eingespreist werden, nirgends (v.a. nicht mittels der DB-Handy-App) informieren kann, wurden bereits angesprochen. Das sollte man schnell in den Griff bekommen, da sonst viele Fahrgäste wieder auf das Auto umsteigen. Die Ansagen fehlen laut Aussage der Zugbegleiterin noch wegen Softwareproblemen, da kann man also auf Besserung hoffen.

    Auf der Rückfahrt war dann leider die Toilette voll und daher gesperrt. Bei 150 Leuten in dem einzeln fahrenden Triebzug ist das natürlich eine sehr negative Erfahrung. Fahrzeugseitig ungewohnt ist die Anbringung der Türöffner auf der linken Seite der Tür und durch eine Haltestange verdeckt. Wer auf die Idee gekommen ist, das würde mich mal interessieren.

    Ansonsten habe ich die Fahrt als sehr positiv empfunden und freue mich schon auf die nächste Fahrt mit der „Rheingau-Linie“!

  3. Kleiner Tippfehler:
    Hochheimer Rheinbrücke => Horchheimer Rheinbrücke


  4. ZUGFÜHRER PAUL
    20.12.10 um 09:04

    Sehr positiv? Was bitte schön ist an einem 25 – 35 minuten verspäteten Zug positiv?

    Neu Fahrzeuge wären ja von jedem Anbieter gekommmen und Durchsagen kann ein Lokführer auch manuell durchführen schließlich geht das bei der DB ja auch!


  5. Beamtenhasser
    20.12.10 um 16:39

    So gammelige n-Wagen mit ner Trabbi-Containerlok können natürlich nie eine Störung haben.

    Wegen einer Verspätung sollte man nicht diese neue Dimension des Reisens gleich schlecht reden.


  6. Klaus Mayer
    20.12.10 um 18:06

    Also ich habe in der ersten Woche VIAS einen völlig anderen Eindruck gewonnen. Ich fahre seit fast 18 Jahren als Pendler von Geisenheim nach Wiesbaden. Ein derartiges Chaos wie bei VIAS in der letzten Woche (12.12.-18.12.2010) habe ich bei der Deutsche Bahn noch nicht erlebt. Nach einer Woche VIAS wünsche ich mir die DB zurück:

    1. Verspätungen ohne Ende: Kein Zug in dieser Woche war pünktlich. Als Pendler habe ich mit 5 Minuten Verspätung kein Problem. Aber es waren häufig Verspätungen um 30 Minuten. Höchststrafe am Donnerstag um 17:03 Uhr ab WI: Der Zug kam bereits mit 30 Minuten Verspätung in WI an. Nach weiteren 45 (!!) Minuten dichtgedrängt im Zug sitzend bzw. stehend wurde der Triebwagen wg. technischen Defekts geräumt. Zwischenzeitlich 2 Abfahrten vom Nachbargleis in den Rheingau ohne Info durch Zugbegleiter oder Bahnsteigdurchsage. Mit dem Zug um 18:33 Uhr, der auch wieder 15 Minuten Verspätung hatte, ging es dann endlich weiter. Als Ursache für die Verspätungen kann auch nicht das Wetter genannt werden. Minusgrade und Schnee gab es auch in den Wochen vor der Übernahme durch VIAS und da waren die Züge durchgängig sehr pünktlich.

    2. Überfüllte Züge: Die DB hat zu Stoßzeiten immer 4 Waggons eingesetzt. Das sind etwa 380 Sitzplätze. VIAS feiert sich auf der Homepage mir „großzügiges Platzangebot mit 170 bzw. 230 Sitzplätzen“. Kein Wunder, dass nun eher stehen wie sitzen angesagt ist. Hier gibt es von Seiten VIAS noch viel Optimierungsbedarf, um den in den verschiedenen Zeiten sehr unterschiedlichen Beförderungsbedürfnissen mit geeigneter Bereitstellung von Beförderungskapazitäten gerecht zu werden.

    3. Die Sitze sind einfach nur hart und unkomfortabel. Selbst in der S-Bahn nach Frankfurt ist das Gestühl weicher und gefühlt auch breiter. Die Ankündigung von VIAS „bequeme, ergonomisch geformte Sitze“ kann man nur als Witz bezeichnen. Zwei Stunden von Frankfurt nach Koblenz möchte ich in den Dingern nicht zubringen.

