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Die neue Rheingau-Linie startet am Sonntag

09.12.10 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Die neue Rheingau-Linie ist ein Qualitätsprung für den Naverkehr auf der rechten RheinstreckeAm Sonntag nimmt die VIAS GmbH, ein Tochterunternehmen der Rurtalbahn und der dänischen Staatsbahn (DSB), den Betrieb auf der sogenannten Rheingau-Linie auf. Die veralteten und heruntergekommenen Züge der Deutschen Bahn werden auf der rechten Rheinstrecke zwischen Koblenz und Frankfurt durch moderne, leise und barrierefreie Triebzüge der VIAS GmbH ersetzt.

Durch die neuen spurstarken Triebzüge vom Typ FLIRT kann ein wesentlich besserer Fahrplan umgesetzt werde. Während zurzeit im stündlichen Wechsel ein Regional-Express nach Frankfurt und eine RegionalBahn mit Halt an allen Stationen nach Wiesbaden fährt, wird im neuen Fahrplan das Angebot vereinheitlicht. Zukünftig fahren die Züge stündlich bis Frankfurt und halten zwischen Koblenz und Wiesbaden an allen Stationen. Am nördlichen Ende wird die Linie nach Neuwied verlängert, wodurch die Linie ab Mai/April auch die neue Station Koblenz Stadtmitte anfahren kann. Der durchgehende Stundentakt wird montags bis freitags in der Hauptverkehrszeit teilweise zum Halbstundentakt ergänzt.

Einziger Wermutstropfen ist nur, dass der im Rahmen des Fahrplankonzepts Rheinland-Pfalz-Takt 2015 geplante Vollknoten in Koblenz durch den neuen Fahrplan der Linie nicht optimal angebunden wird. Hier sind zwischen Wiesbaden und Koblenz noch Beschleunigungsmaßnahmen nötig, damit sich alle Züge in Koblenz zur vollen Stunde treffen und kurze Anschlüsse aus allen Richtungen in alle Richtungen realisiert werden.

In den neuen drei- und vierteiligen Elektrotriebzügen können die Reisenden eine neue Qualität des Reisens erleben. Die voll klimatisierten Fahrzeuge verfügen über bequeme Sitze, ein Informationssystem und ein Höchstmaß an Barrierefreiheit. Dafür sorgen ausfahrbare Spaltüberbrückungen an den Türen, Mehrzweckbereiche an allen Türen und behindertengerechte Toiletten. Mehr Sicherheit für die Fahrgäste wird durch eine Besetzung aller Züge mit Zugbegleitern und einem Videoüberwachungssystem gewährleistet. Die neuen Züge sind nicht nur komfortabel ausgestattet, sie sind durch ihre höhere Energieeffizienz auch umweltschonender.

In den Zügen der VIAS gelten weiterhin wie gehabt die Tarife des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) zwischen Frankfurt und Lorchshausen und die Tarife des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel (VRM) zwischen Kaub und Neuwied. Verbundsübergreifend gilt der Haustarif der VIAS, der dem Tarif der Deutschen Bahn entspricht und genauso in deren Nahverkehrszügen gültig ist.

Die Qualitätssteigerung auf der Rheingau-Linie geht auf eine Ausschreibung des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) und des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord) zurück. Die Aufgabenträger setzen durch die wettbewerbliche Vergabe ein besseres Fahrplanangebot und ein gesteigertes Qualitätsniveau zu geringeren Kilometerpreisen um.

Bild: Rhein-Main Verkehrsverbund

13 Responses

  1. Man munkelt, die neue Firma würde zu großen Teilen dem Land Hessen gehören und die Lokführer würden 18 Euro/h verdienen und müßten auf eigene Kosten zu Dienstbeginn nach Koblenz/Wiesbaden fahren. Weiß das jemand genauer? Dann wäre das eine tolle Verbesserung des Angebots auf Kosten des Personals.

  2. 18 Euro in der Stunde? Das ist ja wahrlich ein Hungerlohn! Bei 180 Arbeitsstunden im Monat wären das 3.240 Euro, wer soll denn davon leben? Klar kommen da noch ein paar Zulagen zu, aber das macht den Kohl auch nicht mehr fett, dann ist man vielleicht bei 4.000 oder 4.500 Euro. Davon kann man ja nicht mal seine Miete zahlen!

