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DB begrenzt Ansagen

22.11.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

In den Zügen der Deutschen Bahn soll es künftig wesentlich weniger Ansagen geben als bislang. Das sagte der Konzernbevollmächtigte Ingolf Leuschel in der Welt am Sonntag. „Englische Ansagen wird es künftig nur noch auf den zehn größten deutschen Bahnhöfen geben.“ Das sind u.a. Frankfurt am Main, Köln, Hamburg, München und Stuttgart. Außerdem an Bahnhöfen von internationalen Flughäfen.

Die immer wieder unfreiwillig komischen Ansagen im Stil „Thank you for travelling“ werden damit ein Ende finden. Allerdings soll das Zugpersonal in nächster Zeit verstärkt zu Ansageschulungen geschickt werden, damit die Fahrgäste über die wesentlichen Dinge informiert werden. Wenn ein Zug zehn Minuten auf freier Strecke anhält, können die Kunden mit einem Satz über das Halt zeigende Signal informiert werden – statt ellenlangen Vorträgen, welche Züge am nächsten Bahnhof 45 Minuten später abfahren.

Bei Beschwerden sollen die Antworten künftig weniger standardisiert ausfallen. Persönliche Briefe und Anrufe statt Textbausteinen sollen die Kunden das Gefühl geben, mit ihrem Anliegen ernst genommen zu werden.

5 Responses

  1. „das Gefühl geben, […] ernst genommen zu werden“

    Es geht doch nichts über etwas gespieltes Interesse am Kunden ;)

    Ich hoffe jedenfalls die Ansagen über das „kulinarische Angebot“ und wegen 1 Minute Halt haben ein Ende.

  2. Also ich finde englische Ansagen sehr wichtig, schließlich sollen auch Ausländer an ihr gewünschtes Ziel kommen.
    Mir kommt es eher so vor das es der Bahn peinlich ist das ihre Mitarbeiter nicht in der Lage sind vernünftig Englisch zu sprechen, daher wird es auf das nötigste begrenzt.


  3. Jürgen E.
    22.11.10 um 21:09

    @ Kai

    Es ist schon möglich, dass es der DB AG peinlich ist, dass ihre Mitarbeiter keine englischen Muttersprachler sind. Wäre dem so, würden wohl die deutschsprachigen Fahrgäste die Ansagen in Deutsch nicht verstehen ;).

    Die Reduzierung der englischen Ansagen auf solche Halte, wo internationales Publikum verkehrt, ist in Ordnung.

    Wie ist es eigentlich in unseren Nachbarländern?

  4. Es gibt da auch einige Kollegen die sagen zum Beispiel sowas: „You have connection mit IC to Hamburg auf Track fünf …“

    Und ob es im BordBistro Tütenessen, nach Tim Melzer komponiert für 14,90€ gibt, interessiert mich ungefähr so viel als ob in China ein Sack Reis umfällt.

  5. @Sven: Wenn man ein kulinarisches Angebot im Zug haben möchte (egal ob Restaurant oder Bistro), sollte man auch damit leben können, dass dafür Werbung gemacht wird. Ich erinnere nur an den Aufschrei vor einigen Jahren, als die Restaurants abgeschafft werden sollten.

    Auch wenn ich als Vielfahrer einen Großteil der Ansagen nicht benötige, finde ich es doch richtig und wichtig, unerfahreneren Fahrgästen ausreichende Informationen und insb. das Gefühl zu geben, dass sich jemand um ihre Probleme kümmert.
    „Ja, wir wissen, dass wir Verspätung haben; wir kümmern uns um Ihre Anschlüsse, auch wenn wir jetzt noch keine Details sagen können“ ist immer noch besser, als die Leute bis 5 Minuten vor Ankunft immer nervöser werden zu lassen.

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