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Empfangsgebäude des Wittener Hauptbahnhofes verkauft

18.12.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Unter Vermittlung der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft (BEG) hat die DB Station & Service GmbH das historische Empfangsgebäude des Wittener Hauptbahnhofes an zwei lokale Investoren verkauft. Den Zuschlag erhielten Radomir Zecevic und Markus Bürger, der bereits das ehemalige Rathaus des heutigen Wittener Stadtteils Herbede gekauft und in ein modernes Ärztezentrum umgewandelt hat.

Der notarielle Beurkungstermin war am letzten Donnerstag, den 16. Dezember in Essen. Die Wittener Bürgermeisterin Sonja Leidemann (SPD) zeigt sich optimistisch für die weitere Bahnhofsentwicklung: „Die Investoren sind ja nicht nur ‚Söhne der Stadt’, sondern haben in Herbede bereits bewiesen, dass sie Projekte zur Aufwertung unserer Stadt erfolgreich stemmen können.“

Das denkmalgeschützte Gebäude, das 1901 eröffnet wurde und aus der Feder des Wittener Architekten Richard Sauerbruch stammt, soll originalgetreu restauriert werden. Es wird dann Teil des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Stadtgalerie / ZOB / Hauptbahnhof, um den unteren Teil der Wittener Innenstadt, der in den letzten Jahrzehnten durch Verödung geprägt war, attraktiver zu gestalten.

Verkauft wurden das Zugangsgebäude und der ehemalige Güterschuppen, in dem heute neben einem Getränkehandel auch die Eisenbahnfreunde Witten zu Hause sind. Der Bahnhofsvorplatz ist bereits seit längerer Zeit im Besitz der Stadt. Nicht verkauft wurden die Bahnsteige und der Zugangstunnel samt seiner Treppen und Aufzüge. Für den seit über einem Jahr kaputten Aufzug zu den Gleisen 1 und 2 ist daher auch weiter die Bahn verantwortlich.

Der Wittener Hauptbahnhof wurde 1848 an der Stammstrecke der Bergisch-Märkischen Eisenbahn zwischen Dortmund und Elberfeld (heute Wuppertal) eröffnet. 1849 hielten hier erstmals Personenzüge. Mit dem Bau der Ruhrgebietsstrecke, der 1860 begann, wurde Witten zum Eisenbahnknoten. Als die Deutsche Reichsbahngesellschaft in den 1920er Jahren die Bahnstrecke Witten-Schwelm baute, erhielt der Hauptbahnhof seine heutige verkehrliche Anbindung.

Hier halten heute im Stundentakt die RE-Linien 4 (Dortmund – Aachen) und 16 (Essen – Siegen). Dazu kommt die Regionalbahn 40 (Essen – Hagen) und die S-Bahnlinie 5 (Dortmund – Hagen). Der Fernverkehr fährt durch. Im kommenden Jahr ist die Eröffnung des neuen ZOB vorgesehen, der dann auch das Wittener Busnetz besser an den Hauptbahnhof anbindet.

Diese Verkehrspolitik steht im Gegensatz zu der des früheren Wittener Bürgermeisters Klaus Klohmann, Genosse der heutigen Amtsinhaberin. Unter Lohmann verfolgte die Stadt Witten die strikte Politik, die Verbindungen in die umliegenden, richtigen Städte so schlecht wie möglich zu machen, um Kaufkraftabwanderung zu verhindern.

Ein Kommentar

  1. Klaus Lohmann hat bei allem, was er getan hat, erbärmlich versagt. Der einzige Grund dass der Mann über Jahrzehnte Bürgermeister war ist sein Parteibuch. Schließlich gibt es in Witten nur zwei Arten von Stimmen: Für die SPD und ungültig.

    Deshalb ist die Wittener Stadtverwaltung auch das Auffangbecken für die ganzen Jusos. Ist ja auch kein Wunder, die Jusos kriegen an der Holzkamp-Gesamtschule ihr Abitur, das ist die parteieigene Nachwuchskaderschmiede und kommen dann in die Stadtverwaltung und singen jeden Tag „Die Partei, die Partei, die hat immer recht.“

    Im übrigen wünsche ich Frau Humme, dass sie abgewählt wird und nach der Wahl Hartz IV beantragen muss.

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