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Ländertickets teilweise mit neuer Preislogik

26.11.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Ländertickets der Deutschen Bahn in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland werden zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember einer neuen Preislogik unterworfen. Die Preise werden – wie beim Quer durchs Land Ticket – nach Mitfahrer gestaffelt. Bislang gab es sie lediglich für eine oder für bis zu fünf Personen, demnächst werden sie pro Person etwas teurer sein.

Frank Sennhenn, Vorstand bei DB Regio: „Es hat sich herausgestellt, dass es unsere Kunden zunehmend als unfair empfinden, wenn ein Ticket für zwei oder drei Personen genauso viel kostet wie für fünf Personen. Mit der neuen Preislogik tragen wir dem Wunsch vieler Kunden Rechnung, dass sich der Umfang der in Anspruch genommenen Leistungen auch im Preis niederschlagen sollte.“

In Schleswig-Holstein ist der Preis beispielsweise zwischen 26 Euro für eine Person und 38 Euro für fünf Personen gestaffelt. Drei Euro Aufpreis pro Person werden fällig. Außerdem dürfen Eltern und Großeltern auf Ländertickets demnächst beliebig viele eigene Kinder oder Enkelkinder mitfahren lassen.

Die Ländertickets gelten montags bis freitags ab 9 Uhr in allen Nahverkehrszügen, die die DB-Tarif anerkennen. Sie enden um 3 Uhr morgens am Folgetag. Ein Übergang in die erste Wagenklasse ist nicht möglich. Samstags sowie an Sonn- und Feiertagen gelten sie ganztägig.

12 Responses

  1. Prinzipiell sehr begrüßenswert, 26 Euro für eine Person sind jedoch ein starkes Stück, ist dies sogar teurer als das sonst teuerste Länderticket, das SchönerTagTicketNRW Single.


  2. Stefan Hennigfeld
    26.11.10 um 10:15

    Dafür ist es für eine oder zwei Personen billiger als bisher. Auch die Regelung, daß Eltern / Großeltern beliebig viele eigene Kinder / Enkelkinder kostenfrei mitnehmen können ist neu und eine Verbesserung. Das nimmt die Hemmschwelle, Ausflüge mit der Bahn zu machen, weiter herunter.

  3. Ja, das stimmt in der Tat.

    Für eine Person hätte ich mir aber eher Preise in der Größenordnung von jetzigen Ländertickets Single dünnbesiedelter Länder (=20…22 Euro) gewünscht. Aber gut, günstiger wird es auch so und außerdem wird durch diese Regelung dem Missbrauch Einhalt geboten.

    Interessant wäre es, ob durch diese neue Regelung die mehrdeutige Klausel „eine Erweiterung der Gruppengröße ist nicht zugelassen“ entfällt. Und es damit nicht mehr zweifelhaft ist, im Vorhinein feststehende Mitfahrer unterwegs einzusammeln.


  4. Niklas Luerßen
    26.11.10 um 14:54

    Also beim letzten QdLT-Ticket war der Passus noch in den Bestimmungen enthalten. Das bedeutete, daß man zwar ein Ticket für zwei Personen kaufen konnte, wenn man aber alleine losgefahren ist, dürfte man theoretisch keine zweite Person unterwegs mitnehmen.

    Ich fand das ziemlich kacke, weil ich kaufe ein Zweierticket ja gerade deshalb, damit ich noch wen mitnehmen kann und habe das als Möglichkeit gesehen, endlich mit deiner angesprochenen rechtlichen Lücke (Gruppenticket unbestimmter Größe (max. 5), wie viele fahren denn nun genau mit usw.) aufzuräumen.

    Ich hoffe daher ebenfalls, daß dieser Passus fällt, wenn der gestaffelte Preis pro Person eingeführt wird.

  5. Zum Glück wird das relativ locker gehandhabt, nicht so wie in Österreich, wo bei einem Einfach-Raus-Ticket für drei Personen auch stets drei Personen anwesend sein müssen.
    Alleine fahren geht damit z.B. überhaupt nicht und das wird auch alles scharf kontrolliert.

  6. Merkwürdig: In der werbewirksamen Pressemitteilung heißt es, Eltern/Großeltern können beliebig viele eigene Kinder mitnehmen.

    Auf bahn.de/quer-durchs-land hingegen steht, dass die Gruppengröße maximal 5 Personen betragen darf, und Kinder von 6 bis 14 als Person zählen. Dies begrenzt meiner Ansicht nach die „beliebig“ vielen Kinder.

  7. Die Preise werden doch nicht gestaffelt, um uns eine Wohltat zu geben. Als ich am Fahrkartenautomaten dran kam, um mein Wochenendeticket Reutlingen- Stuttgart- Köln- Radevormwald zu kaufen, habe ich das unter Nennung der Strecke laut kund getan und zum Mitfahren eingeladen. Und schon war eine kleine Gruppe zusammen.

    Ich habe auch schon zu meiner Studentenzeit vor Abfahrt des Zuges Fahrgäste gefragt, ob Leute mit Wochenendeticket im Zug sitzen, die mich mitnehmen können, wenn sich für die Fahrtstrecke kein Wochenende Ticket lohnte. Manchmal hat es geklappt.

    Wenn die Bahn die Preise staffelt, wendet diese sich gegen die Anhalter. Beim Auto spielt es auch keine Rolle, ob 1 oder 5 Personen mitfahren.

    Aber wenn ich eine Karte habe, wo Leute mitfahren können, weise ich an Haltestellen immer alle anderen darauf hin oder warte in Automatennähe, um Mitfahrer zu finden. Das mache ich immer gratis. Wenn jemand was geben will, muss der selber darauf kommen.

