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Ostseeregion leidet unter Ausdünnungen auf der IC-Linie 51

15.09.10 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Zum Fahrplanwechsel im Dezember wird die IC-Linie 51 Düsseldorf – Kassel – Erfurt – Halle – Berlin – Stralsund von derzeit fünf auf zwei Zugpaare pro Tag ausgedünnt. Die Deutsche Bahn begründet diesen Schritt mit der zu geringen Auslastung in den Wintermonaten, die Züge seien in dieser Zeit nur zu 30% ausgelastet, für einen wirtschaftlichen Betrieb sei dies zu wenig, heißt es.

Lokalpolitiker verurteilen diese Kürzungen, weil sie Folgen für die Wirtschaft und den Tourismus in der Ostseeregion sehen. Der RegionalExpress sei mit seinen längeren Fahrzeiten keine attraktive Alternative zu den Fernzügen. Der Verkehrsminister Mecklenburg-Vorpommerns Volker Schlotmann bedauerte diese Ankündigung. Er hätte erwartet, dass die Bahn zu dieser Verbindung steht. Sein Land tue sehr viel für den Bahnverkehr. So wird die Reaktivierung der Darßbahn geplant, damit Züge von Stralsund direkt nach Zingst verkehren können. Erst letztes Jahr hatte er sich mit seinen Länderkollegen aus Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin zum Erhalt der Verbindung eingesetzt und eine zweistündige Bedienung auf allen Abschnitten gefordert.

2 Responses

  1. Leider wird auch die wichtige Verbindung zwischen NRW (insbes. Ruhrgebiet) – Kassel – Thüringen damit massiv gekürzt. Von dem Traum aus dem 90-er Jahren, einer Schnellverbindung NRW – Mitteldeutschland ist nach fast 20 Jahren so gut wie nicht übrig geblieben – für „Wochenend-Pendler“ auf der Strecke eine Katastrophe. Parallel dazu wurden/werden A4 und A44 ausgebaut. Was ist eigentlich aus dem „Krause-Eichel-Kompromiss“, der den Autobahnbau nur bei gleichzeitiger Förderung der Mitte-
    Deutschland-Verbindung zuließ, geworden?

  2. Pingback: Widerstand gegen IC-Streichung wächst – Dnews | Chatten Mecklenburg Vorpommern

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