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Düsseldorf: Zwei Reisende kollabieren im RE1

06.11.10 (Allgemein) Autor:admin

Am Donnerstag, den 4. November 2010, kollabierten zwei Fahrgäste im RE1 in Fahrtrichtung Hamm kurz hinter Düsseldorf-Benrath. Der Zug, der um 07.49 Uhr Köln in Richtung Norden verlässt, sei bereits schon länger sehr voll, doch am Donnerstag fehlte ein Wagen. Hierdurch sei der Zug noch voller als sonst gewesen, heißt es. Ursache war „eine technische Störung“, wie Bahnsprecher Udo Kampschulte, mitteilte.

Er frage sich aber, „wie man als erwachsener mündiger Bürger in einen Zug einsteigen kann, der so voll ist.“ Gerade auf der Relation Köln-Düsseldorf finden etliche Zugfahrten statt, sodass ein Warten auf den nächsten Zug im Regelfall keine sehr hohe Verspätung für den einzelnen Reisenden erzeugt. Eine 29-jährige Frau musste vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht werden, der andere Fahrgast konnte nach kurzer Behandlung seine Reise fortsetzen.

Auf Grund der Überfüllung des nach dem Einsatz nahezu 40 Minuten verspäteten Zuges wurde ab Düsseldorf Hbf ein nachfolgender ICE für die Reisenden freigegeben.

17 Responses


  1. Signalhorn
    06.11.10 um 16:20

    Die Aussage von DB-Sprecher Udo Kampschulte („wie man als erwachsener mündiger Bürger in einem Zug einsteigen kann, der so voll ist.“) kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Die Fahrgäste müssen doch wohl selber entscheiden, ob sie es „wagen“ einzusteigen oder nicht. Ausnahme ist, wenn durch das Fahrpersonal klar und deutlich das Einsteigen verboten ist. Wenn das Fahrpersonal keinen Hinweis gibt, ist es einem selber überlassen, ob man einsteigt.
    Außerdem fährt als gleichweitiger Zug nur der RE1 im Stundentakt in diese Richtung; mit der S-Bahn zu fahren dauert viel länger und mit einem Fernverkehrszug ist es wesentlich teurer!

  2. Nu ja. Einerseits hat er Recht, ein erwachsener muendiger Buerger duerfte genug im Hirn haben um da nicht einzusteigen. Andererseits ist es aber nicht gerade ein Geheimnis, das ein Grossteil der Kunden sein Gehirn am ServicePoint des Abgangsbahnhofs hinterlaesst und am Zielbahnhof erst wieder abholt.


  3. Jürgen E.
    06.11.10 um 17:25

    Er frage sich aber, “wie man als erwachsener mündiger Bürger in einen Zug einsteigen kann, der so voll ist.” Gerade auf der Relation Köln-Düsseldorf finden etlcieh Zugfahrten statt, sodass ein Warten auf den nächsten Zug im Regelfall keine sehr hohe Verspätung für den einzelnen Reisenden erzeugt.

    Klar, es fahren zwischen 07:00 h und 09:00 h jede Menge Züge von Köln nach Düsseldorf:

    (Fahrplan für Montag, 8.11.2010)

    07:10 IC 11,00 €
    07:15 IC 11,00 €
    07:21 S,ICE 16,50 €
    07:31 RE Verbundtarif
    07:46 IC 11,00 €
    07:49 RE Verbundtarif
    07:57 S-Bahn Verbundtarif
    08:10 ICE 16,50 €
    08:11 S,ICE 16,50 €
    08:26 ICE 16,50 €
    08:31 RE Verbundtarif
    08:46 ICE 16,50 €
    08:49 RE Verbundtarif
    08:49 S-Bahn Verbundtarif

    Herr Kampschulte hat also völlig recht, nur muss dann rechtzeitig der Fernverkehr freigebeben werden, nicht erst wenn „das Kind in den Brunnen gefallen ist“.


  4. Signalhorn
    06.11.10 um 19:14

    Einen Fernverkehrszug zum Nahverkehrstarif zu nutzen ist aber auch erst ab 20 Minuten Verspätung möglich und wenn die nächste Möglichkeit NICHT aus einem NV-Zug besteht. Außerdem hält beispielsweise der RE1 oder RE5 zwischen Köln Hbf und Düsseldorf Hbf an einigen Nahverkehrsbahnhöfen; dort kann man also nur einen NV-Zug oder eine S-Bahn benutzen.
    Hier stehen alle Bahnhöfe zwischen Köln und D´dorf, wo die KEINE Fernverkehrszüge halten:
    – Köln Messe/Deutz (hoch) >hier gibt es vielleicht Meinungsverschiedenheiten. Zwar gehört Köln Messe/Deutz (hoch) auch zu Köln Messe/Deutz (tief) aber K M/D (hoch) wird ja schließlich von K M/D (tief) getrennt.
    – Köln-Mülheim
    – Leverkusen Mitte
    – Düsseldorf-Benrath


  5. Clemens Kistinger
    06.11.10 um 22:36

    Ich denke nicht, dass die meisten Kunden ihr Gehirn abgeben, sondern es wird ihnen abgenommen. Die Zugbindung z.B. zwingt oft dazu, einen bestimmten Zug zu erreichen, koste es, was es wolle.

