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Pro Bahn fordert andere Prioritäten beim Netzausbau

14.07.10 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Die Bundesregierung wurde vom Fahrgastverband Pro Bahn in einem Schreiben aufgefordert, die Mittelvergabe bei den Aus- und Neubauten im deutschen Schienennetz an die Anforderungen der Europäischen Union anzupassen und vorrangig die Engpässe auf den drei europäischen Transitkorridoren zu beseitigen, die durch Deutschland führen.

Hier müssen Reisende im Personenverkehr mit erheblichen Verzögerungen rechnen, weil internationale Güterzüge künftig Vorrang auf diesen Korridoren haben. Als solche Korridore wurden die Strecken Rotterdam – Genua, Stockholm – Palermo und Brüssel – Warschau definiert.

In Deutschland ist laut Pro Bahn auf den Abschnitten Emmerich – Duisburg, Frankfurt – Mannheim, Offenburg – Basel, Minden – Hannover und Lübeck – Kufstein mit Engpässen zu rechnen. Statt diese Engpässe zu beseitigen, werden die Mittel für nicht kapazitätserhöhende Prestigeprojekte verballert, die – wenn überhaupt – nur den ICE-Verbindungen einen Vorteil bringen.

Statt endlich den internationalen Verpflichtungen nachzukommen, wird an der Oberrheinstrecke immer noch diskutiert statt gebaut. Währenddessen werden Milliarden für ein umstrittenes Projekt im Stuttgarter Untergrund vergraben, ohne das sich daraus nennenswerte Vorteile für den Bahnverkehr ergeben.

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