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Verband der Bahnindustrie fordert ETCS-Ausbau

26.10.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Der Verband der deutschen Bahnindustrie e.V. (VDB) fordert Politik und DB Netz auf, die europaweiten ETCS-Ausbau voranzutreiben. Jüngste Forderungen des Netzbeirates, auf das Leit- und Sicherungssystem zu verzichten, hält man für „unverständlich und überzogen“. ETCS sei technisch ausgereift, bezahlbar und alternativlos, wenn man einen europaweit einheitlichen Eisenbahnraum schaffen möchte.

VDB-Hauptgeschäftsführer Roland Pörner: „Wer die zum Greifen nahe Vision eines Schengen auf der Schiene Wirklichkeit werden lassen will, kann auf den harmonisierenden technischen Standard nicht verzichten. Nur so kann der umwelt- und klimafreundlichste motorisierte Verkehrsträger im Wettbewerb gestärkt werden und die wachsenden Güterverkehrsströme des Zukunft bewältigt werden.“

Der Netzbeirat stützte seine Argumentation gegen ETCS auf im wesentlichen drei Punkte. Angefangen damit, dass das System national zersplittert sei und somit gerade nicht ein europaweit einheitliches System. Der VDB stellt dazu fest, dass es zwar korrekt sei, dass ETCS in den Anfangsjahren an die jeweilige nationale Technik angepasst worden sei, seit Ende 2007 werde jedoch alles auf den gemeinsamen Standard SRS 2.3.0d aufgerüstet.

Der Netzbeirat sagte auch, dass eine Aufrüstung vorhandener Lokomotiven auf ETCS-Standard mit rund 500.000 Euro pro Maschine zu Buche schlagen würde, was man als unverhältnismäßig hoch ansah. Tatsächlich seien, so der VDB, in den letzten Jahren bei Ausschreibungen deutlich geringere Preise für die Nachrüstung erzielt worden.

Der Netzbeirat befürchtet außerdem, dass die europäische Güterverkehrsachse Rotterdam – Genua auf deutschem Gebiet nicht vereinbarungsgemäß ausgebaut werde, weil noch keine nationalen Finanzierungsvereinbarungen vorhanden sind. Der VDB geht jedoch davon aus, dass die Bundesregierung sich an bestehende Verträge halten wird.

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