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Stuttgart 21: Aktivisten besetzten Abrissbagger

30.08.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Am frühen Montagmorgen haben Aktivisten den Abrissbagger am Nordflügel des Bonatzbaus besetzt gehalten. Gegen 4:30 überwanden sie den Bauzaun und ketteten sich fest. Danach entfalteten sie ein zwei mal vier Meter großes Plakat mit der Aufschrift „Hallo, geht’s noch?“ und forderten erneut einen sofortigen Baustopp.

Gegen 10 Uhr wurden die Aktivisten von einer Sondereinheit der Polizei gewaltsam vom Bagger entfernt und ins Gewahrsam überstellt. Die Polizei weiß nicht, wie die Tatverdächtigen über den Zaun gekommen sind. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet.

4 Responses

  1. „Hallo, geht’s noch“ – das kann man allerdings laut sagen! Anketten ist nach zahlreichen Urteilen Gewaltanwendung, mit entsprechenden Rechtsfolgen. Wer sich ankettet, ist eben kein Demonstrant mehr, der von seinem staatlich garantierten Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch macht, sondern ein ordinärer Gewaltverbrecher, der in unserer demokratischen Gesellschaft nichts zu suchen hat, sondern hinter Gitter weggeschlossen gehört. Also reißt euch mal ein bisschen zusammen, ich denke nicht, dass Gewalttaten der Sache dienlich sind. Damit verspielt ihr sämtliche Sympathien in der Bevölkerung.
    PS: Meine Meinung zu Stuttgart 21: Den Bahnhof abreißen ist sehr gut. Aber was soll die Geldverschwendung, dass er unterirdisch wieder aufgebaut werden soll? Das Geld kann sinnvoller in Straßen und Flughäfen investiert werden, und die Bahn gehört abgeschafft. Ein überflüssiges Relikt aus dem vorletzten Jahrhundert! Mit der Postkutsche fährt heute ja auch niemand mehr!

  2. Man sollte auch nicht jedes Wort in der Zeitung auf die Goldwaage legen. Die Demonstrierenden hatten sich nicht angekettet, sondern in der Höhe mit iherer Kletterausrüstung gesichert. Also mit Seilen und Karabinerhaken eingehängt.
    Wenn Die Leute sich angekettet hätten, hätte das SEK nicht mit einem Messer losschneiden können.
    Sie hätten natürlich auch einfach die Karabiner aushaken können, aber SEK scheint das Zerstörten vorzuziehen.

    Die Versammlung auf dem Bagger war übrigens weder aufgelöst worden, noch wurden die Demonstrierenden zum Verlassen desselben aufgefordert.

    Mithin war die Aktion der Polizei rechtswidrig!
    Wie die erfahrenen KletterInnen (allesamt selber auch Höhenretter!) erklärten, sind die SEK- Beamten höchst stümperhaft und gefährlich vorgegangen.


  3. Jürgen Eikelberg
    31.08.10 um 22:20

    Du scheinst ja dabei gewesen zu sein, denn anders kann ich mir Deinen Kommentar nicht erklären.

    Mithin war die Aktion der Polizei rechtswidrig!

    Rechtswidrig war in erster Linie die Tat der „Aktivisten“

    § 123 StGB
    Hausfriedensbruch

    (1) Wer in die Wohnung, in die Geschäftsräume oder in das befriedete Besitztum eines anderen oder in abgeschlossene Räume, welche zum öffentlichen Dienst oder Verkehr bestimmt sind, widerrechtlich eindringt, oder wer, wenn er ohne Befugnis darin verweilt, auf die Aufforderung des Berechtigten sich nicht entfernt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

    (2) Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt.

    Allein die Tatsache, fremdes Eigentum zu besetzen, ist eine strafbare Handlung. Sich darauf zu berufen, dass (angeblich) keine Aufforderung zu Räumung erfolgt sei, lässt nicht den Schluss zu, dass die Aktion der Polizei rechtswidrig gewesen sei.

    Diese Äußerung ist unabhängig von meiner persönlichen Einstellung zum Projekt S21


  4. Ein normaler Steuerzahler
    01.09.10 um 11:58

    Hermann scheint Insider zu sein. Na dann frag doch mal all Deine Kumpels, die so tüchtig am demonstrieren sind, ob sie sich schonmal Gedanken darüber gemacht haben, wieviel Summen an Geld durch die Einsätze von Polizei und allen anderen Sonderdiensten / -leistungen erbracht werden müssen, nur alleine durch die Demonstrationen, die letztendlich das ganz sowieso nicht verhindern werden.
    Einfach bescheuert das ganze. „Da geht man halt mal auf die Straße, weils die anderen auch tun!“
    Über dieses VErhalten muss ich den Kopf noch mehr schütteln, als über das Projekt S21 selbst!

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