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Eurobahn fährt endlich bis Venlo

23.07.10 (Europa, VRR) Autor:Stefan Hennigfeld

Gestern nachmittag haben vier Triebzüge vom Typ FLIRT der Eurobahn die Zulassung für die Niederlande erhalten. Ab dem kommenden Sonntag wird das EVU daher erstmals mit Fahrgästen bis Venlo fahren. Mit der Zulassung der verbliebenen 14 Fahrzeuge wird in den nächsten Wochen gerechnet.

Der RE 13 wird daher zwischen Hamm (Westf.) und Mönchengladbach durchgehend fahren, wo der Umstieg in einen bereitstehenden Zug nach Venlo möglich ist. Eurobahn-Geschäftsführer Hans Leister: „Trotz des Umsteigens in Mönchengladbach wird die Fahrt für unsere Fahrgäste einfacher und reibungsloser, weil der Pendelverkehr Venlo – Kaldenkirchen und das Umsteigen in Kaldenkirchen entfallen.“

„Auch bedanken wir uns bei unseren Fahrgästen für die bisher aufgebrachte Geduld und bitten um Verständnis, dass vorübergehend wieder der Umstieg in Mönchengladbach notwendig wird. Bei den Kollegen von DB Regio bedanken wir uns ausdrücklich für die bisher geleistete Unterstützung durch die Bereitstellung von Pendelzügen Kaldenkirchen – Venlo, die nun ab Sonntag entbehrlich werden.“

Die Eurobahn hatte für die Linien RE 3 und RE 13 vier vier- und 14 fünfteilige Triebzüge des Typs FLIRT vom Hersteller Stadler Pankow beschafft. Die Zulassung der Fahrzeuge durch das Eisenbahnbundesamt hat sich allerdings verzögert. Über die Verantwortung dürfte zwischen der Bonner Behörde, dem VRR, Stadler Pankow und der Eurobahn noch längere Zeit gestritten werden.

Auch an anderen Orten haben Fahrzeuge des Herstellers Stadler Pankow Zulassungprobleme. In München und Nürnberg wurden Trams vom Typ Variobahn aus dem Betrieb genommen, weil die Zulassung durch die Technischen Aufsichtsbehörden noch nicht vorliegt. Dort sind allerdings die bayrischen Bezirksregierungen Mittelfranken bzw. Oberbayern zuständig.

13 Responses

  1. Dieses Desaster ist eine Folge der fehlgeschlagenen und gescheiterten Privatisierungspolitik der letzten Jahre. Billigbahnen können eben nur billig und arbeiten oft schlecht oder schlampig. Wer auch nach einem halben Jahr noch immer nicht in der Lage ist, seine Pflicht zu erfüllen ist entweder unseriös und unfähig. Auf jeden Fall war die Vergabe an die Eurobahn ein Fehler.

    Und wer musste einspringen? Wir! Weil wir zwar nicht so billig sind wie diese komischen Privatbahnen, aber wir sind zuverlässig. Wir können fahren und haben keine Probleme. Aber anstatt der Eurobahn so einen Auftrag wieder wegzunehmen und an den zu geben, der sich jahrelang bewährt hat, wird weiter auf billig gesetzt. Hat die Eurobahn außer dass sie billig ist noch einen anderen Vorteil?


  2. Stefan Hennigfeld
    23.07.10 um 14:41

    Weißt Du, wieso dort die Eurobahn und nicht Abellio fährt? Weil die Eurobahn besser ist, das billigste Angebot hat Abellio abgegeben. Aber die Eurobahn hat den Zuschlag wegen des höheren Komforts in ihren Fahrzeugen erhalten, diese Entscheidung wurde von der Vergabekammer der Bezirksregierung Münster (die jüngst die Direktvergabepolitik des VRR wegen Rechtswidrigkeit einkassiert hat) ausdrücklich bestätigt.

    Abellio wollte dort mit Zügen fahren, die im wesentlichen denen des Ruhr-Sieg-Netzes entsprechen. Die Eurobahn hat da wesentlich komfortablere Innenausstattungen geboten, die natürlich auch ihren Preis haben.

    Ansonsten hast Du übrigens recht, gerade im Hinblick auf Fahrzeuge, die nicht rechtzeitig zugelassen werden, man sollte die Vergabe des RE 9 an DB Regio Rheinland, vormals DB Heidekrautbahn intern noch einmal kritisch reflektieren.