    Deshalb rufe ich an dieser Stelle zur Solidarität mit allen Eisenbahnern auf! Gesetzlicher Mindestlohn von 35 Euro für Eisenbahner! Natürlich nur für Eisenbahner, eine Frisöse sollte auf keinen Fall mehr als 3,40 Euro die Stunde kriegen, schließlich könnte sich Frau Eisenbahner ja sonst nicht mehr für fünf Euro ihre Dauerwelle machen lassen.


  3. Dipl.-Ing.
    09.12.10 um 12:31

    Ich wusste gar nicht, dass die dänische Staatsbahn oder die Rurtalbahn aus Düren dem Land Hessen gehört.

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  5. F aus Rheinhessen
    13.12.10 um 21:18

    Die Lokführer sollen nach dem Tarifvertrag des Betreibers VIAS bezahlt werden.
    Er liegt irgendwo zwischen 2000 und 2200 Euro.

    Die Verbesserung hat wohl doch ihren Preis zu Lasten des Personales gefunden.


  6. Beamtenhasser
    13.12.10 um 21:54

    Wen interessiert das? Ist doch egal wie viel die verdienen. Von mir aus können die auch ganz umsonst fahren. Mitarbeiter anderer Branchen jammern auch nicht im Internet über ihre Löhne rum. Nur diese intellektuell unterentwickelten Fahrer der Deutschen Bahn jammern ständig mit frei erfundenen Zahlen rum, weil sie ihren stillegungswütigen Behördensuff wieder haben wollen.

    Genau diese Jammerlappen kaufen anschließend im LIDL ein und freuen sich, weil alles so schön billig ist. Was ein Mitarbeiter bei dem Produzenten der Ware verdient, ist denen dann genauso Wurst, wie mir die Lohnhöhe bei der Anlerntätigkeit des Fahrers.

    Für Gehaltsfragen ist die Tarifautonomie zuständig. Jeder Fahrer hat das Recht über seine Gewerkschaft ein höheres Entgelt ein zu fordern. Die Gewerkschaften jammern zwar immer über die bösen Privaten rum aber wenn man dann mal ne Anfrage stellt und genaue Zahlen haben möchte, mit Zulagen und allem was dazu gehört anfordert, kommt keine Antwort. Keine Antwort ist für mich auch eine Antwort.


  7. Dipl.-Ing.
    13.12.10 um 22:19

    2.200€ soviel hab ich nicht mal als Elektroniker nach der Lehre im Dreischichtbetrieb mit 40 Stunden pro Woche bekommen. Was meinen diese Tf, die noch mehr wollen, eigentlich wer sie sind und wie viel die Arbeit die sie machen wert ist.

  8. @ Beamtenhasser

    Nicht alle Beamte sind überflüssig. Es gibt schon Einige, die Sinn machen.

    Das „Eisenbahner“ unter dem alten Hering, äh´ Otto von Bismarck zu Beamten gemacht wurden, war rein militärstrategisch begründet. Das offiziell vorgebrachte Argument des „Allgemeinwohls“, worauf sich die selbsternannten Erben der Staatsbahn heute berufen, würde sich in in Zeiten von Wikileaks in Wohlgefallen auflösen.

    Aber weder das Militär noch die Polizei benötigt heute die Eisenbahn. Sie haben ausreichende Möglichkeiten der Mobilmachung ohne die Eisenbahn und brauchen einen Streik nicht zu fürchten. Denn genau dieses Problem war für den Hering der Grund, Eisenbahner zu verbeamten.

    Die Eisenbahner von heute wollen aber die Sicherheit eines Beamten und die Vorteile eines gewerblichen Arbeitnehmers. Diese Mutation wird aber nicht funktionieren.


  9. Stefan Hennigfeld
    14.12.10 um 16:59

    Ich bin ja wirklich für gesetzliche Mindestlöhne und vertrete die Auffassung, daß jeder von seiner Hände Arbeit leben können soll. Aber wer am Monatsende mit 2.200 Euro nach Hause geht, der ist kein Niedriglöhner, so etwas hat mit Lohnuntergrenze nichts mehr zu tun. Für Lohnerhöhungen wären hier ausschließlich die Tarifparteien verantwortlich.


  10. F aus Rheinhessen
    14.12.10 um 18:57

    Hasstiraden auszusprechen ist wenig sinnvoll und zeigt auch nur einen Charakter.

    @ Dipl.-Ing.

