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EBA stoppt Neubaustrecke Wendlingen-Ulm

17.11.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Wie das Nachrichtenmagazin Stern berichtet, hat das Eisenbahnbundesamt für die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm „vorläufig keine Baufreigabe in finanzieller Hinsicht“ erteilt. Im Klartext: Die für die Schnellfahrstrecke durch die Schwäbische Alb geplanten 2,89 Milliarden Euro reichen vorne und hinten nicht, ein Finanzierungskonzept ist nicht vorhanden. Und ohne Neubaustrecke hätte auch der Tunnelbahnhof keinen Sinn.

So sind allein zwei Tunnel um insgesamt rund 280 Millionen Euro teurer geworden als geplant. Aufgrund dessen und wegen der übrigen Erfahrungen mit derartigen Neubaustrecken sieht die Bonner Behörde keine Möglichkeit mehr, mit den geplanten Investitionsmitteln auszukommen. Es sei „nicht zu erwarten, dass derart hohe Mehrkosten (…) kompensiert werden können.“

Dazu zitiert der Stern aus einem internen Bericht der Deutschen Bahn aus September 2010: „Die derzeit vorliegenden Kostenberechnungen der Entwurfsplanungen ergeben jedoch eine höhere Gesamtsumme.“ Deshalb stehe bereits jetzt fest, dass die Endsumme höher ausfalle als „öffentlich kommuniziert.“ Und das sieht das Eisenbahnbundesamt kritisch: „Unter diesen Voraussetzungen ist die Gesamtfinanzierung des Vorhabens zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesichert.“

Wie der Stern weiter berichtet, ist schon vor dem Baubeginn nicht nur die Finanzierung, sondern auch der Zeitplan zusammen gebrochen. Bahnintern sei schon lange klar, dass der Zeitplan von einer Fertigstellung im Jahr 2019 nicht mehr einzuhalten sei. Open End – nicht nur bei den Baukosten, sondern auch bei der Bauzeit. Falls das Projekt nicht doch noch nach den Landtagswahlen am 27. März gestoppt wird.

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