    4. Die gesamte Bestuhlung ist doch relativ dicht gedrängt. Wenn man In den Sitzreihen innen sitzt, fühlt man sich doch stark wie in der „Economy-Class“ im Billigflieger. Es ist mir ein Rätsel, warum man das nicht etwas großzügiger gestalten kann. Bei einem Transport wie eine Sardine in der Sardinenbüchse wird VIAS sicherlich das angestrebte Ziel einer Erhöhung der befördeten Personenanzahl nicht erreichen.

    5. Die Toiletten sind in den angeblich nagelneuen Zügen offenbar genauso fehleranfällig wie in den DB-Zügen. Wie sonst ist es zu erklären, dass die WCs meistens auf „besetzt“ stehen, obwohl sie nicht besetzt, sondern lediglich gesperrt sind? Es gibt Menschen, die fahren 2 h von Frankfurt nach Koblenz. Am Samstag, den 18.12. im Zug um 18:33 von WI in den Rheingau: Ein total überfüllter Kurzzug – sehr viele mussten stehen. Ein WC im Zug – spätestens ab WI geperrt. Bis Geisenheim kamen zweimal Jugendliche zum Lokführer und baten, am Bahnsteig 2 Minuten länger zu halten, um sich zu erleichtern. Sie wären nicht die einzigen gewesen – viele Fahrgäste kamen von dem Bundesligaspielen. Der Zugführer hat dies mit Hinweis auf den Fahrplan (hahaha: wir hatten schon 10 Minuten Verspätung) abgelehnt. Ja, liebe VIAS, da müsst ihr Euch nicht wundern, wenn Eure schönen FLIRTs nach ein paar Monaten genauso zugepisst riechen wie die kleinen Abteile an den Enden der DB-Waggons.

    6. Die Schaffner halten es bei VIAS wie ihre Kollegen bei der DB: wenn es Probleme (Verspätungen, überfüllte Züge) gibt, sind sie nicht zu sehen.

    7. Keine Durchsagen im Zug. Und als sie dann doch mal stattfanden, waren sie so leise, dass man nichts hören konnte. Die elektronischen Anzeigen zum nächsten Halt funktionieren inzwischen zumindest in einem Teil der Züge.

    Das Positive soll nicht unerwähnt bleiben: Die Züge sind sehr leise. Kein Ruckeln beim Anfahren, kein infernalisches Quietschen beim Bremsen. Sie haben ein attraktives Äußeres wie Inneres und die großen Panoramafenster bieten schöne Aussichten.

    Der Schwerpunkt beim Nahverkehr ist für mich allerdings der pünktliche und einigermaßen komfortable Transport von A nach B. Dies erfüllt VIAS momentan nicht. Nach 18 Jahren pendeln von Geisenheim nach Wiesbaden überlege ich nach einer Woche VIAS die Anschaffung eines Zweitwagens.

  7. Die VIAS leidet im Rheingau derzeit unter Lieferschwierigkeiten des Zugherstellers Stadler. In Neuwied standen am Samstag zum Beispiel zwei Fahrzeuge die noch kein Untersuchungsdatum hatten und somit nicht in den Fahrgasteinsatz gehen können. Die Fahrzeuge die zur Zeit im Einsatz sind wurden erst sehr spät ausgeliefert, sodass die Kinderkrankheiten während der viel zu kurzen Testphase nicht beseitigt werden konnten.

    Die Folge ist eine verminderte Anzahl von Zügen und Störungen, was zu einer Kapazitätsminderung und teilweise sehr hohen Verspätungen führt. Die Fahrgäste müssen jetzt leider erstmal noch einige Wochen mit den Schwierigkeiten leben.

    2. Überfüllte Züge: Die DB hat zu Stoßzeiten immer 4 Waggons eingesetzt. Das sind etwa 380 Sitzplätze. VIAS feiert sich auf der Homepage mir “großzügiges Platzangebot mit 170 bzw. 230 Sitzplätzen”. Kein Wunder, dass nun eher stehen wie sitzen angesagt ist. Hier gibt es von Seiten VIAS noch viel Optimierungsbedarf, um den in den verschiedenen Zeiten sehr unterschiedlichen Beförderungsbedürfnissen mit geeigneter Bereitstellung von Beförderungskapazitäten gerecht zu werden.

    Vier n-Wagen haben mit Steuer- und Erste Klasse Wagen ca. 350 Sitzplätze. Die Angabe von 170 bzw. 230 Sitzplätzen bezieht sich auf einen Triebzug, diese können aber in Mehrfachtraktion eingesetzt werden. Allerdings gibt es zur Zeit Lieferschwierigkeiten von Seiten des Fahrzeugherstellers, wodurch nicht genug Triebzüge zur Bereitstellung der bestellten Kapazitäten bereitstehen.

