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Streiks im Münchener ÖPNV

15.09.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Die S-Bahn München wird nicht bestreiktDie DBB Tarifunion und die GDL rufen ihre Mitglieder dazu auf, heute (15. September) ab 4 Uhr den ÖPNV in der Landeshauptstadt München zu bestreiken. Schwerpunktmäßig sollen Busse, Trams und U-Bahnen betroffen sein. Ab 14 Uhr wird der Arbeitskampf beendet und der Verkehr rollt wieder an.

Besonders brisant ist dass es in München heute abend gleich zwei Großveranstaltungen geben wird: Im Olympiastadion gibt die irische Rockband U2 ein Konzert und in der Allianz-Arena spielt der FC Bayern in der Vorrunde der Champions League gegen den AS Rom. Dazu MVG-Chef Herbert König: „Das ist vollkommen unverhältnismäßig und zeugt von der Verantwortungslosigkeit der GDL-Funktionäre. Die MVG wird versuchen, den Betrieb so gut wir möglich durchzuführen.“

Das sieht der für die Tarifverhandlungen im ÖPNV des Freistaates verantwortliche Willi Russ anders. Er kritisiert die Arbeitgeberseite für „ihre herablassende Haltung und Gesprächsverweigerung gegenüber dem Fahrpersonal“ und verspricht, unverzüglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren, sollte es positive Signale des Arbeitgebers geben.

Bild: Deutsche Bahn AG

6 Responses


  1. Geplagter Fahrgast
    15.09.10 um 17:49

    Es wird Zeit dass man gegen diesen Gewerkschaftsterror endlich was unternimmt. Wieso geht Münchens U-Bahn nicht den Nürnberg-Weg und entscheidet sich für eine fahrerlose U-Bahn? Die Fahrer könnten entlassen werden und von der Arge München als Ein-Euro-Jobber zur Fahrgastbetreuung zwangsverpflichtet werden.

    Das Busnetz sollte nach Frankfurter Vorbild möglichst schnell ausgeschrieben werden, mit der Option, im Falle von Streiks Subunternehmen zu beauftragen. Bei der Straßenbahn muss man sichw ohl was überlegen, ich wäre dafür, externe Personaldienstleister mit der Stellung des Fahrpersonals zu beauftragen, möglicherweise auch osteuropäische, um das dortige Lohnniveau zahlen zu können, damit die Allgemeinheit Geld spart und der Kostendeckungsgrad steigt.


  2. Jürgen E.
    15.09.10 um 19:02

    Wie ich gehört habe, war der Streik bisher für die Gewerkschaften ein Flopp. Es gibt zwar Ausfälle, die auch spürbar sind, aber es fahren noch Busse und Bahnen.

    Langfristig wird der U-Bahnverkehr, möglicherweise auch der übrige Schienenverkehr, sofern er auf eigener Trasse fährt, ohne Triebfahrzeug-/Lokführer auskommen.

    Ortsunkundige (osteuropäische) Busfahrer sind aber auch nicht das Gelbe vom Ei. Wenn die Fahrer von öffentlichen Verkehrsunternehmen das gleiche Gehalt bekämen, wie ihre Kollegen bei den Subunternehmern, wäre auch schon viel gewonnen.


  3. Stefan Hennigfeld
    15.09.10 um 19:05

    Du siehst doch auch an den Reaktionen bestimmter Leute hier, daß den Gewerkschaftsfunktionären (insbesondere bei Ver-Di) nicht dran gelegen ist, daß die Arbeitnehmer in den Subunternehmen unter den selben Bedingungen arbeiten können als die bei den kommunalen Verkehrsunternehmen.

    Warum sollte sich ein Verdi-Funktionär auch für einen interessieren, der ihm bei den nächsten Betriebsratswahlen nicht wählen kann? Das bringt einem Gewerkschafter doch nichts und darum geht es denen doch in den meisten Fällen: Ihre eigenen Pfründe.


  4. Jürgen E.
    15.09.10 um 19:51

    Warum sollte sich ein Verdi-Funktionär auch für einen interessieren, der ihm bei den nächsten Betriebsratswahlen nicht wählen kann? Das bringt einem Gewerkschafter doch nichts und darum geht es denen doch in den meisten Fällen: Ihre eigenen Pfründe.

    Sind die Funktionäre der GDL uneingennützig? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.


  5. Stefan Hennigfeld
    15.09.10 um 19:56

    Sie versuchen zumindest den Grundsatz „Gleiches Geld für gleiche Arbeit“ umzusetzen, was man von Verdi nicht sagen kann.


  6. Jürgen E.
    15.09.10 um 20:19

    Das hört sich zunächst einmal schlüssig an, doch es birgt die Gefahr in sich, dass der Marktführer auf Grund seiner Marktmacht höhere Löhne zahlen kann. Ich vergleiche es mal mit den Löhnen bei Opel in Bochum und den Löhnen bei VW in Wofsburg.

    Ich sehe da eine unheilige Allianz zwischen Herrn Schell und Herrn Grube mit dem Ziel, den Wettbewerb zu unterlaufen. Und das zu Lasten der Aufgabenträger und somit des Steuerzahlers. Da die Mittel der Aufgabenträger aber begrenzt sind, wird es letztendlich auf eine Ausdünnung des Angebots hinaus laufen und somit zum Nachteil der ÖPNV-/Bahnkunden.

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