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Grüne fordern einheitlichen Tarif für Mecklenburg-Vorpommern

26.07.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Regionalzüge in Bad Doberan - und wie geht es dann weiter?Die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern haben die Einführung einer einheitlichen Tarifstruktur für ganz Mecklenburg-Vorpommern gefordert. Insbesondere die zusätzliche benötigten Fahrscheine für den Zu- und Ablauf machen den ÖPNV an der Ostsee „zu kompliziert und zu teuer, das schreckt viele potenzielle Nutzer ab“ sagt Grünen-Landeschef Jürgen Suhr.

Als Vorbild wird der einheitliche Tarif des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg genannt. Mit einem einzigen Fahrausweis kann man vom Start- an den Zielort fahren, außerdem seien Zu- und Abbringerbusse fahrplantechnisch oft auf die Eisenbahn ausgerichtet. Vorbild könnten die heute schon existierenden Verkehrsverbünde Warnow und Mittleres Mecklenburg sein.

Als Beispiel nennt Suhr einen Pendler zwischen Rostock und Schwerin: „Wer eine Monatskarte für den Stadtverkehr Schwerin, den Stadtverkehr Rostock und die Bahnstrecke von Schwerin nach Rostock kauft, bezahlt dafür über 300 Euro pro Monat. Eine Bahncard wird bei diesen Zeitkarten überhaupt nicht angerechnet. Für eine vergleichbare Strecke im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg ist nur eine Monatskarte erforderlich und diese kostet mit Bahncard unter 180 Euro.“

Bild: Deutsche Bahn AG

8 Responses

  1. Vielleicht sollte man sich mal kleinere Ziele setzen. Warum kann ich mit dem Mecklenburg-Vorpommern-Ticket in Hamburg mit der Hafenfähre und in Schwerin Straßenbahn fahren; aber nicht in Rostock?

  2. Nicht nur der im Beitrag zitierte Herr Suhr von Bündnis90/Grüne zeigt wenig Sachverstand (was ich gern begründen kann: Herr Suhr nenne mir beispielsweise die Passage in den Tarifbestimmungen des VBB, die eine Rabattierung der Monatskarte Gesamtnetz bei Besitz einer BahnCard ermöglicht, ich bin äußerst gespannt!), auch Jedi kennt sich nicht so ganz richtig aus: Das Mecklenburg-Vorpommern-Ticket gilt ganz sicher nicht in der Schweriner Straßenbahn.

  3. So isses. Das Mecklenburg-Vorpommern-Ticket gilt (ebenso wie das Brandenburg-Berlin-Ticket) im Stadtverkehr des ZDiTM in Stettin. Wichtig zu wissen: Das Schleswig-Holstein-Ticket, das ansonsten auch im gesamten SPNV in Mecklenburg-Vorpommern einschliesslich der Strecken jeweils ab Grenze bis Swinemünde und Stettin Hbf gilt, gewährt diese Nutzungsmöglichkeit nicht.

  4. Das klingt ja… Reichlich verkorkst. Es ist gut, dass sich die Laendertickets ueberschneiden weitraeumig, aber das was Sniff da schreibt geht etwas arg weit…

  5. Dass sich das MV-Ticket und das SH-Ticket so weit überschneiden, hat einen anderen Grund. Es geht mitnichten darum, ein attraktives Produkt für den Kunden zu schaffen.
    Im Rahmen des SH-Tarifes gibt es die Kleingruppen-Tageskarte, die für fünf Personen für das ganze Bundesland Schleswig-Holstein gilt (SPNV und ÖPNBV; also auch die Busse!). Preis: 28,30 Euro. Demgegenüber fällt natürlich der Nutzwert eines Ländertickets der Deutschen Bahn AG, was für Schleswig-Holstein allein nicht mehr als 26 Euro kosten dürfte, deutlich ab. Die Deutsche Bahn AG hatte die Wahl, das Schleswig-Holstein-Ticket entsprechend des Preis-Leistungs-Verhältnisses in Relation nzur Kleingruppen-Tageskarte entweder deutlich zu verbilligen – was die Bahn niemals tun würde – oder aber Zusatznutzen draufzupacken. Der Zusatznutzen ist nun eben der gesamte SPNV in Mecklenburg-Vorpommern. Also: Pure Preispolitk, nichts anderes.

  6. Ein einheitlicher Tarif wäre auch für das Bundesland Baden-Württemberg dringend nötig. Vorbild wäre das Land Schleswig Holstein mit dem Schleswig-Holstein-Tarif.
    Folgendes schreckt viele ab, Bus und Bahn zu nutzen:
    Wenn man z.B. von Heidelberg nach Offenburg will durchquert man 3 Verkehrsverbünde: Da braucht man 3 Fahrscheine:
    1. Fahrschein für Bus/Straßenbahn in Heidelberg
    2. Fahrschein für DB Zug
    3. Fahrschein für Offenburger Stadtbus
    Das ist ausserdem viel zu teuer.
    Mit einem einheitlichen Tarif würde sich folgendes für die Fahrgäste verbessern:
    1. Die DB kann nicht mehr den Nahverkehrstarif diktieren
    2. Der Fahrgast benötigt nur 1 Fahrschein für Bus, Straßenbahn und Nahverkehrszug
    3. Es werden mehr Fahrgäste auf Bus und Bahn umsteigen

    Alle Schülerfahrkarten sollten Jahrekarten sein und uneingeschränkt im ganzen Bundesland gültig sein.
    Dadurch können später langfristig Kunden im Bus und Bahnverkehr hinzugewonnen werden.
    Ausserdem soll es an Wochenenden und Feiertagen im ganzen Bundesland zusätzliche Nachtverbindungen geben.

  7. Das kann verdammt nach hinten los gehen. In vielen Verkehrsverbuenden ist es billiger, eine Karte nach DB-Tarif zum ersten Halt ausserhalb des Verbunds zu kaufen als eine Fahrkarte nach Verbundtarif fuer die geplante Strecke!

    Was den Rest angeht: Waere alles toll, das Geld ist prinzipiell da, aber es wird unnuetz in Stuttgart21 verbuddelt.

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