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Berliner Senatoren wollen kommunale S-Bahn

03.08.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Gehört die S-Bahn demnächst (teilweise) der BVG?Der Berliner Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) und der Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) fordern in der Morgenpost, die S-Bahn Berlin der Deutschen Bahn wegzunehmen und in die BVG zu integrieren. Wolf hält kommunalen Einfluss für wichtig und fordert deshalb, sie durch ein kommunales Unternehmen betreiben zu lassen.

Die BVG ist das kommunale Verkehrsunternehmen in der Bundeshauptstadt. Sie betreibt die U-Bahn, die Straßenbahnen und die Busse. Außerdem insgesamt sechs Fähren auf dem Wannsee, der Spree und dem kleinen Müggelsee.

Bei der Industrie- und Handelskammer hält man einen solchen Ansatz für grundfalsch. Statt dessen solle der erfolgreiche Weg des Wettbewerbs im Nahverkehr auch auf die Berliner S-Bahn ausgeweitet werden. Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Christian Wiesenhütter: „Nur Wettbewerb kann eine größere Kundenzufriedenheit und mehr Qualität bei bezahlbaren Preisen garantieren.“

Auch bei den Bahngewerkschaften Transnet und GDBA sieht man eine solche Übernahme kritisch. Transnet-Vorstand Reiner Bieck und sein GDBA-Kollege Gerd Wilde halten die S-Bahn für ein „im Kern funktionierendes System“, dem die Zerschlagung drohe. Durch solche Planspiele würden lediglich Arbeitnehmer verunsichert. Statt dessen sei es sinnvoll, wesentlich mehr Leute einzustellen. Ein Besitzerwechsel habe den„Charakter einer Strafaktion. Die allerdings würde wie meistens die Falschen treffen.“

Bild: Deutsche Bahn AG

3 Responses


  1. Jürgen E.
    03.08.10 um 22:37

    Ich kenne ja nicht die Bilanz der BVG, aber aber sie dürfte ebenso wie der Haushalt der Bundeshauptstadt nicht mit Überschüssen gesegnet sein.

    Um es einmal vorsichtig zu formulieren, über solche Dinge machen sich die Herren Nußbaum und Wolf sicher keine Gedanken. Wozu auch?


  2. Stefan Hennigfeld
    03.08.10 um 22:38

    Angesichts der exorbitanten Gewinne der S-Bahn könnte der BVG das Geld durchaus was bringen.


  3. Jürgen E.
    04.08.10 um 00:40

    @ Stefan Hennigfeld

    Ich habe die Ironie durchaus verstanden. Aber wir alle wissen doch, woher die Gewinne stammen.

    Auch wenn die oben genannten Herren das verstanden haben sollten, es geht ihnen am Ar…. vorbei.

    Bezahlen müssen es diese „Experten“ ja nicht. Im Gegenteil, sie werden ja aus den gleichen Mitteln bezahlt – dem Steueraufkommen.

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