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Emschertalbahn soll bis Ende 2015 weiterfahren

10.09.10 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Der VRR möchte die RB 43 zwischen Dortmund und Dorsten mindestens bis Ende 2015 weiterbetreiben. Dazu will der VRR einen entsprechenden Verkehrsvertrag mit einer Laufzeit von Dezember 2011 bis Dezember 2015 in einer Ausschreibung vergeben. Zurzeit betreibt die NordWestBahn die Linie. Die Anrainerstädte entlang der Strecke sind erfreut über diese Entscheidung, allerdings fordern sie den Ausbau der vernachlässigten Infrastruktur.

So entspricht ein Großteil der Stationen nicht mehr den Anforderungen des Kunden. Die Schieneninfrastruktur lässt an einigen Stellen nur geringe Geschwindigkeiten zu und beispielweise in Gladbeck Ost wäre eine Verlegung des Haltepunktes sinnvoll, weil der kommunale Busbahnhof nur über einen langen Fußweg erreichbar ist, obwohl er direkt an der Strecke liegt. Investitionen sind aber nur durch eine langfristige Bestellergarantie möglich, die der VRR als zuständiger Aufgabenträger wegen seiner desolaten Finanzlage aber nicht abgeben möchte. Dennoch ist die Emschertalbahn eigentlich eine S-Bahn-Vorlaufstrecke.

Der ursprüngliche Plan im 1999 veröffentlichten VRR-Zielnetz sieht vor, die derzeit aus Unna kommende, in Dortmund-Lütgendortmund endende S4 über eine kurze Neubaustrecke bis Dortmund-Bövinghausen an die Emschertalbahn zu verlängern. Von dort aus soll die S4 zunächst bis Herne fahren und dann den heutigen Essener Ast der S2 übernehmen.

Vom Dortmunder Hafen aus sollte die U49 der Dortmunder Stadtwerke bis Dortmund-Bövinghausen verlängert werden. Dazu müsste die Infrastruktur von der DB Netz an das kommunale Verkehrsunternehmen verkauft werden.

Dadurch würde Dortmund-Bövinghausen ein neuer Bahnverkehrsknoten im Nordwesten der Westfalenmetropole werden. Die bisherige RB 43 würde dann nur noch zwischen Herne und Dorsten fahren, alternativ wäre auch eine Umlegung der RB 46 (Bochum – Gelsenkirchen) ab Wanne-Eickel möglich. Diese würde dann statt nach Gelsenkirchen nach Dorsten fahren.

Im Moment ist das aber alles unrealistisch. Die Vertragsverlängerung bis 2015 erlaubt lediglich eine kurze Atempause. Die Strecke ist weiterhin von der Stilllegung bedroht.

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