    3. Die Sitze sind einfach nur hart und unkomfortabel. Selbst in der S-Bahn nach Frankfurt ist das Gestühl weicher und gefühlt auch breiter. Die Ankündigung von VIAS “bequeme, ergonomisch geformte Sitze” kann man nur als Witz bezeichnen. Zwei Stunden von Frankfurt nach Koblenz möchte ich in den Dingern nicht zubringen.

    Gute Sitze sind zu Anfang immer hart aber mit zunehmender Einsatzdauer werden sie weicher. Konnte man auch bei TransRegio auf der anderen Rheinseite beobachten in deren Triebzüge die gleichen Sitze verbaut sind die zu Anfang auch sehr hart waren, dass legt sich aber.

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  9. Klaus Mayer
    20.12.10 um 21:54

    @Sven Steinke:
    Danke für die Info. Schauen wir mal, ob sich bei den Sitzen und der Zuglänge was tut. Auf alle Fälle ein mieser Start für VIAS. Freu mich auf morgen; heute hatte ich Urlaub.

  10. Naja, bei der DB hätte das wohl bedeutet: Bombardier Talent 2…
    Sprich, weiter Ersatzverkehr mit Silberlingen und gar keine Qualitätsverbesserung.


  11. Florian Butz
    25.12.10 um 13:06

    Bei der VIAS muss mann sich an Startschwierigkeiten gewöhnen.
    Das war im Odenwald genau so.
    Mittlerweile, nachdem die VIAS das 5te Jahr angetreten hat,
    ist es mittlerweile besser geworden.
    ABER
    liebe Fahrgäste auf der Rheingau Linie,
    sie werden sich noch mindestens ein Jahr mit solchen Betriebsstörungen auseinander setzen.
    Zudem haben wir erst dieses Jahr im Februar Fahrgastinformationssysteme bekommen. Davor war gar keine Information da.

  12. Zudem haben wir erst dieses Jahr im Februar Fahrgastinformationssysteme bekommen. Davor war gar keine Information da.

    Die Infrastruktur liegt im Verantwortungsbereich der DB Netz AG und der DB Station und Service. Auf die Installation von Dynamischen Schriftanzeigern (DSA) im Rahmen des Konjunkturpaket II hat die VIAS keinen Einfluss.

    liebe Fahrgäste auf der Rheingau Linie,
    sie werden sich noch mindestens ein Jahr mit solchen Betriebsstörungen auseinander setzen.

    Die Situation im Odenwald kann nicht auf den Rheingau übertragen werden. Der Betrieb im Odenwlad wird mit Triebzügen vom Typ INTINO abgewickelt der bis auf ein Exemplar bei der ErfurterBahn in Deutschland nur bei der VIAS im Einsatz ist und dadurch noch einige Rückrufaktionen über sich ergehen lassen musste.

    Die Triebzüge vom Typ FLIRT im Rheingau sind erprobte Fahrzeuge von denen bereits mehr als 500 Stück im Einsatz sind. Ich rechne bereits in wenigen Wochen mit einer Stabilisierung des Betriebs.


  13. christopher
    26.12.10 um 13:28

    vias gibt sich mühe – und die kapazität wird sicher noch den erfordernissen angepasst. was mehr ins auge sticht, ist die stiefmütterliche behandlung der vias-kurse durch die stellwerker der db ag. selbst erlebt wurde z.b. ein 8-minütiger stop in wiesbaden ost vor rotem signal – um dann gleich anschließend nochmal 2 minuten vor dem einfahrtsignal mainz-kastel zu stehen – ankunftsverspätung in frankfurt war dann 14 minuten. es stehen auch züge bis zu 30 minuten abfahrtbereit in wiesbaden hbf bis dann gnädigerweise vom stellwerk der db der ungeliebten konkurrenz ein ausfahrsignal erteilt wird.

    das alles erinnert sehr an die betriebsaufnahme auf der odenwaldbahn duch vias… auch damals wurden die vias-züge aufs unverschämteste von der db ausgebremst – das hat sich erst nach interventionen des dortigen landrats und des hessischen verkehrsministers geändert. die db ist und bleibt ein schlechter verlierer! anstatt sich gedanken zu machen, warum man die konzession für eine strecke verliert wird lieber der neue konzessionsinhaber schickaniert und ausgebremst wo es nur geht – das ist die mentalität von kleinkindern.


