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Bahn und GDL einigen sich auf BuRa-LfTV

02.08.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Regionalzug in BerlinDie Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer und die Deutsche Bahn haben sich darauf geeinigt, dass der BuRa-LfTV (Bundesrahmen-Lokomotivführer-Tarifvertrag) in allen Verkehrsgesellschaften des Konzerns zur Anwendung kommt. Dies gilt insbesondere auch für die derzeit tariflosen Unternehmen wie DB Regio Rheinland (vormals DB Heidekrautbahn) oder DB Regio Regionalverkehr Eins.

Die Arbeitnehmervertretung hält das für „ein wichtiges Zeichen des Marktführers an alle NE-Bahnen, die Verhandlungen mit der GDL über den BuRa-LfTV schnellstmöglich aufzunehmen.“ Es wird angestrebt, dass alle EVU bei ihren Kalkulationen zu künftigen Wettbewerbsvergaben dieses Lohnniveau berücksichtigen. Außerdem soll das Personal bei Betreiberwechseln verpflichtend übernommen werden.

Es gibt allerdings kein konkretes Angebot der Bahn für die Tarifrunde 2010. „Die Umsetzung eines BuRa-LfTV und damit die Beendigung des Wettbewerbs über die Portmonees der Lokomotivführer ist zwar schon ein lohnendes Ziel an sich, jedoch wird es mit der GDL keine Null-Runde zum Entgelt geben.“ Am morgigen Dienstag, den 3. August werden die Tarifverhandlungen fortgesetzt.

Wie die Umsetzung bei den NE-EVU konkret aussehen soll, ist nicht bekannt. Die GDL kündigt lediglich an, „eine Verzögerungs- und Hinhaltetaktik“ nicht hinnehmen zu wollen.

Bild: Deutsche Bahn AG

2 Responses


  1. Jürgen E.
    02.08.10 um 10:09

    Eine einheitliche Bezahlung für Lokführer mag ja noch angehen, aber an einer verpflichtenden Personalübernahme bei einem Betreiberwechsel – womöglich auch noch mit Personalüberhang – wird sich die Gewerkschaft die Zähne ausbeissen.

    Aber das weiß die GDL-Führung auch und wird dann, wenn es überhaupt so kommt, die einheitliche Bezahlung als den größten Erfolg aller Zeiten darstellen.


  2. Stefan Hennigfeld
    02.08.10 um 12:45

    Es geht ja auch bei einem Branchentarifvertrag nicht nur um Lokomotivführer, sondern auch um weitere Mitarbeiter. Das ist für den BuRa-LfTV nicht relevant, wohl aber für den von Transnet/GDBA geforderten Branchentarifvertrag: Viele Privatbahnen haben zwar nicht unbedingt geringe Löhne als die DB, dafür aber geringere Overheadkosten, oder auf gut deutsch: Keinen so aufgeblähten Wasserkopf wie die Bahn. Und es ist schwer vorstellbar, daß eine Privatbahn nicht alles menschenmögliche unternimmt, um nicht gezwungen zu werden, sich diesen Wasserkopf ans Bein zu binden.

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