    Wer entscheidet denn welche Arbeit mehr Wert ist?
    Jede Arbeit ist auf ihre Art und Weise gleich viel Wert.
    Und man darf auch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

    Geht bei einem Dipl.-Ing. was schief kann es teuer und Leidvoll werden – und so auch bei einem Tf der Menschen befördert.
    Und gerade ein Dipl.-Ing. braucht bestimmt nicht über sein Gehalt Beschwerden einzubringen.

    Tf arbeiten auch im Mehr-Schicht-System.

    Wissen Schlaumeier eigentlich was für Zustände für Tf’s oft herrschen?
    Glaube ich nicht. Aber die Tf’s jammern auch nicht so laut wie manch andere.

    Daher denke ich, dass Beurteilungen zu Berufsständen unangebracht sind.

    Egal welchem Beruf man angehört, sollte das Gehalt so angemessen sein, dass man mit seiner Familie davon normal leben kann und nicht als Aufstocker unterwegs sein muß.

    Die Tätigkeit als Tf ist genauso schön und Verantwortungsvoll, wie die Arbeit eines Dipl.-Ing..

    Und ganz sicher gleich viel Wert.

    Schade, dass es reichlich viele Hans guck in die Luft gibt.

  11. Das hat mit Mindestlöhnen überhaupt nichts zu tun. Hier will eine kleine Minderheit ihre hohen Privilegien auf Kosten der Allgemeinheit um jeden Preis bewahren. Wer ernsthaft behauptet, 2.200 Euro sei für eine anspruchslose Anlerntätigkeit wie Zugfahrer zu gering, der hat überhaupt keine Ahnung von der realen Welt in der freien Wirtschaft.

    Wobei man allerdings ehrlicherweise sagen muß, daß ein Großteil der Lokführer, insbesondere bei der DB, für die freie Wirtschaft nicht tauglich sind. Wäre die DB nicht bis heute ein Auffangbecken für Schulversager wäre ein nicht geringer Teil der dortigen Mitarbeiter heute Hartz 4 Empfänger.


  12. Stefan Hennigfeld
    14.12.10 um 19:08

    @ F aus Rheinhessen

    Wer entscheidet denn welche Arbeit mehr Wert ist?

    Die Tarifparteien.

    Egal welchem Beruf man angehört, sollte das Gehalt so angemessen sein, dass man mit seiner Familie davon normal leben kann und nicht als Aufstocker unterwegs sein muß.

    Der Meinung bin ich auch. Das hat was mit gesetzlichen Lohnuntergrenzen zu tun, die verhindern sollen, daß Paketfahrer achtzig Stunden in der Woche auf dem LKW sitzen und mit nem Tausender nach Hause gehen. Es soll verhindern, daß die Friseurin (die immerhin Handwerker-Gesellin ist) von ihrem Vollzeitjob leben kann und nicht mit 450 Euro nach Hause gehen muß.

    Ein Monatsnetto von 2.200,- Euro ist kein Dumpinglohn und hat nichts mit Aufstockern und ergänzenden Hartz 4 Leistungen zu tun. Wenn ein DB-Tf mit mehr Geld nach Hause geht als ein HLB-Tf, dann ist es Sache der Tarifparteien und insbesondere auch Sache der Gewerkschaften, das zu verhindern. Es betrifft weder Fahrgäste noch Aufgabenträger noch Politiker. Das System nennt man Tarifautonomie und es hat sich in über sechzig Jahren mehr als bewährt.


  13. F aus Rheinhessen
    14.12.10 um 19:24

    Ich möchte noch darauf hinweisen, dass es sich bei den Angaben um Bruttolöhne und „nicht“ um Nettolöhne handelt.

    In einem Tarifvertrag können keine Nettolöhne eingetragen sein.

    Auch ich bin seit Jahren Aufstocker und kenne die Grenzen recht gut.

    Auch bin ich der Meinung, dass der von Politik geforderte Mindestlohn von 7,50 € nicht annähernd Angemessen ist.
    Das einzige gute daran wäre, dass es theoretisch endlich eine nicht überschreitbare Untergrenze gibt.

    Des Weiteren ist es meine Meinung, dass Menschen, welche über andere so böse herziehen selber unterste Schublade sind und höchst wahrscheinlich nur glauben eine bessere Schulbildung zu haben.

    Wobei erwähnt sein muß, dass auch Menschen mit sehr guten Berufsabschlüssen in Hartz 4 gelandet sind.

    Auch genau durch solche bösen Zungen werden Aggressionen und Gewalt erzeugt.

    Wie soll ein Miteinander funktionieren, wenn es solche Bosheit und Hochnässigkeit gibt.

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