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NWL schreibt das OWL-Dieselnetz aus

30.11.10 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) hat im europäischen Amtsblatt die Ausschreibung des OWL-Dieselnetz veröffentlicht. Die Ausschreibung umfasst hauptsächlich Linien die bereits einmal ausgeschrieben wurden, nur die Verkehre Ottbergen – Göttingen und Holzminden – Kreiensen wurden noch nicht ausgeschrieben. Die Betriebsaufnahme ist für den Dezember 2013 vorgesehen und das Netz wird bis Ende 2025 vergeben.

Das Netz das zurzeit von den Unternehmen NordWestBahn, eurobahn und DB Regio betrieben wird, hat insgesamt 5,5 Millionen Zugkilometer pro Jahr. Bei der Vergabe wird das Netz in die Lose Nord und Süd aufgeteilt. Das Netz Nord enthält zusätzlich eine Option für den Betrieb der Strecke Verl – Gütersloh – Harsewinkel, die möglicherweise reaktiviert wird. Neben dem NWL ist die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) an der Ausschreibung beteiligt.

Das Vergabenetz umfasst die Linien:

Los Nord, 2,2 Millionen Zugkilometer pro Jahr und 260 000 Zugkilometer pro Jahr als Option

  • RE 82 Bielefeld Hbf – Lage – Detmold
  • RB 67 Bielefeld Hbf – Warendorf – Münster (Westf.) Hbf
  • RB 71 Bielefeld Hbf – Bünde – Rahden
  • RB 73 Bielefeld Hbf – Lage – Lemgo-Lüttfeld
  • Verl – Gütersloh – Harsewinkel (optional)

Los Süd, 3,3 Millionen Zugkilometer pro Jahr

  • RB 74 Bielefeld Hbf – Schloß Holte – Paderborn Hbf
  • RB 75 Bielefeld Hbf – Halle (Westf.) – Osnabrück Hbf
  • RB 84 Paderborn Hbf – Ottbergen – Kreiensen
  • RB 85 Ottbergen – Bodenfelde – Göttingen

6 Responses


  1. mr.bombastic
    30.11.10 um 17:50

    diese beiden netze müssen wie jetzt an db regio und die nordwestbahn vergeben werden.auf diese lohndumpingfirma eurobahn kann man echt verzichten.

  2. Das Netz wird aber jetzt hauptsächlich von der NordWestBahn und der eurobahn betrieben. DB Regio fährt mit den beiden Abschnitten in Niedersachsen den kleinsten Anteil. Ob die eurobahn ihren Mitarbeiter etwas weniger zahlt als andere kann ich nicht beurteilen und es ist mir auch ziemlich egal, das Wort Lohndumping finde ich in diesem Zusammenhang unangebracht.

    Der Verkehrsträger Bahn hat einen gemeinwirtschaftlichen Auftrag seinen Fahrgästen eine attraktive Beförderungsleistung für ihr Geld zu bieten und nicht irgendwelchen Arbeitnehmern paradisische Arbeitsbedingungen zu bieten. Wenn die Mitarbeiter der Meinung sind, dass sie eine zu geringe Entlohnung erhalten, steht ihnen jederzeit das Recht zu über das bewährte System der Tarifautonomie höhere Löhne einzufordern, wie es auch in anderen Wirtschaftszweigen üblich ist.

  3. Ich denke, das die DB da komplett rausfliegen wird.
    Um irgendeins der Lose zu gewinnen bräuchte sie Neufahrzeuge es sei denn sie böte mit den 628ern aus Düsseldorf die wegen des Verlusts der Strecke der RB47 an Abellio ab 12/2013 arbeitslos wären.
    Ob sie damit aber nochmal was gewinnt, ist fraglich

  4. Es ist natürlich die Frage, ob Neufahrzeuge gefordert werden. Sinnvollerweise sollte dies nicht der Fall sein, da die jetzt eingesetzten Fahrzeuge vom Typ Talent bzw. LINT auch zum Ende der Laufzeit erst annähernd das Ende der Einsatzzeit erreichen werden. Die frei gewordenen Talente aus dem Niederrhein-Netz werden ja teilweise – wenn nicht sogar komplett – für das Westmünsterland-Netz ab Dezember 2011 benötigt.

    Der Markt könnte sicher Gebrauchtfahrzeuge mittelfristig hergeben, so hat z.B. die Nord-Ostsee-Bahn das Netz Nord verloren und die meisten der Fahrzeuge werden über Leasingunternehmen gestellt.

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  6. Steht zu befürchten, dass bei dem NRW-geprägten Zuschnitt des Vergabegebietes die Strecke Holzminden – Kreiensen nur als Anhängsel betrachtet wird. Dann werden wahrscheinlich keine Anstrengungen unternommen die Kreise HOL und HX besser an Hannover oder Braunschweig anzubinden oder?

    Das könnte wieder eine Verschlechterung für Holzminden in Bezug auf die Anbindung Richtung Nord-Osten bedeuten. Man erinnere sich an die Direktverbindungen nach BS, die mit der Begründung einer um 5 Minuten kürzeren Fahrt nach Hannover durchtrennt wurden.

    Attraktivitätssteigerungen im Bahnverkehr finden ja wohl üblicherweise nicht statt, weil plötzlich mehr Passagiere da sind und der Strecke dann mehr Beachtung geschenkt wird sondern weil eine Strecke attraktiver gemacht wird und dadurch mehr Passagiere sie nutzen.

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