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Ausschreibung Kölner Dieselnetz gescheitert – Angebote sind Bestellern zu teuer

07.10.10 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Die Ausschreibung des Kölner Dieselnetz ist, ähnlich wie die Ausschreibung des Dieselnetz Westmünsterland, an zu teuren Angeboten gescheitert. Für das Netz hatten sich letztendlich nur DB Regio und Trans Regio beworben. Beide Angebote sollen aber aus Sicht der Aufgabenträger SPNV Nord und Nahverkehr Rheinland (NVR), aus dem finanziell möglichen Rahmen fallen. Außerdem entsprechen die Komfortmerkmale der Fahrzeuge, mit denen die beiden Unternehmen geboten haben, nicht den geforderten Ansprüchen.

Durch die Ausschreibung solltren auf den Strecken Meinerzhagen – Köln, Köln – Trier, Euskirchen – Bad Münstereifel, Euskirchen – Bonn und Bonn – Ahrbrück moderne Fahrzeuge eingesetzt werden und teilweise ganz neue Fahrpläne eingeführt werden. Durch das Scheitern der Ausschreibung ist die Umsetzung der Fahrplankonzeption des Rheinland-Pfalz Takt 2015 massiv gefährdet. Die Verantwortlichen bei den SPNV-Bestellern denken jetzt über eine erneute Ausschreibung nach, räumen allerdings ein, dass es bis zum Fahrplanwechsel 2013 eng wird, wenn die Eisenbahnverkehrsunternehmen noch neue Fahrzeuge anschaffen müssen.

Dabei gab es schon vor dem Bieterschluss am 11. August 2010 massive Kritik an der Ausschreibung seitens der Bieter. Eine Vielzahl hat wegen einiger Hürden gar keine Angebote eingereicht. So sollen die Besteller eine erschreckend hohe Pünktlichkeitsquote gefordert haben, die für dieses Netz einfach nicht erreichbar ist. Das für die Ausschreibung zuständige Ingenieurbüro soll nur 52 von 250 Fragen der Bieter ausreichend beantwortet haben und zur Zeit ist deutschlandweit kein für das Netz geeigneter Fahrzeugtyp im Fahrgasteinsatz, sodass jedes EVU das Risiko eingehen muss, auf eine Neukonstruktion zurückzugreifen.

5 Responses

  1. Info-Dank, Herr Steinke.

    Aber´n bisserl mehr wüsst´ ich schon gern zur damalige Auschreibungskritik und warum sich dann doch nur zwei „Große“ als „Bieter“ beteiligten … oder wurde nicht EU-weit ausgeschrieben?

    MfG

    Bunte, 8. 10. 2010

  2. Aber´n bisserl mehr wüsst´ ich schon gern zur damalige Auschreibungskritik und warum sich dann doch nur zwei “Große” als “Bieter” beteiligten … oder wurde nicht EU-weit ausgeschrieben?

    Steht doch da, die Bieter haben sich über die nicht erreichbar hohe Pünktlichkeitsquote, bei Unterschreitung sind Strafzahlungen fällig, beschwert und das zuständige Büro hat viele Fragen nicht ausreichend beantwortet. Außerdem gibt es die Fahrzeuge die hier eingesetzt werden könnten nur auf dem Zeichenbrett. Die Bieter müssen ein gewisses Risko einkalkulieren, falls diese nicht pünktlich zur Verfügung stehen.


  3. Jürgen E.
    08.10.10 um 21:49

    Steht doch da, die Bieter haben sich über die nicht erreichbar hohe Pünktlichkeitsquote, bei Unterschreitung sind Strafzahlungen fällig, beschwert und das zuständige Büro hat viele Fragen nicht ausreichend beantwortet. Außerdem gibt es die Fahrzeuge die hier eingesetzt werden könnten nur auf dem Zeichenbrett. Die Bieter müssen ein gewisses Risko einkalkulieren, falls diese nicht pünktlich zur Verfügung stehen.

    Ich wundere mich, dass dann überhaupt jemand geboten hat.


  4. Stefan Hennigfeld
    08.10.10 um 22:16

    DB Regio NRW bzw. ihre Tochtergesellschaft DB Regio Rheinland haben – nicht zuletzt durch einen überbezahlten VRR-Großvertrag – eine prall gefüllte Kriegskasse, aus der man auch unwirtschaftliche Gebote finanzieren kann, um zu verhindern, daß Private einen Fuß in die Tür kriegen. Und bei Trans Regio gilt vermutlich dasselbe, die Franzosen wollen nunmal „vor ihrer Tür“, also in und um Köln, möglichst viele Verkehrsleistungen fahren.

    Wir haben übrigens schon vor geraumer Zeit exklusiv vermelden können, daß Abellio, eine Tochtergesellschaft der niederländischen Staatseisenbahn, aus eben jenen Gründen von einer Teilnahme absieht.

  5. Angeblich hat DB Regio das Vergabeverfahren „Kölner Dieselnetz“ für sich entschieden!

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