  3. Das war ja klar, dass die Privatisierungslobby jetzt wieder mit dem RE 9 kommt. Was kann die DB denn dafür, wenn das Eisenbahnbehinderungsamt mal wieder zuschlägt? Eine ganze Behörde wurde eingeführt um nichts anderes zu machen als der DB Steine in den Weg zu legen. Dadurch soll in der Bevölkerung Stimmung gemacht werden, die Leute am Bahnsteig sollen glauben, dass die DB es nicht könne. Deshalb muss das Eisenbahnbundesamt weg und ein Zurück zur Staatsbahn.

    Obwohl wir natürlich froh sein können dass es eine Behörde gibt, die der Schlamperei der Privatbahnen Einhalt gebietet.

  4. Das war ja klar, dass die Privatisierungslobby jetzt wieder mit dem RE 9 kommt. Was kann die DB denn dafür, wenn das Eisenbahnbehinderungsamt mal wieder zuschlägt?

    Andersrum gefragt, was kann die eurobahn dazu wenn das Eisenbahnbundesamt zuschlägt? Ich könnte jetzt auch den Fugger-Express, die Moselbahn, den Donau-Isar-Express oder den Main-Franken-Express erwähnen.


  5. Stefan Hennigfeld
    23.07.10 um 18:05

    Es ist, bei allem schuldigen Respekt, ein Stück weit unglaubwürdig, wenn man DB Regio Rheinland, vormals DB Heidekrautbahn als Opfer des „Eisenbahnbehinderungsamtes“ sieht, während dasselbe ehrenwerte Aufsichtsamt den „komischen Privatbahnen“ und ihrer „Schlamperei“ „Einhalt gebietet“.


  6. Jürgen E.
    23.07.10 um 20:17

    @ DB.Tf

    Bei allem schuldigen Respekt vor den Mitarbeitern der Eisenbahnverkehrsunternehmen. Ich habe nicht den Eindruck, dass die Mitarbeiter von Eurobahn, Abbellio und anderen schlampig arbeiten. Im Gegenteil, sie machen einen hervorragenden Job. Bis auf Ausnahmefälle trifft das auch für die Mitarbeiter der DB AG zu.

    Ich möchte nur ein Beispiel bringen, welche Verbesserungen für die Kunden durch die modernen Fahrzeuge der Eurobahn sofort spürbar waren und dies auch mit Fotos untermauern. Denn Bilder sagen mehr, als tausend Worte.

    http://www.flickr.com/photos/bundesautobahn/4821731694/
    http://www.flickr.com/photos/bundesautobahn/4821731580/
    http://www.flickr.com/photos/bundesautobahn/4821113923/

    Hinweise zum Copyright: Selbst erstellte Fotos

  7. Also, wenn ich den „Kollegen“ hier lese, dann schaeme ich mich ja in der gleichen Uniform zu sein… *Kopf schuettel*


  8. Nightwish
    25.07.10 um 18:55

    ich weiß nicht wo bei dem Kollegen der DB das Problem liegt, auch der RE 9 hat schwierigkeiten bei der Fahrzeugbeschaffung.

    So nur die DB hat halt die Vorteile über genug Fuhrpark zu verfügen, um aus dieser Situation halbwegs gut raus zu kommen.

    Die Eurobahn hat für ihre verhältnisse das beste getan was sie konnten, aber sie haben halt nicht noch Loks und Wagen wie die DB irgendwo rum stehen.


  9. Stefan Hennigfeld
    25.07.10 um 19:06

    Ich ergänze mal: Als sich die Probleme bei der Zulassung abzeichneten, hat Heinrich Brüggemann das absolut richtige gemacht: Er hat sofort angeboten, daß DB Regio NRW einspringt. Was viele Eisenbahner nicht verstehen ist, daß ihr Unternehmen Geld verdienen muß. Außerdem ist Herrn Brüggemann wohl klar gewesen, daß er an einer Auferlegung für mehrere Wochen weniger verdient hätte als so.

