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VRR will Regiobahn-Vertrag verlängern

25.11.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR (VRR) will den Dienstleistungsvertrag mit der Regiobahn über die S-Bahnlinie S 28 zwischen Mettmann Stadtwald und Kaarster See über Dezember 2011 hinaus um zehn Jahre verlängern. Diese Absicht wurde heute im europäischen Amtsblatt verkündet. Es handelt sich um eine Inhouse-Direktvergabe, die möglich ist, weil die Regiobahn keine privaten Anteilseigner hat.

Im Gegenzug werden dem VRR zahlreiche Mitbestimmungsmöglichkeiten eingeräumt: So erhält der Aufgabenträger etwa einen Sitz im Aufsichtsrat der kommunalen Bahngesellschaft und entsendet einen Geschäftsführer ins Unternehmen, der in alle den Verkehrsvertrag betreffenden Entscheidungen einbezogen wird.

Die Regiobahn ist vollständig im öffentlichen Eigentum und betreibt die Eisenbahninfrastruktur auf den Außenästen zwischen Neuss Hbf und Kaarster See sowie zwischen Düsseldorf-Gerresheim und Mettmann Stadtwald. Sie übernahm die Strecke, auf der DB Regio bis in die 90er Jahre mit Uerdinger Schienenbussen gefahren ist und sanierte sie aufwendig.

Bereits nach wenigen Monaten wurde der Stundentakt auf einen Zwanzigminutentakt ausgeweitet, in Stoßzeiten müssen die Züge vom Typ Bombardier Talent zudem in Doppeltraktion fahren, um das gestiegene Fahrgastaufkommen zu bewältigen. Während zu DB-Zeiten zum Schluss 512 Fahrgastfahrten pro Tag gezählt wurden, sind es mittlerweile etwa 20.000 – eine Steigerung um rund 4.000%.

Die Regiobahn ist Eigentümer der Fahrzeuge und stellt Werkstattkapazitäten zur Verfügung, sie ist jedoch nicht ausführendes Eisenbahnverkehrsunternehmen. Das ist – in ihrem Auftrag – die Rheinisch-Bergische Eisenbahngesellschaft mbH, eine Tochtergesellschaft des französischen Mischkonzerns Veolia.

An beiden Endpunkten sind zudem Verlängerungen vorgesehen. Von Mettmann Stadtwald aus soll die Strecke nördlich der Kalkwerke geführt und in die Prinz-Wilhelm-Eisenbahn eingeschliffen werden. Sie könnte dann bis Wuppertal-Vohwinkel und bei Bedarf sogar bis zum Hauptbahnhof oder nach Oberbarmen fahren.

Vom Kaarster See aus ist eine Verlängerung nach Viersen vorgesehen, um Anschlüsse an die Züge nach Krefeld, Venlo und Mönchengladbach zu realisieren. Eine Planung sieht sogar vor, sie einmal die Stunde mit allen Unterwegshalten bis Venlo fahren zu lassen und im Gegenzug den RE 13 auf diesem Abschnitt als beschleunigte Linie ohne Unterwegshalt zu führen.

Das Unternehmen gehört zu 35% der Landeshauptstadt Düsseldorf, zu 20% dem Kreis Mettmann, zu 11,8% dem Rheinkreis Neuss, zu 11,6% den Stadtwerken Neuss, zu 11,6% der Stadt Kaarst und zu 10% den Wuppertaler Stadtwerken.

2 Responses

  1. An dieser Stelle muss der Name Paul Bohl genannt werden, ohne dessen Engagement wohl heute die
    Wuppertalbewegung ( http://www.wuppertalbewegung.de ) hier den Radweg Düsseldorf- Wuppertal- Schwelm bauen würde. Der damalige Bundesbahnpräsident Beck und auch die schläfrigen Politiker an der Strecke hätten ohne das jahrelange Engagement von Herrn Bohl, damals aus Kaarst, nie die Initiative zum Streckenausbau ergriffen.

    Die DB hatte zuletzt einen Restverkehr werktags außer Samstag.

    Bilder von dieser Strecke und anderer Bahnen Rund um Wuppertal gibt es hier:
    http://www.bahn-wuppertal.de

    Hier noch eine musikalische Darstellung der Problematik der Wuppertaler Nordbahn/ Rheinische Bahnstrecke, die heute im Personenverkehr in Mettmann endet und im Kalkverkehr noch etwas Richtung Osten genutzt wird. Aber im Wuppertaler Stadtgebiet liegt die ganze Trasse brach. Die Tunnel sind von seltenen Fledermäusen besiedelt.

    https://sites.google.com/site/oekoradevormwald/verkehrspolitik/nordbahn

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