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Warum es keine S4 nach Ahrensburg geben wird

25.08.10 (Allgemein) Autor:Test Kunde

S-Bahn HamburgVor wenigen Tagen berichteten wir darüber, dass Hamburg die S4 nach Ahrensburg bis auf weiteres nicht bekommen wird. Grundlage für unseren Artikel war die Berichterstattung des Hamburger Abendblatt, die vor allem auf der Antwort zu einer Bundestagsanfrage basiert.

Durch die dort gegebene Antwort ist keine komplette Ablehnung der Bundesregierung bezüglich der S4 direkt herzuleiten, doch ist eindeutig erkennbar, dass das zuständige Ministerium der Linie keine hohe Priorität einräumt. Durch einen Antrag beim Bund auf die entsprechende Finanzierung kann natürlich erst abschließend festgestellt werden, ob die Schnellbahn nicht doch eine ungeahnte Realisierungsmöglichkeit besitzt.

Ob dieser genehmigt wird, ist tendenziell eher fraglich, da in der Regel die Projekte gefördert werden, für die der Bund eine Notwendigkeit sieht. Da der Verkehrsetat zurzeit zum Leidwesen der Transportbranche schrumpft und es mehrere Großprojekte wie das umstrittene Großprojekt Stuttgart 21 gibt, die aus Sicht des Bundes notwendiger sind, ist bei der S4 von einer Ablehnung des Antrages auszugehen.

Danach bleibt den beteiligten Bundesländern, also Hamburg und Schleswig-Holstein nur noch der Weg, nicht nur den Betrieb, sondern auch den Ausbau der Strecke komplett selbst zu tragen, was in Zeiten knapper Kassen wohl eher nicht zu erwarten sein dürfte…

Daher ist zum Leidwesen der Hamburger davon auszugehen, dass die S4 bis auf weiteres nicht kommen wird, wie wir bereits in dem Artikel in Kurzform andeuteten.

Bild: Deutsche Bahn AG

Ein Kommentar

  1. Es ist bedauerlich festzustellen, dass sowohl der Bund als auch die Landesbeteiligten in ein Horn zu blasen scheinen, wenn es um eine der wichtigsten Magistralen geht, für die es seit Jahren schon keine vernünftige Lösung gibt.

    Mehr noch verwundert es, dass die Lübecker Bürgerschaft am Anfang des Jahres beschloss, eine Vorstudie in Auftrag zu geben, um die seitens der Grünen immer wieder geforderte Einführung einer Stadtbahn zu prüfen. (Siehe http://meinwochenspiegel.de/lubecker-burgerschaft-beschliest-prufung-einer-stadtbahn-weitere-unnotige-kosten-fur-lubeck/7729).

    Beide Städte und Länder, sowohl Hamburg als auch Schleswig-Holstein samt Lübeck, könnten der Finanzierungsmisere den Garaus machen, indem sie sich gemeinsam an den runden Tisch setzten und beispielsweise von dem Karlsruher Modell lernten, um ein Gesamtkonzept zu erstellen, das die verkehrspolitischen Fehler der Vergangenheit bei ausstehend intensiver Förderung durch den Bund rasch korrigierte.

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