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Agilis erhält Sicherheitsbescheinigung vom Eisenbahnbundesamt

08.10.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Das Eisenbahnbundesamt hat der Agilis Verkehrsgesellschaft eine Sicherheitsbescheinigung ausgestellt. Die Tochtergesellschaft der Benex ist damit eines der ersten Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland, die eine solche Bescheinigung nach den neuen Richtlinien erhalten haben. Damit ist Agilis offiziell berechtigt, Eisenbahnverkehrsleistungen in ganz Deutschland zu erbringen.

Agilis wird im Dezember 2010 den Regensburger Stern und im Juni 2011 das Dieselnetz Oberfranken übernehmen. Beide Netze sind durch die Bayrische Eisenbahngesellschaft europaweit ausgeschrieben worden und Agilis konnte sich mit dem besten Angebot durchsetzen. Zu diesem Zweck werden bei Agilis zahlreiche neue Arbeitsplätze in unterschiedlichen Berufen entstehen. Zum Einsatz kommen Stadler Regio Shuttle und Alstom Coradia Continental, die in Bayern bereits bei der DB als Baureihe ET 440 laufen.

9 Responses


  1. Bahnkunde
    08.10.10 um 12:50

    Genauso, ist das. Da werden Arbeitsplätze geschaffen. Die Arbeitsplätze bei DB Regio bleiben erhalten. Die Mitarbeiter werden ja nicht entlassen, sie werden versetzt, weil sie sich zu fein sind bei den privaten Anbietern anzufangen. Aber das sollte keine Sau interessieren, viele Eisenbhner halten sich eh für den Kaiser von China.

    Und das Eisenbahnbundesamt macht nicht mal seine Arbeit anständig, sonst hätten die bei dieser komischen Staatsbahn bestimmt was gefunden! Aber die steckten doch mit der Deutschen Bundesbahn unter einer Decke!

    Und dann diese schönen mordenen Triebwagen, die endlich mal sauber sind. Sowas hat es früher nicht gegeben, wir hatten nur gammelige Silberlinge, bei denen im Winter ständig die Heizung nicht ging und man im Sommer eine Sauna auf Rädern hatte. Gott sei Dank wurde diese stillegungswütige Staatseisenbahn privatisiert, damit der Verkehrsträger Bahn eine Zukunft hat, genauso wie seine Mitarbeiter.

    Deshalb kann es nur eine Forderung geben: Bloß für immer weg von der Deutschen Bundesbahn ohne attraktiven Angebot für die Kunden!

  2. Was heißt da zu fein? Würden die Privaten die gleichen Tariflöhne bezahlen, incl. Arbeitszeitanrechnung bei betriebsbedingten Pausen würden die Mitarbeiter auch zur Privatbahn wechseln. Und wenn Sie von Bundesbahn sprechen, haben Sie sowieso keine Ahnung. Da kann man nur hoffen, dass sich die Gewerkschaften mit einem Branchentarifvertrag durchsetzen, dann ist es aus mit Lohndumping.

  3. Warum sollte es mich als Fahrgast interessieren, was so ein Fahrer verdient? Wenn ich arbeitslos werde, werden die mit mir auch nicht solidarisch.

  4. Da kann man nur hoffen, dass sich die Gewerkschaften mit einem Branchentarifvertrag durchsetzen, dann ist es aus mit Lohndumping.

    Der Eisenbahner der die Löhne bei Privatbahnen als Dumpinglöne bezeichnet, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Wollt ihr wirklich mal wissen was Dumpinglöhne sind, dann fangt beim Friseurladen um die Ecke an, wo ihr für ein paar Euro pro Stunde vollbeschäftigt seit und trotzdem noch Hartz 4 beziehen müsst. Die Eisenbahner können wirklich froh sein um ihren hohen Verdienst im Verhältnis zur Arbeit.

  5. Beim Friseurladen um die Ecke verantwortet der Arbeitnehmer kundenseits die Frisur, arbeitgeberseits Geraete im hoechstens vierstelligen Bereich.

    Ich als Triebfahrzeugfuehrer trage die Verantwortung fuer Tausende Menschenleben und fuer Geraete und Infrastruktur im Wert von bis zu neun-, im Extremfall zehnstelligen Betraegen.

