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Ab Dezember wieder Neigetechnik im Lahntal

06.12.10 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Ab dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2010 sollen die Zweistundentakt verkehrenden Regional-Express Züge auf der Lahntal-Bahn wieder mit Neigetechnik verkehren. Durch den Wiedereinsatz der Neigetechnik verkürzt sich die Fahrzeit zwischen Gießen und Koblenz um zehn Minuten und der Halt in Eschhofen kann wieder bedient werden, was vor allem viele Pendler erfreuen dürfte.

Seit Oktober 2009 dürfen die Baureihen 611 und 612 nicht mehr mit Neigetechnik verkehren, aufgrund von Funktionsstörungen an den Antrieben der Neigetechnik, an zwei Fahrzeugen. Wie sich herausgestellt hat, traten diese Funktionsstörungen aufgrund von Produktionsfehleren an den Antriebsspindeln auf. Diese sollen jetzt nach und nach allen Fahrzeugen ausgetauscht werden. Aufgrund langer Produktionszeiten der Antriebe wird damit gerechnet, dass der Austausch an allen Fahrzeugen bis weit ins Jahr 2011 hinzieht. Zum Fahrplanwechsel stehen deshalb bundesweit nur ca. 50 Fahrzeuge mit Neigetechnik bereit, weshalb die Wiederinbetriebnahme zum Fahrplanwechsel auf wenige Strecken begrenzt bleibt.

Im Lahntal wird schon sehr lange probiert, die schnellen Regional-Express Züge mit Neigetechnik zu beschleunigen, weil sich dadurch vereinzelt bessere Anschlüsse in Koblenz ergeben und ein Umlauf eingespart werden kann, der ansonsten fast zwei Stunden in Koblenz verbleibt. Schon Mitte der neunziger wurde der sog. Lahntal-Express mit Triebzügen der Baureihe 611 betrieben. Mit mäßigem Erfolg, ein zuverlässiger Betrieb der Baureihe wurde während seiner Einsatzzeit auf der Strecke nie erreicht. Sie wurde Anfang des neuen Jahrtausends von der Baureihe 612 abgelöst die bis zum Sommer 2004 sehr Zuverlässig mit Neigetechnik auf der Strecke unterwegs war. Aufgrund von Haarrissen an den Radsatzwellen musste die Neigetechnik damals außer Betrieb genommen werden. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2008 wurde auf der Regional-Express wieder mit Neigetechnik betrieben. Nicht mal ein Jahr später musste sie wieder abgeschaltet werden.

In einer Woche die Züge der Linie RE 25 aber wieder mit Neigetechnik verkehren, wodurch sich die Fahrzeit um zehn Minuten verkürzt und wenige neue Anschlüsse in Koblenz hergestellt werden. Ganz nebenbei spart die Deutsche Bahn als Betreiber einen Umlauf und gleichzeitig einen Triebwagen. Zusätzlich kann der Halt in Eschhofen wieder durch den RE bedient werden, was aufgrund seines großen Park & Ride Parkplatz viele Pendler freuen dürfte.

Allerdings wird in Gießen immer noch kein offizieller Anschluss nach Fulda erreicht, da die Übergangszeit zwischen beiden Linien nur zwei bis vier Minuten beträgt, was von der Deutschen Bahn als zu gering eingeschätzt wird, um den Anschluss in der Fahrplanauskunft zu erwähnen. Dabei wäre eine durchgehende schnelle Verbindung auf der Relation Koblenz – Limburg – Gießen – Lauterbach – Fulda sehr interessant, so könnte aus Koblenz und den Unterwegshalten im Lahntal eine schnelle und attraktive Verbindung zur Fernverkehrsdrehscheibe Fulda geschaffen werden. Aber aufgrund der schlechten Zusammenarbeit der hessischen Aufgabenträger mit denen außerhalb von Hessen klappen solche Angebote nicht.

2 Responses

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  2. Sehr lesenswert, dieser Beitrag.
    Indessen zeigt die Online-Auskunft der DB AG an, daß lediglich drei (!!) Minuten Fahrzeitverkürzung entstehen (in Ost-West Richtung), geradezu vernachlässigbar…Eine Reisegeschwindigkeit von 70 km/h ist eine Zumutung; zumal wenn man bedenkt, daß diese Strecke im Auto auf z.T. sechsstreifigen, parallel verlaufenden Autobahnen in locker der halben Zeit bewältigt werden kann.

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