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Bombardier E-Talent 2 fährt bald in Leipzig

20.11.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Deutsche Bahn hat bei Bombardier 51 weitere Elektrotriebzüge vom Typ Talent 2 bestellt. Sie sollen in und um Leipzig auf der S-Bahn Mitteldeutschland zum Einsatz kommen. Das Investitionsvolumen beträgt rund 200 Millionen Euro. Es werden 36 drei- und 17 vierteilige Fahrzeuge gebaut. Ab Dezember 2013 werden sie im Regelbetrieb fahren und das veraltete, teilweise noch aus DDR-Produktion stammende Rollmaterial ablösen.

Die Neufahrzeuge werden vollständig klimatisiert sein und über Schiebetritte verfügen, die einen barrierefreien Ein- und Ausstieg ermöglichen. Komfortable Mehrzweckabteile werden zudem für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen das Reisen erleichtern. Behindertengerechte Toiletten und Fahrgastinformationssysteme werden die S-Bahn Mitteldeutschland fit fürs 21. Jahrhundert machen. Für mehr Sicherheit sorgt die Videoüberwachung im Fahrgastraum.

Insgesamt hat die Deutsche Bahn damit 287 E-Talent 2 bei Bombardier bestellt. Die Leipziger werden sich jedoch durch ihre Farbgebung stark von den anderen unterscheiden: Sie sollen nicht im verkehrsroten DB-Design, sondern mit den Farben der S-Bahn Mitteldeutschland unterwegs sein.

9 Responses

  1. Weiß jemand wie weit der Zulassungsprozess schon ist und wann die Talents endlich fahren werden?


  2. Stefan Hennigfeld
    20.11.10 um 13:31

    Also diese Züge fahren erst in vielen Jahren, da müssen wir uns jetzt noch keine Gedanken drum machen. Du meinst sicher die Züge, die z.B. für den RE zwischen Aachen und Gießen bei DB Regio Rheinland vorgesehen sind. Hier wird wohl noch einige Zeit älteres Rollmaterial zum Einsatz kommen müssen. Möglicherweise auch die stark veralteten und nicht mehr zeitgemäßen Silberlinge.

  3. die in henningsdorf sind sowieso zu blöd den talent2 aufs gleis zu bringen.zum fahrplanwechsel im dezember wird das auch wieder nichts.allein der talent 2 hat jetzt schon über 200 millionen euro minus produziert und da sreikt man in henningsdorf wenn die geschäftsleitung aufträge nach aachen verlegt.

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  5. Hätte man die TALENT-Produktion in Aachen gelassen, wo er entwickelt wurde, würde er schon längst fahren. Aber nein man musste die Produktion irgendwo nach Neudeutschland verlagern, wo irgendwelche Amateure die Züge zusammenflicken und sich dann wundern das sie nicht laufen. In Aachen werden zur gleichen Zeit qualifizierte Mitarbeiter die schon jahrelang mit dem TALENT Erfahrung haben auf die Straße gesetzt.

    Die Ossis wollen doch nur unsere bewärte Marktwirtschaft sabortieren, weil sie ihrem Erich und seinem kommunistischen System nachtrauern.

  6. Hallo Signal!

    Hättest Du den Satz mit Erich weggelassen, wäre ich 100% deiner Meinung, so nur 99,8% ;-)

    Aber Du sprichst GENAU das Problem an, Arbeit von der Entwicklung weg (Aachen > Henigsdorf) um Billiger zu sein und Mittel aus öffentlichen Kassen (Aufbau Ost) zu bekommen, führt zu sowas.

    Andererseits: Wer versteht die DB? Wenn ich ein Auto kaufe, was nicht läuft, kaufe ich das gleiche Modell bestimmt nicht wieder. So schlittert die DB von Verkehrsvertrag zu Verkehrsvertrag tiefer in die Fahrzeugkrise. Ersatzverkehr wird und Jahre beschäftigen… (Mich sogar auf den „alten“ Loks – Gott sei Dank!)


  7. Matthes Weiss
    22.11.10 um 12:06

    Wer versteht die DB? Wenn ich ein Auto kaufe, was nicht läuft, kaufe ich das gleiche Modell bestimmt nicht wieder.

    Solange z. B. das,

    das,

    das,

    oder das (willkürliche Auswahl meinerseits auf die Schnelle) die Alternativen sind, schlägt man sich anscheinend lieber mit bekannten Macken herum, von denen man vielleicht sogar hofft, daß sie inzwischen gefunden und beseitigt sind…


  8. Stefan Hennigfeld
    22.11.10 um 12:12

    Die DB hat ja mit Bombardier einen Rahmenvertrag über die Lieferung von so und so vielen E-Talent 2 abgeschlossen, ein Pool, aus dem die Züge in jeweils zu spezifizierender Form abgerufen werden können. In diesem Rahmenvertrag werden vermutlich auch für solche Fälle Vereinbarungen getroffen worden sein.

    Und letzlich sind es ja solche Rahmenverträge, die dafür sorgen, daß die DB trotz exorbitant hoher Overheadkosten wettbewerbsfähig bleiben kann. Mit einer traumhaften Kreditwürdigkeit und Rahmenverträgen, die die Existenz ganzer Werke auf Jahre absichern.


  9. Martin Schmidt
    24.11.10 um 09:58

    Gut, dass man sich hier auskennt. Als erstes ist der Talent 2 in Hennigsdorf entwickelt worden, damit hatte Aachen nichts zu tun. Aachen hat zwar den Talent gebaut, der hat nach meinen Informationen (Lesematerial und Besichtigung auf der InnoTrans 2008) maximal noch leichte äußerliche Ähnlichkeit mit dem Talent 2. Zweitens gab es meines Wissens gerade erst die 100Jahre-Feier zum Bestehen des Eisenbahnbaus in Hennigsdorf. Ein wenig Erfahrung sollte sich da schon sammeln lassen. Drittens vermischt sich in dieser Branche die Belegschaft sehr stark, sodass die „Ossis“ (schon traurig, dass das nach 20 Jahren noch nicht aus den Köpfen mancher Vorurteilsfreien entschwunden ist) wohl nicht mal mehr die Hälfte der Belegschaft ausmachen.

    Ich bin auch nicht begeistert, dass Aachen solche Einschnitte hinnehmen muss, dass ist aber sicherlich nicht auf Wunsch der Kollegen in Hennigsdorf passiert (zumindest nicht der eigentlichen Belegschaft). Soetwas ist immer Entscheidung des Managements…

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