    In diesem Kontext muss man die Loehne vergleichen.

    Klar; es gibt Berufsgruppen, die sind schlimmer dran. Eine meiner besten Freundinnen ist Kosmetikerin oder so was. Gesichtspflege, Massage, solche Sachen. In ihrem Berufsfeld hat man nicht mal eine Gewerkschaft; und nur dank der Trinkgelder kann sie davon leben. Das heisst aber nicht, dass man die Eisenbahnerloehne runter-, sondern die anderen Loehne hochziehen sollte. Und das nicht auf Kosten des Waehrungswertes, sondern auf Kosten der unverhaeltnismaessig viel verdienenden Manager, Bankster, Berater…

  6. Aber nur weil ein Arbeitnehmer bei einem Nichtbundeseigenen Bahnunternehmen 100€ Einstiegsgehalt pro Monat weniger verdient, kann man nicht gleich von Dumpinglöhnen sprechen. Solche Löhne lassen sich mit einer starken Tarifautonomie sehr leicht korrigieren.


  7. Stefan Hennigfeld
    08.10.10 um 17:57

    Beim Friseurladen um die Ecke arbeiten Handwerkergesellinnen mit einer mehrjährigen Berufsausbildung. Die Arbeit einer gelernten Handwerkergesellin, ganz gleich ob Friseurin, Installateurin oder Elektronikerin, ist nicht weniger Wert als die eines Lokomotivführers, eines Mechatronikers in einer Werkstatt oder eines Kundenbetreuers im Fahrgastdienst.

    Wer sagt „die Friseurin macht doch nichts außer ein paar Haare zu schneiden“, der muß sich nicht wundern, wenn der nächste sagt „der Lokführer ist doch bloß ein Fahrer, der nicht mal lenken muß und dessen Fahrzeug bei Überfahren einer roten Ampel von selbst anhält.“

  8. Vorsicht… Dass die Verantwortung anders ist heisst nicht, dass die Arbeit anders wert ist… Die Arbeit eines Piloten oder Triebfahrzeugfuehrers ist in der Regel einfacher als die einer Friseuse. Aber das Geld kriegt man eben dafuer, was im Ernstfall ist. Piloten kriegen ihre himmelhohen (berechtigten) Gehalte nicht dafuer, was sie im Regelfall leisten, sondern dafuer, dass sie in dem einen Fall aus Hunderttausend richtig reagieren. Triebfahrzeugfuehrer nicht fuer AFB+LZB sondern dafuer, was wir tun, wenn es kritisch wird. Wenn die Eisenbahn, Gott bewahre, ihre Aufgaben im Verteidigungsfalle verrichten muesste. Oder, haeufiger, wenn wir im Falle des Ausfalls jeglicher Technik trotzdem sicher und schnell von A nach B transportieren. Die Ausbildung dauert nicht drei Jahre, damit wir AFB+LZB+EBuLa koennen. Sondern damit wir auch fahren koennen, wenn das Stellwerk ausfaellt, der Funk weg ist, die Gleise in unbekanntem Zustand sind, uns die Lok unterm A*** auseinanderfliegt und ueberhaupt alles anders laeuft als geplant.

    Ich sage nicht, dass die Arbeit einer Friseuse weniger Wert ist. Nur, dass der Ernstfall, die Verantwortung eine andere ist. Und danach richten sich nunmal in der Regel die Loehne.

    Was Dumpingloehne angeht: Ein Lohn ist ein Dumpinglohn, sobald er niedriger ist als bei der Konkurrenz um damit einen Vorteil zu erreichen in Ausschreibungen. Ob das nun 200 statt 400 brutto oder 1000 statt 1100 netto sind, ist egal. Wichtig ist, wozu es dient: Um Konkurrenzkampf auf dem Ruecken der Arbeitnehmer auszutragen. Und das ist alles andere als eisenbahnspezifisch, das ist in vielen Branchen so. Was glaubt Ihr, warum in manchen Branchen die Arbeitgeberseite sich fuer Mindestloehne etc. einsetzt?

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