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Grube möchte runden Tisch mit S 21 Gegnern

29.08.10 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Die letzte Großkundgebung am Freitag mit 40.000 Teilnehmern hat Bahnchef Grube endlich einmal zur Einsicht gebracht, dass man ein solches Milliardenprojekt nicht durchsetzen kann, ohne auf die Bedenken der Bevölkerung einzugehen. Viele Experten die teilweise das Projekt Stuttgart 21 entwarfen haben Kritik an dem Projekt geäußert. Außerdem wurden Auszüge aus Gutachten veröffentlicht die zu erschreckenden Ergebnissen kommen.

Seitens der Verantwortlichen wurde nur mit kurz gehaltenen Pressemitteilungen reagiert, die ohne Begründungen und Beweise die geäußerte Kritik dementierten. Deshalb ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Bürger den Baustart nicht akzeptieren und Stuttgart 21 mit allen Mitteln verhindern wollen. Hinzu kommt, dass der Projektsprecher Drexler mit seinen Falschaussagen und Halbwahrheiten die Bevölkerung verwirrt und als unglaubwürdig vernommen wird. Man kann mit noch so vielen Mitteln Stuttgart voll plakatieren, wenn wichtige Fragen wie die Probleme mit der Bodenbeschaffenheit, die erwartete Unzuverlässigkeit und fast unmögliche Ausbaufähigkeit des Bahnbetriebes und die unverhältnismäßig hohen Kosten nicht geklärt werden.

Deshalb geht ein runder Tisch in die richtige Richtung, um alle Bedenken aus dem Weg zu räumen. Bedingung sollte allerdings ein vorzeitiger Baustopp und die Veröffentlichung aller Gutachten (besonders das sma-Gutachten, das Gutachten zur Beschaffenheit des Baugrundes und die Wirtschaftlichkeitsberechnung) sein. Wenn die geäußerten Vorwürfe nicht zutreffen, sollte es für die Verantwortlichen kein Problem sein die Gutachten zu veröffentlichen, damit wir uns selber ein Bild von der Leistungsfähigkeit, dem Kosten-Nutzengrad und den Gefahren für die Bürger machen können. An dem Spitzentreffen sollen unter anderem auf der Seite der S21 Gegner Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer von den Grünen und baden-württembergische Grünen-Fraktionschef Winfried Kretschmann teilnehmen. Auf der Seite der Befürworter sollen unter anderem Ministerpräsident Stefan Mappus und Verkehrsministerin Tanja Gönner (beide CDU) teilnehmen. Allerdings müssen die beiden Grünen-Politiker noch dem Gesprächsangebot zustimmen.

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