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BAG-SPNV kritisiert Infrastrukturbericht der DB

05.08.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Wie gut ist die Infrastruktur wirklich?Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger für den SPNV hat den Infrastrukturbericht der Deutschen Bahn für 2009 kritisiert. „197 Seiten und kaum Inhalte“ heißt es da. „Die Kennzahlen stimmen – aber die Realität der Infrastruktur sieht völlig anders aus.“ Der Bericht wurde letzten Monat durch das Bonner Eisenbahnbundesamt vorgelegt.

In diesem Bericht, den die DB Netz AG selbst schreibt, soll nachgewiesen werden, dass sie die Infrastrukturverpflichtungen wahrgenommen hat. Die alljährliche Publikation ist Teil der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung, die besagt, dass die Bundesregierung jedes Jahr pauschal 2,5 Milliarden Euro bezahlt.

Die BAG nennt zwei Beispiele. Zunächst die Mängel im Schienennetz selbst. Im Jahr 2009 betrug der theoretische Fahrzeitverlust 39 Stunden und 28 Minuten. Dabei sind aber keine Verluste durch Bremsen und Anfahren eingerechnet, so dass der tatsächliche Wert wesentlich höher liegt

Außerdem sagt der Durchschnittswert nichts über die regionale Verteilung der Langsamfahrstellen aus. Die BAG befürchtet, dass die Bahn die Instandhaltung der Strecken, auf denen sie selbst nicht mehr fährt, vernachlässigen könnte.

Außerdem ist die Bahnsteigausstattung immer wieder ein kritischer Punkt. Ein angemessener Wetterschutz ist im DB-Zustandsbericht bereits erreicht, wenn es bei tausend Fahrgästen am Tag ein einziges Unterstellhäuschen gibt. Bei hundert oder weniger ist ein solches Häuschen gar nicht erforderlich, um die eigenen Kriterien zu erfüllen – auch wenn die Leute buchstäblich im Regen stehen.

Susanne Henckel, die Hauptgeschäftsführerin der BAG ist enttäuscht und fordert auf politischer Ebene Abhilfe: „Der Infrastrukturzustandsbericht ist in dieser Form überflüssig. Schöne Zahlen alleine reichen nicht. Der Bundesverkehrsminister muss sich schnell für einen realistischen Infrastrukturbericht und für eine neue Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung einsetzen! Sonst verschwenden wir weiter Geld für schlechte Infrastruktur trotz richtiger Kennzahlen.“

Bild: Deutsche Bahn AG

5 Responses

  1. Die Aufgabenträger verarschen uns doch reihenweise. Uns und alle Leute! Alles wollen sie billiger haben! Und wenn sie dann reinfallen mit den Privatbahnen, dann sind wir wieder gut genug und müssen aushelfen!

    Die DB muss sich wehren! Ein Jahr lang an keiner Ausschreibung teilnehmen, dann gucken die Aufgabenträger aber doof!


  2. Beamtenhasser
    05.08.10 um 20:18

    Die Aufgabenträger verarschen uns doch reihenweise. Uns und alle Leute!

    Du verarscht dich höchstens selber.

    Alles wollen sie billiger haben!

    Du persönlich willst ja überhaupt nicht alles billiger haben, würdest für ne Tüte schlechte Milch 5€ zahlen.

    Und wenn sie dann reinfallen mit den Privatbahnen, dann sind wir wieder gut genug und müssen aushelfen!

    Hätte man die Fahrzeuge der Bundesbahn mit der Bahnreform an Leasinggeber verkauft, könnten die Privatbahnen auch selber fahren.

    Die DB muss sich wehren!

    Eher müssen wir uns gegen die DB wehren.

    Ein Jahr lang an keiner Ausschreibung teilnehmen, dann gucken die Aufgabenträger aber doof!

    Meinetwegen kann sie auch garnicht mehr an Ausschreibungen teil nehmen, dann guckst du schon sehr bald doof.

  3. Manchmal hat man es ja mit Leuten zu tun, die unheimlich stolz erzählen, daß sie „40 Jahre Lokführer“ waren.

    In der Regel sind das aber Leute, bei denen man nach wenigen Minuten schon weiß, wieso sie 40 Jahre Fahrer geblieben sind und woran ein berufliches Weiterkommen gescheitert ist.

    Erinnert Ihr euch an den großen Lokführerstreik 2007? Damals gab es Notfallpläne, die das fahrberechtigte Führungspersonal mit einbezogen hätten. Ja, in der Tat: Vom Lokführer aus hat man enorme Aufstiegschancen, gerade im DB-Konzern.


  4. Herbert Knebel
    06.08.10 um 00:30

    Ja sicher geht dat, als Lockemotivführer Karriere machen! Wenne gut bist, kannste bald ein fahren lassen!

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