    Es wäre aber schön, wenn durch gestaffelte Preise wieder das Ticket für zwei Tage eingeführt würde und sogar bei Feiertagen mit Wochenendanschluss 3 bis 4 Tage möglich würden.

    Das NRW- Länderticket lohnt sich fast nur, wenn man an einem Tag hin und zurück fährt, für eine Wochenendveranstaltung wäre ein Zweitagesticket schon sehr schön. Und das Schöne Fahrt Ticket für eine Person gilt zwar in ganz NRW, kann aber nur 2 Stunden genutzt werden. es ist teurer, als die Zone D des VRR, hat aber nur den Nutzungszeitraum, wie die Zone B des VRR. Je nachdem, wo man in NRW wohnt, kommt man in zwei Stunden nicht sehr weit. Nur bei einer guten RE- Verbindung kann man in 2 Stunden eine gute Strecke schaffen (z.B. Solingen- Münster ist möglich, Radevormwald- Münster, obwohl ungefähr gleichweit, geht nicht, weil das Umsteigen und der Bus zum RE zu lange dauern.

    Kritisch sind die Grenzbereiche der Ländertickets. Hier wäre eine Überlappung sinnvoll, z.B. von Siegen bis Marburg, von Siegen bis Gießen, von Köln bis Koblenz und Limburg, von Hameln bis Paderborn, Hameln bis Bielefeld, von Kassel bis Paderborn oder Winterberg, von Rheine bis Norddeich, Bielefeld bis Hannover, Göttingen- Paderborn und von Köln bis Trier.
    Auch grenznahe Orte anderer Staaten sollten in die Tickets aufgenommen werden, wofür man im Gegenzug Angebote aus dem Ausland bis Aachen, Münster, Duisburg und Düsseldorf anerkennt. So konnten Enschede, Arnheim, Venlo, Maastricht und Lüttich (Liege) an den NRW-Tarif und das Wochenendeticket angebunden werden.

    Nur mal Erinnerung:
    Das Wochenendeticket wurde für 7,5 Euro eingeführt und galt 2 Tage, heute kostet es fast das 5- fache und gilt einen Tag.

    Und die Planer bei der Bahn waren überrascht, wie voll die Züge bei dem Superpreis waren. Sie haben ihrem eigenen Produkt nicht getraut und meinten, die Leute seien nicht zum Bahnfahren zu bewegen! Aber immer, wenn die Bahn mal gute Angebote hatte (angefangen beim elefantenstarken rosaroten Wochenende) haben die Menschen die Planer überrascht, wie gut diese auf solche Angebote reagieren.
    Ich erinnere mich noch an einen Nacht- D- Zug Köln- München, der wegen der Nachfrage in mehrere Züge aufgeteilt wurde, die sich nachts ab und zu an den Bahnhöfen begegneten. Mit dem Rosaroten Wochenende hatten wir ein Abteil der ersten Klasse belegt, um München und Berchtesgaden zu besuchen.

    Eine Frage beantwortet der Text oben nicht: Bis zu welchen Alter dürfen die Kinder mitfahren? Bis 16 gehen alle auf die Regelschulen, bis 19 sind fast alle in Ausbildung oder am Gymnasium. Einige machen ein soziales Jahr oder bleiben sitzen. Gemeinsam haben alle, dass diese kein oder wenig Geld verdienen.
    Und was ist, wenn zum Geburtstag oder Ausflug ein paar Freunde mitfahren wollen? Warum nur eigene Kinder? In jedem Auto kann ich entsprechend der Regeln die Gruppe beliebig zusammensetzen und maximal 8 Personen mitnehmen.

  8. Ich weiss gerade nicht wie es in NRW aussieht, aber zumindest im Sueden klappt das mit der Ueberlappung sehr gut. Bspw. kommt man mit den Rheinland-Pfalz-Tickets bis Karlsruhe runter, mit den Baden-Wuerttemberg-Tickets bis tief in die Pfalz. Irgendwo kurz vor Neustadt an der Weinstrasse und kurz vor Pirmasens. Und nach Frankreich kommt man damit auch. Lauterbourg, Wissembourg, das sind Staedte die im KVV liegen und auch im Ba-Wue-Ticket-Bereich. Da war ich, als ich noch studierte, paar Mal.

  9. Pauschalpreis-Tickets des NRW-Tarifs (SchönerTagTicket…) gelten außerhalb bis
    -Bad Karlshafen
    -Willingen
    -Niederschelden Nord
    -Ingelbach
    -Struthütten
    -Daaden
    -Linz
    -Brohl
    -Gerolstein
    -Ahrbrück
    -Enschede
    und auf der Transitstrecke Ibbenbüren – Bünde sowie von, nach und in Osnabrück

  10. Nur mal Erinnerung:
    Das Wochenendeticket wurde für 7,5 Euro eingeführt und galt 2 Tage, heute kostet es fast das 5- fache und gilt einen Tag.

    Der Ertrag so einer Fahrkarte auch nur annähernd in dieser Preisklasse wird so unglaublich hundsmiserabel sein, egal wie viele Millionen Menschen dadurch mehr Zug fahren.

  11. Mir versaut die neue Regelung der Ländertickets ziemlich meine heimfahrt. Studiere in Österreich, komme aber aus Nord-SH (2 1/2 h von hh aus) und bin bisher mit mitfahrgelegenheiten immer ganz gut bis hamburg gekommen. von da aus hab ich mich am bahnhof nach gruppen umgesehen. letztes mal hab ich dann im zug sogar noch leute gefunden, alles kein problem und neue bekanntschaften macht man ja auch. jetzt siehts schlecht aus, bzw is mit sehr viel mehr mühe und aufwand verbunden irgendwie im gleichen preisniveau nach hause zu kommen… die db kriegts doch immer wieder hin bahnfahren unattraktiv zu machen. apllaus..

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