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Stuttgart21-Abbruch soll 1,5 Milliarden Euro kosten

30.09.10 (Allgemein) Autor:Test Kunde

Der Vorstand der DB, Volker Kefer, teilte heute in einem Interview gegenüber den „Stuttgarter Nachrichten“ mit, dass ein Ausstieg aus dem umstrittenen Großprojekt Stuttgart 21 die Bahn etwa 1,5 Milliarden Euro kosten würde.Die geschlossenen Verträge zu dem Projekt hätten Bestand und daran könne auch die von SPD und Grünen geforderte Volksabstimmung nichts ändern. Damit möchte er offenbar von einer Veränderung der Meinung der Landesregierung, auch nach der Wahl, abraten. Die DB werde, wenn nötig, auch juristisch vorgehen, um die Einhaltung der Verträge zu erreichen. Eine Modernisierung des Kopfbahnhof würde weitere 1,5 Milliarden Euro kosten, ohne das man einen Mehrwert erreichen würde. Durch eine eventuelle Neuplanung gingen mindestens 10 Jahre verloren und es müsste erneut um Gelder des Bundes verhandelt werden.

5 Responses


  1. vitruvius
    30.09.10 um 14:24

    Warum durfte die Landesbank das neue völlig überdimensionierte Verwaltungsgebäude der unbedingt erforderlichen 90 Grad- gedrehten Tunnelstrecke direkt in den Weg stellen ? Dazu muss man sich die neuesten Modell-Darstellungen ansehen ! Merke: Die LBBW gehört der Stadt Stuttgart und ist an der Finanzierung des Projekts beteiligt.
    Die Stadt und das Land sind die Gesellschafter diesr Bank.

    Die von der DB genannten Baukosten der Tunnelstrecke von Wendlingen bis Ulm von knapp unter 3 Milliarden sind völlig unrealistisch. In der Schweiz wurde der Gotthard-Tunnel mit etwa 60 Kilometern Länge gerade fertiggestellt. Die Baukosten haben sich seit dem Start auf etwa 20 Milliarden verdoppelt, betragen also etwa 300 Millionen pro Kilometer. Die Untertunnelung der Schwäbischen Alb über 40 Kilometer wird von der DB also mit etwa 70 Millionen pro Kilometer angesetzt, OBWOHL die Tunnelstrecke in dem „Schweizer Käse“ der Alb sicher MEHR pro km kosten wird. Interessant ist, dass die Bohrmaschinen für die Schweizer Tunnelstrecke von der Firma HERRENKNECHT gebaut wurden, in deren Beirat die Unterstützer der Stuttgarter Bahnhofsuntertunnelung gegen eine sicher ausreichende Vergütung sitzen.

    Leider fehlt bis jetzt eine Beurteilung durch den Unternehmer Herrenknecht zu dem Projekt, obwohl er sonst zu allen möglichen Themen sich äußert.


  2. Gelegenheitsleser
    30.09.10 um 16:50

    M.W. soll sich der Unternehmer Herrenknecht sehr deutlich geäußert haben – im Sinne von „wer grün wählt fliegt raus“. Muss ein relativ patriarchalischer, schwieriger Chef sein. Leider ist mir entfallen, wo ich das gelese habe.

  3. Da die hiesige Industrie und deren Menschen zu sehr mit der Stadt, dem Land und deren Entwicklung verflochten ist, sollten Infrastrukturprojekte oder jegliche Bauprojekte nur noch in z.B. China ausgeschrieben werden.
    Die schicken dann auch chinesische Bauarbeiter und somit kommt kein Einheimischer hier in Verdacht Gelder abzuschöpfen.
    Die Firmen hier wollen ja eh nur an Aufträge – Schweinerei!!!
    ABER NICHT MIT UNS!!!

    Super Mentalität!!!


  4. freiburger
    30.09.10 um 17:34

    Ich war letztes Jahr bei der Betriebsversammlung der Herrenknecht AG, er hat wörtlich gesagt:“ Ich habe schon den Bonde (Mitglied der Grünen im Landtag) angerufen und ihm geagt, dass ich nie wieder irgendwelche Zuwendungen mache, wenn die Grünen noch weiter gegen Stuttgart 21 sind“. Weiter äußerte er „unbedingt die CDU oder FDP wählen“. Ich würde Ihn als Phantasten mit starkem Hang zur Selbstdarstellung beschreiben. Könnte ein Buch über dieses Unternehmen schreiben…., aber nur soviel. Herrenknecht hat letztes Jahr einen Mitarbeiter fristlos entlassen, weil er acht Kabelbinder (Wert nicht mal 2 €) aus dem Schrott mitgenommen hat. Darüber las ich komischerweise aber nichts in der Presse.

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