  14. Stefan Hennigfeld
    26.12.10 um 15:03

    Dafür gibt es eine Bundesnetzagentur. Die hat die Aufgabe, über freien Netzzugang zu wachen. Ggf. muß Vias diese Instanz anrufen, wenn sie sich diskriminiert fühlen.

    Da ist aber auch der Aufgabenträger mitverantwortlich. Das könnte aber durchaus auch mal andersrum sein: Private EVU haben eher eine Tendenz, die Bundesnetzagentur einzuschalten, wenn sie z.B. für Fern- oder Güterzüge der DB ausgebremst werden, während bei DB Regio der Konzernfriede üblicherweise solange höher steht, bis die Aufgabenträger von sich aus die Initiative ergreifen.


  15. christopher battenberg
    26.12.10 um 16:47

    ich geh davon aus, daß auch der rmv da erforderlichenfalls aktiv wird – wie weiland bei der odenwaldbahn. da läufts mittlerweile (fast) wie am schnürchen… *smile*

  16. Ich denke, der Betreiber ist hier ziemlich unschuldig, das Problem heißt Stadler. Hier in NRW hat Keolis Eurobahn ähnliche Schwierigkeiten mit Stadler gehabt, sprich: Züge verspätet geliefert, Zulassungen versemmelt. Erschwerend kam noch die fehlende Zulassung für die Niederlande dazu, die notwendig ist, um die paar Meter nach Venlo reinzufahren. Das hat Stadler ebenfalls gründlich vergeigt, für das Teilstück MG-Venlo auf dem RE13 wurde anfangs sogar angemietetes DB-Material verwendet (DDR-E-Lok und sanierte Silberlinge). Das hat gedauert, bis Stadler das auf die Reihe bekommen hat. Erst jetzt ist genügend Rollmaterial für einen sauberen Betrieb zusammen.


  17. Klaus Mayer
    10.01.11 um 00:02

    Die erste Woche mit VIAS im Rheingau verlief sehr chaotisch. Siehe mein Kommentar oben. Nach nun 3 weiteren Wochen hat sich die Lage doch deutlich verbessert. Im Berufsverkehr werden sie offensichtlich als „Doppelzüge“ eingesetztz, also immer 2 zusammengekoppelt. Für die Strecke, die ich fahre (Geisenheim – Wiesbaden) reicht das. Die am Abend aus Frankfurt in Wiesbaden einfahrenden Züge sehen allerdings nach wie vor sehr überfüllt aus. Auch die Pünktlichkeit hat sich deutlich verbessert. Lediglich letzten Donnerstag und Freitag ab WI waren 10 Minuten Verspätung angesagt, ansonsten immer pünktlich.

    Die anderen Kritikpunkte bleiben bestehen:
    – Probleme mit den WCs
    – Harte, unkomfortable Sitze
    – Enge Bestuhlung
    – In einigen Wagen immer noch keine Anzeigen oder Ansagen.

  18. Die am Abend aus Frankfurt in Wiesbaden einfahrenden Züge sehen allerdings nach wie vor sehr überfüllt aus. Auch die Pünktlichkeit hat sich deutlich verbessert.

    Wenn weiterhin Probleme mit der Kapazität bestehen, muss man den Rhein-Main-Verkehrsverbund darauf aufmerksam machen, damit er bei der VIAS die bestellten Kapazitäten erhöht. Ich bin zuletzt am 2. Januar mit der Rheingau-Linie gefahren und mir war der Zug im Abschnitt Wiesbaden – Frankfurt zu voll. Alle Sitzplätze waren belegt und mehrere Reisende standen in den Einstiegsbereichen, teilweise auch schon im Gang. Im Gegensatz zum ersten Mal verlief die Fahrt pünktlich.

  19. Ich bin im Dezember und Anfang Januar zur Probe mehrfach die Strecke Lorch-Wiesbaden und Koblenz-Frankfurt in beiden Richtungen gefahren.

    Wie bereits Klaus Mayer feststellte:

    – Probleme mit den WCs
    – Harte, unkomfortable Sitze
    – Enge Bestuhlung
    – In einigen Wagen immer noch keine Anzeigen oder Ansagen.

    Auf längeren Strecken zb KO-FFM empfinde ich die wg. Störung geschlossen Toiletten als blanke Zumutung, zumal es in den neuen FLIRT nicht in jedem Wagensegment eine eigene Toilette gibt. Das ist in meinen Augen ein Planungsfehler, hier wird schliesslich keine kurze S-Bahnstrecke bedient.