  6. Sicher, die Gründe, warum ein Zug gewählt wird, sind wohl vielfältig. Ich bin sehr oft zwischen Essen-Dortmund-Köln in verschiedenen Zuggattungen unterwegs und habe dennoch auch vielfach die Beobachtung gemacht, dass der erste Zug, der Einfahrt erhält, mit großem Gedrängel „geentert“ wird (auch wenn bereits der nachfolgende Zug per Lautsprecher angekündigt wird). Insbesondere bei Verspätungen liegen die Zugfolgeabstände auf dieser Strecke zum Teil (sowohl im Regional- als auch im Fernverkehr) bei nur 5 Minuten. Meist bin ich aber tortzdem einer der ganz wenigen, die diese Zeit „opfern“, etwas warten und dann dafür in einem „fast leeren“ Zug hinterher fahren. Z.B. gerade wieder an diesem Freitag gg. 18.30 erlebt (gewählter Zug dann IC 1807 mit einem Abteil am Freitagabend für mich alleine!). Ich kann mir kaum vorstellen, dass alle Reisenden einen knappen Anschluß benötigen bzw. ein äusserst wichtiger Termin zu platzen droht resp. eine Zugbindung vorliegt.


  7. Jürgen E.
    07.11.10 um 00:07

    @ Signalhorn

    Außerdem hält beispielsweise der RE1 oder RE5 zwischen Köln Hbf und Düsseldorf Hbf an einigen Nahverkehrsbahnhöfen; dort kann man also nur einen NV-Zug oder eine S-Bahn benutzen.

    Das kommt hinzu, auch für Relationen hinter Düsseldorf Hbf.


  8. Signalhorn
    07.11.10 um 11:12

    Es kommt also immer drauf an, ob die Deutsche Bahn einen Fernverkehrszug freigibt, ob man mehr Geld für einen Fernverkehrszug ausgeben will oder ob es eine passende Zugfolge gibt. Bei Verspätungen kann sich dies natürlich erheblich ändern.

  9. Also, nach meiner Erfahrung haben gerade mal 15 bis 20% der Fahrgaeste Tickets mit Zugbindung. Und die wird von den Kollegen ZuB auch bereitwillig aufgehoben, wenn der Zug verspaetet ist oder andere schluessige Gruende vorliegen. Da kommt dann der handschriftliche Vermerk „Zugbindung aufgehoben“ mit Stempel und manchmal Unterschrift auf die Rueckseite der Fahrkarte.

  10. Die Leute werden schon ihre Gründe haben, warum sie versuchen mit dem Zug mitzukommen, wohl kaum einer steht gerne wie in einer Ölsardinendose im Zug. Zum einen fährt der Zug nur einmal die Stunde nach Hamm, zum anderen war die DB anscheinend nicht in der Lage, die unter normalen Umständen auch schon zu knappen Kapazitäten auf die übliche Länge zu bringen. Also lieber eine Stunde auf den nächsten überfüllten Zug warten?

    Und wir wollen doch mal nicht so tun, als habe die Deutsche Bahn etwas mit Pünktlichkeit oder Service zu tun. Der Sprecher sagt doch klar, wo er die Schuld sieht, nämlich bei den Fahrgästen, die DB hat keine Fehler gemacht.

  11. Sicher hat die DB Fehler begannen! Man muss aber die Aussage genauer unter die Lupe nehmen! Was tut ihr wenn ihr einen dringenden Termin habt und auf in keinem Fall zu spät kommen wollt aber gleichzeitig wisst das der RE1 immer überfüllt ist? Ich nehme ein Zug eher! Lieber zu früh als zu spät ;). Ich kann die Leute nicht verstehen die einen dringenden Termin haben und schon vorab wissen das dieser Zug immer Verspätung hat aber trotzdem die zu knapp bemessene Verbindung nehmen!
    Die S6 fährt jede 20 Minuten von Köln Richtung Ruhrgebiet! Diese könne man ja nur bis Düsseldorf nehmen und dort z.B. auf den RE6,RE11,S1 Richtung Essen umsteigen ;).
    Das was da passiert ist ist nicht schön. Aber jeder Fahrgast soll wirklich wissen,wann es nicht mehr reingeht!

