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Warnstreiks am 26.10.: DB kritisiert Gewerkschaften

27.10.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Deutsche Bahn hat die Gewerkschaften der Tarifgemeinschaft Transnet/GDBA für ihre Warnstreiks am 26. Oktober stark kritisiert. Die Maßnahmen seien „unangemessen und unverhältnismäßig“. Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg: „Wir bedauern, dass hunderttausende Kunden von den Streiks betroffen waren – und das sogar im Fernverkehr, obwohl der eigentliche Adressat unsere Wettbewerber im Nahverkehr sind.“

Die Arbeitsniederlegungen haben den Fern- und Regionalverkehr in Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen erheblich beeinträchtigt. Die Tarifgemeinschaft hat auch Fahrdienstleiter der DB Netz dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Die Tarifhoheit über die Lokomotivführer liegt bei der GDL, die aufgrund der konstruktiven Verhandlungen mit DB und Privatbahnen keinen Anlass für Arbeitskampfmaßnahmen sieht.

Ulrich Weber, Personalvorstand der Deutschen Bahn: „Es kann nicht sein, dass die Gewerkschaften die DB bestreiken, um Druck auf andere Bahnunternehmen auszuüben, nur weil diese bisher unzureichende Angebote vorgelegt haben. Schließlich unterstützt die DB die Forderungen nach einem Branchentarifvertrag. Wir stehen zu unserem Angebot und erneuern unsere Verhandlungsbereitschaft.“

Wann es weitere Arbeitsniederlegungen geben wird ist im Moment noch nicht bekannt. Die Gewerkschaften hoffen zunächst drauf, dass die Arbeitgeber an den Verhandlungstisch zurückkehren. Es ist jedoch für die nächsten Wochen und Monate immer wieder mit Streikauswirkungen zu rechnen.

2 Responses

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  2. Wie aus Verhandlungskreisen verlautete, hat die DB ein Angebot unterbreitet: Sie würde einen Branchentarifvertrag akzeptieren, der auf dem durchschnittlichen Niveau der drei am höchsten dotierten Tarifverträge der Privatbahnen liegt – und damit leicht unter dem der DB. Voraussetzung: Mindestens 50 Prozent der privaten Konkurrenten müssten den Branchentarif akzeptieren. Das verstehe ich nicht, will die Bahn wieder das Monopol durch die Hintertür einführen. Die sollen jetzt mal nicht Politik machen, sondern ihre Züge zum Laufen bringen.

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