  10. Nun, im Gegensatz zur Eurobahn wird die DB Rheinland ihre Leistung erbringen und SELBST fahren; wenn auch mit BR 111 und den alten Wagen der DB Regio NRW. Dass die BR 442 nicht läuft ist wieder ein typisches Problem der „billig Privatisierung“, Früher hat die Bundesbahn alles mit viel know-how in Minden selbst entwickelt und ewig getestet. Heute geht das gebot an den billigsten Privaten, der mit billigen Subunternehmen nichtmal eine funktionierende Software auf ein Fahrzeug bekommt. Ich habe sehr gehofft, dass der VRR sich nach diesem Dilemma dafür entscheiden wird die RE 8 wieder durchfahren zu lassen. Der 425darf schliesslich (Bestandsschutz)

    Zum Thema Abellio Rail sage ich lieber nix. Dass die och eine Lizenz haben wundert mich sehr.

  11. Nun, im Gegensatz zur Eurobahn wird die DB Rheinland ihre Leistung erbringen und SELBST fahren; wenn auch mit BR 111 und den alten Wagen der DB Regio NRW.

    Ja, wird sie. Sie hat nunmal altes Material rumstehen, im Gegensatz zu anderen Marktspielern. Einer der Fehler der deutschen Liberalisierung war, daß man das Rollmaterial der Bundesbahn der DBAG geschenkt hat anstatt es, wie in Großbritannien, an Leasinggesellschaften zu verkaufen, damit es allen zur Verfügung steht.

    Die britische Bahnreform war übrigens (zumindest nach der Reverstaatlichung der Infrastruktur) ein großer Erfolg. Statt Beeching-Axe spielt die Bahn dort wieder eine ernsthafte Rolle.

    Dass die BR 442 nicht läuft ist wieder ein typisches Problem der “billig Privatisierung”, Früher hat die Bundesbahn alles mit viel know-how in Minden selbst entwickelt und ewig getestet. Heute geht das gebot an den billigsten Privaten, der mit billigen Subunternehmen nichtmal eine funktionierende Software auf ein Fahrzeug bekommt.

    Ja, wahrscheinlich war die Vergabe an die damalige DB Heidekrautbahn GmbH ein Fehler.

    Ich habe sehr gehofft, dass der VRR sich nach diesem Dilemma dafür entscheiden wird die RE 8 wieder durchfahren zu lassen. Der 425darf schliesslich (Bestandsschutz)

    Das ist eine verkehrsplanerische Entscheidung gewesen, den alten Rhein-Holland-Expreß aufzugeben und den Ast zwischen Mönchengladbach und Venlo dem neuen Maas-Wupper-Expreß zuzuschlagen. Der RE13 ist Teil des ursprünglichen RE4-Konzeptes. Für den VRR ist eine Direktverbindung aus Hagen, Wuppertal und Düsseldorf nach Venlo aber wichtiger als eine aus Köln, Bonn-Beuel und Koblenz. Aber solche politischen Hintergründe spielen für Dich als Fahrer keine große Rolle.

    Zum Thema Abellio Rail sage ich lieber nix. Dass die och eine Lizenz haben wundert mich sehr.

    Wenn Du diesen Vorwurf nicht konkretisiert könnte ich mir vorstellen, daß Du bald unangenehme Post von Abellio-Rechtsanwälten erwarten kannst.


  12. Beamtenhasser
    25.08.10 um 00:13

    Zum Thema Abellio Rail sage ich lieber nix. Dass die och eine Lizenz haben wundert mich sehr.

    Mich wundert eher das so dumme Gestallten wie du hinters Steuer dürfen. Eher sollte man dir die Lizens entziehen.

    Der 425darf schliesslich (Bestandsschutz)

    Bis Kaldenkirchen, wie geht es dann weiter? Mit einem Bus. In Kaldenkirchen umsteigen aber so dass alle durch die Unterführung müssen, damit der dblokf aus dem Bahnerforum mit seinen Güterzügen freie Bahn hat, falls die Gütergleise auf der anderen Bahnhofseite einmal belegt sein sollte.


  13. Geplagter Fahrgast
    25.08.10 um 00:28

    Mich wundert eher das so dumme Gestallten wie du hinters Steuer dürfen. Eher sollte man dir die Lizens entziehen.

    Wieso Steuer? Der Fahrer eines Zuges braucht eben nicht zu lenken.

    Deshalb hat der Autofahrer ja auch einen anspruchsvolleren Job.

    1. Der Autofahrer muss lenken
    2. Ein Zug bleibt automatisch stehen, wenn er über eine rote Ampel fährt
    3. Ein Zug muss nicht auf Vorfahrt achten, das macht der Weichensteller

    Und dann wunderst du dich dass Lokführer keine Einsteins sind?

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