  12. Sicher hat die DB Fehler begannen! Man muss aber die Aussage genauer unter die Lupe nehmen! Was tut ihr wenn ihr einen dringenden Termin habt und auf in keinem Fall zu spät kommen wollt aber gleichzeitig wisst das der RE1 immer überfüllt ist? Ich nehme ein Zug eher! Lieber zu früh als zu spät.

    Jetzt stellen Sie sich mal vor, es gibt Menschen in einem festen Arbeitsverhältnis, die nicht aus Langeweile mit der Bahn fahren, sondern rein zweckmäßig, um von A nach B zu kommen. Ein potentieller Bahnkunde, der ein Auto sein eigen nennt, wird nicht regelmäßig vierzig Minuten früher aufstehen, nur weil das Angebot im Schienenpersonennahverkehr nicht in der Lage ist, ihn nach den Vorgaben des Fahrplans an seinen Arbeitsplatz zu bringen.

    Ich kann die Leute nicht verstehen die einen dringenden Termin haben und schon vorab wissen das dieser Zug immer Verspätung hat aber trotzdem die zu knapp bemessene Verbindung nehmen!

    Ich kann die noch verbliebenen Bahnnutzer auch nicht verstehen, weil unter den gegebenen Umständen meine Wahl auf den Verkehrsträger Straße fallen würde.

    Die S6 fährt jede 20 Minuten von Köln Richtung Ruhrgebiet! Diese könne man ja nur bis Düsseldorf nehmen und dort z.B. auf den RE6,RE11,S1 Richtung Essen umsteigen.

    Die S 6 ist eben keine Alternative für die schnellen RE-Linien, weil die Fahrzeit fast doppelt so lang ist. Wenn man dann mit der S 6 in Düsseldorf ist, erreicht man nur den nächsten Takt der RE-Linie eine Stunde später.

    Das was da passiert ist ist nicht schön. Aber jeder Fahrgast soll wirklich wissen,wann es nicht mehr reingeht!

    Das sind die Worte des Pressesprechers von DB Regio NRW und ganz erlich diese Aussage ist sowas von daneben. Man kann doch nicht ein Verschulden eines Unternehmen, zum Verschulden des Kunden auslegen. Hätte sich diese Aussage ein Pressesprecher in einem anderen Wirtschaftszweig geleistet, hätte er sich mit großer Sicherheit binnen weniger Stunden seine Papiere beim Personalbüro abholen dürfen.


  13. x-Wagen Hasser
    12.11.10 um 19:25

    Die S 6 ist eben keine Alternative für die schnellen RE-Linien, weil die Fahrzeit fast doppelt so lang ist. Wenn man dann mit der S 6 in Düsseldorf ist, erreicht man nur den nächsten Takt der RE-Linie eine Stunde später.

    Dazu kommt, dass die S6:
    1.) sehr störanfällig ist
    2.) in der HVZ ebenfalls „überfüllt“ ist

  14. Ich kann die Leute nicht verstehen die einen dringenden Termin haben und schon vorab wissen das dieser Zug immer Verspätung hat aber trotzdem die zu knapp bemessene Verbindung nehmen!
    Die S6 fährt jede 20 Minuten von Köln Richtung Ruhrgebiet! Diese könne man ja nur bis Düsseldorf nehmen und dort z.B. auf den RE6,RE11,S1 Richtung Essen umsteigen.

    Ach ja, das Märchen von den vielen Alternativen oder vom eher losfahren. Wie gesagt, nur die Wenigsten fahren mit der DB um in der drangvollen Enge Körperkontakt zu suchen. Die Geschehnisse wie im Artikel passieren bestimmt nicht, weil die gleiche Strecke von massenhaft leeren und pünktlichen Zügen bedient wird.

  15. RHEIN-RUHR-EXPRESS NEIN DANKE!

    Warum über 2 Mrd. Euro ausgeben?

    Hey, DB Regio wacht endlich auf!!!

    Kauft endlich mehr Doppelstockwagen! Hängt an jeden RE 1 zwei Doppelstockwagen und an jeden RE 5 einen Doppelstockwagen und Ihr werdet sehen: DER TAG IST GERETTET!

    Anschließend braucht Ihr die Projektplaner des „Rhein-Ruhr-Express“ nicht mehr permanent zu wecken. Denn wer so lange an diesem Projekt „schläft“ muss doch irgendwann mal ausgeschlafen sein.

    Gebt mir max. 100 Mio. Euro für das zusätzliche Rollmaterial und ich zeige Euch wie diese Idee funktioniert.

    Schönen Gruß aus Köln am Rhein von der schäl Sick

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