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ZVM hält drei Erweiterungen im Schienenpersonennahverkehr für sinnvoll

29.09.10 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Auf dem Gebiet des Zweckverbandes Münsterland (ZVM) wurden zwei Streckenreaktivierungen und ein Streckenneubau ermittelt, die volkswirtschaftlich einen positiven Nutzen erfüllen. Alle drei Projekte werden als Infrastrukturmaßnahmen in den neuen Nahverkehrsplan des Nahverkehr-Westfalen-Lippe (NWL) eingebracht. Damit bewerben sich diese Projekte mit anderen in ganz Westfalen um Fördermittel vom Land.

Das erste Reaktivierungsprojekt umfasst die Tecklenburger Nordbahn mit der Strecke Osnabrück – Recke. Ein Gutachten hat nachgewiesen, dass eine Reaktivierung einen volkswirtschaftlichen Nutzen bringen wird. Dabei werden 5.700 Reisende am Tag prognostiziert. Um die Strecke wieder für regelmäßigen Nahverkehr zu ertüchtigen wäre eine einmalige Investitionssumme von 29 Millionen Euro nötig. Dabei sollen die Züge im Halbstundentakt mit den Zwischenhalten Mettingen, Westerkappeln, Wersen, Büren und Osnabrück-Altstadt verkehren.

Gute Chancen auf eine Reaktivierung hat auch die WLE-Strecke zwischen Münster und Sendenhorst mit 32 Millionen Euro zur Herrichtung der Infrastruktur. Hier prognostiziert ein Gutachten auch einen positiven Kostendeckungsgrad mit 6300 Fahrgästen am Tag. Bis Wolbeck sollen die Züge im 20 Minuten-Takt fahren und von dort zwei Züge pro Stunde weiter nach Sendenhorst. In einer zweiten Ausbaustufe ist die Verlängerung bis zum Bahnhof Neubeckum möglich.

Als letztes bewirbt sich der Anschluss des Flughafens Münster/Osnabrück (FMO) um Fördermittel im Nahverkehrsplan. Dazu müsste ein komplett neuer Abzweig von der Strecke Münster – Rheine samt Bahnhof am Flughafen errichtet werden. Der ZVM schätzt dieses Vorhaben als sehr wichtig ein, weil der FMO als internationaler Verkehrsflughafen keinerlei Schienenanbindung besitzt.

Allerdings können die beschriebenen Maßnahmen nur umgesetzt werden, wenn das Land Nordrhein-Westfalen Herrichtung der Infrastruktur fördert und der ZVM bzw. die Kommunen die nötigen Betriebskosten für die entsprechenden Linien aufbringen können.

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