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Pendler fordern Umsetzung der S4

11.07.10 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Die Fahrgäste ärgern sich ständig über die Zustände auf der Linie R 10, die zwischen Hamburg und Bad Oldesloe verkehrt. An der jetzigen Regionalbahn kritisieren die Pendler die Überfüllung zu den Hauptverkehrszeiten, den geringen Takt, die sehr häufigen Verspätungen und Ausfälle. Deshalb hoffen sie auf Abhilfe durch die Einführung einer neuen S-Bahnlinie nach Bad Oldesloe.

Die geplante S 4 soll dabei bis Ahrensburg auf 21 Kilometer eigenen Gleiskörpern neben der bisherigen Strecke fahren. Hier wäre ein Zwanzigminutentakt sinnvoll, der zur Hauptverkehrszeit zum Zehnminutentakt verdichtet wird. Diese Linie könnte dann ab Ahrensburg in dünneren Takt bis Bad Oldesloe fahren. Das wäre durch den Einsatz sog. Zweisystemfahrzeuge möglich, die hinter Ahrensburg, ähnlich wie in Hamburg-Neugraben, auf die reguläre Strecke nach Bad Oldesloe wechseln. Bis Ahrensburg fahren  die Züge mit Gleichspannung aus Stromschienen neben den Gleisen, in Ahrensburg findet dann der Wechsel auf die Versorgung durch Wechselspannung aus der Oberleitung statt.

Die Linie S 4 hätte nicht nur für die Fahrgäste Vorteile, durch sie würde auch der überlastete Hamburger Hauptbahnhof entzerrt, weil die Regionalbahnen nach Ahrensburg und Bad Oldesloe entfallen können und so zusätzliche Kapazitäten an den Bahnsteigen frei würden. Dadurch könnte beispielsweise die Nord-Ostsee-Bahn nach Westerland endlich den Hamburger Hauptbahnhof anfahren. Allerdings sind den Verantwortlichen die veranschlagten Baukosten von 400 Mio. Euro zu hoch, sodass eine schnelle Umsetzung nicht zu erwarten ist.

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