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VRR: Fahrpreiserhöhung um vier Prozent

29.09.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Fahrten im VRR werden teurerIm Verkehrsverbund Rhein-Ruhr werden die Fahrpreise zum 1. Januar 2011 voraussichtlich um durchschnittlich vier Prozentpunkte steigen. Das kündigte Frank Heidenreich, der Fraktionsvorsitzende der CDU in der VRR-Verbandsversammlung in der Rheinischen Post an. Im Jahr 2010 gab es zwar keine Fahrpreiserhöhung, dafür aber im Jahr 2009 gleich zwei – zum 1. Februar und zum 1. August.

Heidenreich begründet die Maßnahme mit „exorbitant gestiegenen“ Lohnkosten bei den Verkehrsunternehmen. Die Fahrpreiserhöhung sei allerdings noch immer unterhalb der Preissteigerungsrate im Verkehrssektor. Eine Integration des Tarifraumes Niederrhein wird jedoch weiter auf sich warten lassen: Erst 2012 wird damit gerechnet, dass der VRR-Tarif auch in den Kreisen Wesel und Kleve gelten wird.

Bild: Stefan Hennigfeld

4 Responses


  1. Stefan Hennigfeld
    29.09.10 um 14:07

    Ja nun Kai, daß die Fahrpreise an die Inflation angepaßt werden, ist noch das geringste Problem im VRR. Ein viel größeres Hemmnis ist die Tatsache, daß die Kurzstreckenpreise sehr hoch sind und daß der VRR den Begriff Mißmanagement neu definiert hat – was übrigens der Grund dafür ist, daß es nur einmal die Stunde einen Direktzug Dortmund-Leverkusen für dich gibt.


  2. i.heidinger
    30.09.10 um 23:32

    So, so: „exorbitant gestiegene Lohnkosten“.
    Im regelmäßigen Wechsel argumentiert der VRR mit „enorm gestiegenen Energiepreisen“.

    Ich hab mir mal die Mühe gemacht, alle Preiserhöhungen des VRR seit 2000 in Tabelle und Grafik zusammenzufassen. Und mal den offiziellen Daten des statistischen Bundesamtes zur normalen Inflationsrate und den Steigerungen der allgemeinen Arbeitskosten – also das was der Arbeitgeber aufwenden muß, und nicht etwa das was der Arbeitnehmer bekommt – gegenüber gestellt.

    Ergebnis:

    http://www.al-herne.info/images/stories/vrrpreis.gif

    Die Großhandelspreise für Diesel und Strom hab ich in der Grafik aus Übersichtlichkeitsgründen weggelassen, da sie sich auch unten in der Grafik „tummeln“ würden.
    Ansonsten spricht die Grafik wohl für sich.

    Die letzte Tarifrunde im ÖPNV in NRW war schon 2008, bei den Tarifverhandlungen in diesem Jahr hat sich beim Geld nix getan, es ging ums „Drumherum“, dessen Arbeitskostenauswirkungen eher gering einzustufen sind.
    Das „exorbitant“ hätte ich von Herrn Heidenreich mal gern im Detail begründet.
    Ich würde behaupten, es liegt in erster Linie am völlig überteuerten Gruppenvertrag mit DB Regio und an dem Versuch, die maroden Haushalte der beteiligten Kommunen über die Fahrpreise zu sanieren.


  3. i.heidinger
    01.10.10 um 00:06

    Ein kleiner Nachklapp: Das statistische Bundesamt hat auf seiner etwas sehr verschachtelten Website natürlich auch selbst was Aktuelles:

    http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/STATmagazin/Preise/2010__02/2010__02Mobilitaet,templateId=renderPrint.psml

    Für den Fall, daß man mir meine Grafik nicht glaubt. Und eine tolle Begründung für den Autofahrer-Stammtisch am Wochenende, warum man doch wieder auf der A40 im Stau steht.

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