    Weitaus schwerwiegender waren aber JEDESMAL gravierende Verspätungen auf meiner Hin- wie Rückfahrt, die teilweise weit über einer Stunde lagen, dazu klemmende Türen, die Trittstufen fahren bis heute nicht immer aus. So etwas ist letztendlich genauso behinderten(un)gerecht wie die alten Silberlinge bei denen man manchen Bahnsteigen in Kurven fast schon bergsteigerische Kunstgriffe brauchte….

    In Stosszeiten musste man öfter in einem total überfüllten Zug stehen. Hat man aus den Problemen der Odenwaldbahn nichts gelernt? Wer ist eigentlich für das mieserable Management bei der Auslieferung und der technischen Inbetriebnahme verantwortlich? Wer ist Ansprechpartner, wenn ich wg. erheblicher Verspätung einen Schadensausgleich einfordern will?

    Ein anderes Problem habe ich wegen eines zurückliegenden Bandscheibenvorfall mit den Niederflurwagen und den Rampen am Ende der Wagensegmente -vor allem bei Nässe- hier sollte auch schnellstens ein rutschhemmender Belag nachgerüstet werden: Der Zug fährt an, man hat im gefüllten Wagen noch keinen Sitzplatz gefunden und hat bei dem Geschaukel grosse Probleme diese Barriere zu überwinden.

    Apropos Geschaukel: die alten Silberlinge haben zwar teilweise extrem gewackelt, gerappelt und vibriert. Ich weiss aber nicht ob das weiche Geschaukel des neuen FLIRT nun angenehmer sein soll, es erinnert an eine Fahrt in einen alten Überland-Bus. Zumindest wird dem Fahrgast der teilweise sehr schlechte Zustand der rechtsrheinischen Gleisanlagen bewusst.

    Ich werde das Gefühl nicht los, das man als Fahrgast, egal ob bei der Bahn oder einem anderen Privatanbieter, nur noch als Transportvieh behandelt wird.

    Warten wir mal den kommenden Sommer ab, ob die Klimanlagen dann auch ausfallen….. oder wie es ersmal wird, wenn alle 4 Minuten auch noch ein Güterzug auf die Strecke geht.

  20. Das sind halt noch kinder krankheiten der Fahrzeuge. Ansagen sollen mittlerweile gemacht werden wenn das Vis nicht funktioniert nur teilweise funktioniert bei doppeltraktion das vordere fahrzeug und sagt an und im hinteren nicht was man erst nach dem seitenwechsel merkt zwischen wiesbaden und frankfurt sitzt teilweise die s bahn davor also dauernd fahrt auf halt und in der restriktiven weiter weil die jede milchkanne anfährt .wegen der toiletten darf man sich teilweise bei den rauchern bedanken die dareingehen und teilweise die rauchmelder abmontiert haben damit die klimaanlage wieder angeht muss die toilette elektrich abgeschaltet werden und im rheingau schicken die morgens schonmal ne Lü Dora durch wodurch am halt gewartet werden muss vor weiterfahrt und wegen der sitze da kommt wenigstens keiner auf die idee die aufzuscheiden


  21. christopher battenberg
    03.03.11 um 13:17

    nach meinen beobachtungen läuft es mittlerweile ganz gut – ich bin letzte und diese woche insgesamt 5 mal von frankfurt nach niederwalluf (und zurück) gefahren und die züge verkehrten annähernd planmäßig.

    gestern gab es anfangs ab wiesbaden-biebrich richtung rheingau eine 3-minütige verspätung durch einen vorlaufenden güterzug – das wurde uns aber auch durch eine durchsage kundgetan. der informationsfluß ist mittlerweile optimal – sowohl die akustischen wie die optischen anzeigen waren in ordnung. was mir nach wie vor auffällt ist die freundlichkeit des personals – man gibt sich ersichtlich mühe.

    probleme mit den toiletten wurden von mir nicht mehr beobachtet. mit den sitzen habe ich eigentlich keine probleme – ich fühle mich durch die relativ harte polsterung besser abgestützt als früher durch die etwas schwammige polsterung.

    kapazitäts-engpässe gibt es allerdings zur rush-hour manchmal doch noch – obschon ich nur doppeltraktionen erlebt habe, ist es schon ein unterschied, ob da zwei dreiteilige triebwagen zusammengekoppelt sind oder zwei vierteilige triebwagen…

    nach wie vor spaß macht mir das fahrzeug – es ist leise, spurtstark und durchaus komfortabel.

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